WeGlide Runde 1: Schwieriger Saisonstart in Baden-Württemberg

Blauthermik fordert die Piloten der Fliegergruppe Freudenstadt

Von Lothar Schwark

Nach dem Ende der OLC-Bundesliga beginnt für die Fliegergruppe Freudenstadt mit der Plattform WeGlide ein neues Kapitel im Streckensegelflug. Ziel ist es, sich über die Baden-Württemberg-Liga für die 2. Bundesliga zu qualifizieren, in der lediglich 25 Mannschaften vertreten sind. Um dieses Ziel zu erreichen, muss sich die Fliegergruppe über insgesamt 17 Runden mindestens auf Platz zwei der Gesamtwertung vorarbeiten, um die Relegation zu erreichen. Der direkte Aufstieg gelingt nur mit Platz eins – eine anspruchsvolle Aufgabe angesichts der starken Konkurrenz im deutschen Segelflug.

Neue Wertungsregeln im Überblick

Im Vergleich zum früheren OLC gelten bei WeGlide teilweise andere Regeln:

  • In der Junioren-Bundesliga (bis 25 Jahre) werden pro Runde die zwei schnellsten Piloten gewertet.
  • In der Baden-Württemberg-Liga zählen die drei schnellsten Piloten eines Vereins.
  • Bewertet wird die Durchschnittsgeschwindigkeit über einen Zeitraum von zwei Stunden.

Zusätzliche Punkte gibt es für angemeldete Flüge:
Wer vor dem Start seine Strecke im Logger definiert und erfolgreich beendet, erhält Bonuspunkte. Auch geschlossene Dreiecke oder Viereckflüge werden zusätzlich honoriert. Ziel dieser Regelung ist es, geplante Streckenflüge stärker zu gewichten, da diese oft anspruchsvoller sind als reine „Wetterflüge“.

Blauthermik erschwert den Auftakt

Die erste Runde stellte die Piloten vor große Herausforderungen. Bei durchgehendem Sonnenschein und sehr trockener Luft bildeten sich keine Kumuluswolken – die typischen „Aufwindbojen“ für Streckenflieger. In der sogenannten Blauthermik mussten die Aufwinde ohne sichtbare Hinweise gefunden werden. Entsprechend vorsichtig tasteten sich die Piloten voran. Viel Erfahrung war notwendig, um die teils bis auf etwa 2.200 Meter über NN reichenden Aufwinde zu finden.

Ergebnisse der Freudenstädter Piloten

Trotz schwieriger Bedingungen gelangen beachtliche Flüge:

  • Christof Geißler erreichte mit seiner HPH 304 S Shark eine Strecke von 307 Kilometern bei einem Schnitt von 73 km/h über Schwarzwald und Schwäbische Alb.
  • Reiner Haist flog mit einer Kestrel 17 232 Kilometer bei 56 km/h, was die anspruchsvollen Bedingungen des Tages unterstreicht.
  • Am Folgetag absolvierte Jakob Schick gemeinsam mit Hannes Deuble im Duo Discus einen Flug über 170 Kilometer mit 56 km/h.

Damit belegte die Fliegergruppe Freudenstadt in der ersten Runde der Baden-Württemberg-Liga Platz 7 von 43 Vereinen.

Juniorenwertung und Ausblick

Der Flug von Jakob Schick floss gleichzeitig in die Juniorenwertung ein. Ergänzt wurde das Ergebnis durch Patric Schuler, der mit einem Discus bWL 84 Kilometer bei einem Schnitt von 41 km/h erreichte. In den Alpen herrschten deutlich bessere Bedingungen, wodurch dort ansässige Vereine von optimalem Flugwetter profitieren konnten.

Trotz des schwierigen Auftakts zeigt sich der neue Streckenflugreferent Anton Harzer optimistisch: Der Anfang sei gemacht, und in den verbleibenden 16 Runden sei noch vieles möglich.


Freudenstädter Luftsportler erhalten Sportkreismedaille

Ehrung für Vereinserfolg in der Region Rhein-Neckar-Enz

Von Lothar Schwark

Auch in diesem Jahr ehrte der Sportkreis Freudenstadt in der Festhalle Horb-Nordstetten die erfolgreichsten Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften des Jahres 2025. Zu den Ausgezeichneten gehörte auch die Fliegergruppe Freudenstadt: Für ihren Sieg in der Vereinswertung der Region Rhein-Neckar-Enz wurden die Piloten mit der Sportkreismedaille geehrt.

Anerkennung für Engagement und Teamleistung

Der Sportkreis Freudenstadt ist Mitglied im Württembergischer Landessportbund, dem inzwischen auch der Baden-Württembergischer Luftsportverband angehört. Die Bedeutung der Veranstaltung wurde durch die Anwesenheit von Andreas Junt unterstrichen. Sportkreispräsident Alfred Schweizer hob in seiner Ansprache besonders das ehrenamtliche Engagement innerhalb der Fliegergruppe hervor. Viele sportliche Erfolge seien nur möglich, weil im Hintergrund zahlreiche Helfer tätig sind – etwa Schlepppiloten oder Windenfahrer, die zur richtigen Zeit den Start ermöglichen.

Austausch über Sportarten hinweg

Insgesamt wurden Sportlerinnen und Sportler aus 21 verschiedenen Sportarten geehrt. Das Spektrum reichte von American Football über Judo, Karate und Leichtathletik bis hin zu Radsport, Reiten, Tischtennis, Triathlon und Wintersport. Für die Freudenstädter Segelflieger bot die Veranstaltung eine gute Gelegenheit zum Austausch mit Athleten anderer Disziplinen. Dabei entstanden viele interessante Gespräche – und auch die eine oder andere Einladung zu einem Mitflug oder einem Besuch auf dem Sonderlandeplatz Musbach wurde ausgesprochen.

Erfolgreiches Team der Fliegergruppe

Zum Erfolg in der Regionalwertung Rhein-Neckar-Enz trugen folgende Piloten bei: Hannes Deuble, Tilman Fuchs, Marven Gründler, Reiner Haist, Anton Harzer, Tim Heritier, Jann Heritier, Timo Lehrke, Martin Pollex, Frank Popp, Jakob Schick, Sihang Yang und Max Zeffler.

Blick nach vorn

Besonders erfreulich ist die starke Entwicklung im Nachwuchsbereich. Die junge Generation der Fliegergruppe zeigt großes Potenzial – sodass auch in der Saison 2026 mit weiteren sportlichen Erfolgen im Segelflug zu rechnen ist.

Bild von Michael Ruf