WeGlide Runde 12 sowie OLC 2. Segelflugbundesliga und U25 – Runde 11

Michael Buchthal fliegt sensationellen Ligaschnitt von 145,70 km/h

Von Lothar Schwark

Die Aufwindjäger der Fliegergruppe Freudenstadt bleiben in der OLC-2.-Segelflugbundesliga das Maß der Dinge. Nach der Nullrunde am vorherigen Wochenende meldete sich das Team eindrucksvoll zurück und sicherte sich mit 367,68 Teamspeed-Punkten und der Maximalwertung von 20 Punkten den nächsten Rundensieg. Die Voraussetzungen dafür waren nahezu ideal. Sowohl über dem Schwarzwald als auch über der Schwäbischen Alb herrschten hervorragende Thermikbedingungen, die zahlreiche schnelle Streckenflüge ermöglichten.

Traumflug für Reiner Haist

Besonders begeistert zeigte sich Reiner Haist, der mit seiner inzwischen mit Winglets ausgestatteten Kestrel 17 einen seiner schönsten Flüge der Saison erlebte. Nach der südlichen Wende am Hotzenwald führte ihn die Strecke entlang der Wutachschlucht in Richtung Schwäbische Alb. Bei Erbach setzte er den östlichen Wendepunkt, bevor er entspannt über die Alb zurückflog. Große Teile der Strecke konnten nahezu ohne Kreisen im Geradeausflug bewältigt werden.

Mit 108,73 Speed-Punkten und einem Schnitt von 116,88 km/h wurde Haist drittschnellster Freudenstädter Ligapilot. Insgesamt legte er 512 Kilometer zurück.

Anton Harzer überzeugt trotz spätem Start

Als zweitschnellster Freudenstädter präsentierte sich Anton Harzer auf seinem Ventus C 17,6 m. Aufgrund von Verzögerungen konnte Harzer erst gegen 14 Uhr starten. Trotzdem absolvierte er noch 606 Kilometer und erreichte einen Gesamtschnitt von rund 120 km/h. Für die Bundesliga bedeutete dies 121,50 Speed-Punkte bei einem Schnitt von 134,26 km/h – und das ohne Wasserballast.

Rückblickend zeigte sich Harzer überzeugt, dass bei einem früheren Start und einer optimalen Wendepunktwahl sogar ein 1.000-Kilometer-Flug möglich gewesen wäre. Sein begeistertes Fazit lautete:

„Fliegen ist einfach nur genial!“

Dass an diesem Tag tatsächlich Tausender möglich waren, bewies Jonas Zeller vom Flugplatz Rheinstetten. Er absolvierte einen 1.013-Kilometer-Flug über Schwarzwald und Schwäbische Alb. Auch in den Alpen herrschten außergewöhnliche Bedingungen. Mehrere Piloten überschritten dort die 1.000-Kilometer-Marke, zahlreiche weitere Flüge lagen zwischen 900 und 990 Kilometern.

Buchthal zeigt Weltklasse

Für das sportliche Highlight aus Freudenstädter Sicht sorgte erneut Michael Buchthal. Obwohl er erst gegen 15:30 Uhr startete, flog der ehemalige Weltmeister der Standardklasse (Rieti 2008) mit seinem Discus 2a noch 374 Kilometer. Sein Bundesliga-Ergebnis war beeindruckend: 137,45 Speed-Punkte bei einem Schnitt von 145,70 km/h.

Damit bewies Buchthal eindrucksvoll, dass auch Jahre nach seinem Weltmeistertitel weiterhin mit ihm zu rechnen ist. Seine große Erfahrung gibt er heute zudem als Fluglehrer an die Nachwuchspiloten der Fliegergruppe Freudenstadt weiter.

Gründler punktet bei der Lilienthal Glide

Parallel zur Bundesliga nahm Marven Gründler gemeinsam mit Copilot Manfred Dick an der Lilienthal Glide in Lüsse teil. Mit dem Nimbus 4DM erzielte das Team einen Bundesliga-Schnitt von 121,87 km/h und 103,94 Speed-Punkten und steuerte damit ebenfalls wichtige Punkte für die Fliegergruppe Freudenstadt bei. Der erneute Rundensieg unterstreicht einmal mehr die außergewöhnliche Form der Musbacher Aufwindjäger, die ihre Spitzenposition in der OLC-2.-Segelflugbundesliga weiter festigen konnten.