Platz 9 in einem hochklassig besetzten Teilnehmerfeld
Von Lothar Schwark
Lüsse/Brandenburg. Mit einem hervorragenden 9. Gesamtrang kehrte Marven Gründler von der Fliegergruppe Freudenstadt von der diesjährigen Lilienthal Glide in Lüsse zurück. In der stark besetzten Offenen Klasse sammelte der Nachwuchspilot wertvolle Wettkampferfahrung und behauptete sich gegen zahlreiche nationale und internationale Spitzenpiloten. Gründler startete mit einem Nimbus 4DM, einem doppelsitzigen Segelflugzeug der Offenen Klasse mit einer Spannweite von 26,4 Metern und Eigenstartmotor. Während der Motor ausschließlich für den Start genutzt wird und anschließend eingefahren bleibt, würde ein erneutes Ausfahren während des Fluges den Wertungsflug beenden. Jeder Motorlauf wird dabei vom Flugdatenschreiber (Logger) lückenlos dokumentiert.
Prominente Unterstützung im Cockpit
An den ersten Wettbewerbstagen wurde Gründler von Manfred Dick unterstützt. Dick wurde bereits 1979 Deutscher Meister der Offenen Klasse und schrieb 1990 Segelfluggeschichte, als er von Aachen aus den ersten 1.000-Kilometer-Zielrückkehrflug nach Frankreich absolvierte. Zudem gehörte er zu den ersten Piloten, die ein Förderflugzeug des Segelflug-Förderprogramms nutzen konnten, und engagierte sich viele Jahre intensiv in der Jugend- und Kaderförderung. An den letzten Wettbewerbstagen übernahm der amtierende Juniorenweltmeister Max Maslak aus Bonn-Hangelar den Platz im Cockpit, da Manfred Dick geschäftlich verhindert war.
Hochklassiges Teilnehmerfeld
Die Konkurrenz in Lüsse war außergewöhnlich stark. Mehrere ehemalige Weltmeisterschaftspiloten, darunter Bruno Gantenbrink und Uli Schwenk, sorgten für ein sportlich hochklassiges Niveau. Zwar werden die Flugleistungen durch ein Handicap-System vergleichbar gemacht, dennoch hatten ältere Konstruktionen wie der Nimbus 4DM oder die ASW 22 BLE gegenüber modernen Hochleistungsflugzeugen wie der EB 29, der JS 5 oder der NimEtaX mit ihrer Spannweite von bis zu 30,9 Metern aerodynamische Nachteile. Bei den sogenannten Assigned Area Tasks (AAT), bei denen innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters Wendekreise möglichst taktisch optimal ausgeflogen werden müssen, konnten diese Nachteile jedoch teilweise durch geschickte Flugtaktik ausgeglichen werden.
Konstante Leistungen an sechs Wertungstagen
An insgesamt sechs Wertungstagen waren die 19 Piloten der Offenen Klasse über Brandenburg unterwegs. Besonders der Fläming mit seinen ausgedehnten Sandflächen sorgte regelmäßig für kräftige Thermik. Zum Auftakt belegte Gründler mit 381 Kilometern und 117,75 km/h den 11. Tagesrang. Den Tagessieg sicherte sich später der Gesamtsieger Florian Heilmann auf einer EB 29 DR mit einem Schnitt von 134,69 km/h.
Auch im zweiten Wertungsflug erreichte Gründler den 11. Tagesplatz. Die 525 Kilometer lange Aufgabe absolvierte er mit 114,41 km/h. Der dritte Wertungsflug wurde als vierstündige AAT ausgetragen und endete für Gründler auf Rang 10. Deutlich besser lief es am vierten Wettbewerbstag: Mit 401,92 Kilometern und 116,59 km/h belegte er einen starken 6. Tagesplatz.
Der fünfte Wertungsflug verlief dagegen nicht ganz nach Wunsch. Die dreistündige AAT beendete Gründler auf Rang 15. Zum Abschluss gelang ihm jedoch noch einmal ein Ausrufezeichen. Im sechsten Wertungsflug erreichte er bei einer 3:30-Stunden-AAT mit 124,46 km/h den hervorragenden 4. Tagesplatz und sicherte sich damit den 9. Platz in der Gesamtwertung.
Wertvolle Erfahrungen gesammelt
Für Marven Gründler war die Teilnahme weit mehr als ein sportlicher Erfolg.
„Es war beeindruckend, gegen Größen wie Bruno Gantenbrink und viele weitere Spitzenpiloten zu fliegen. Brandenburg ist ein tolles Fluggebiet mit seinen weiten Feldern – ganz anders als der Schwarzwald. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und ich habe sehr viel gelernt.“
Mit seinem Top-Ten-Ergebnis unterstreicht der Nachwuchspilot der Fliegergruppe Freudenstadt einmal mehr sein großes Potenzial für zukünftige nationale und internationale Wettbewerbe.
