Mit der Welle ins neue Jahr

Von Lothar Schwark

Normalerweise befinden sich die Piloten der Fliegergruppe Freudenstadt noch bis März im Winterschlaf. Statt Fliegen ist Familie und Werkstadtarbeit angesagt. Wenn das Wetter aber eine Südwestwetter- oder Nordostlage bietet, kommt auch bei den in Musbach beheimateten Piloten eine gewisse Unruhe auf. Denn im Optimalfall kann man dann von Musbach aus die laminaren Wellenaufwinde über dem Schwarzwald nutzen. Bei Nord- Ost-Lagen wurden im Winter schon Streckenflüge von bis zu 600 km erflogen. Mit Genehmigung der Flugsicherung in Langen (beim Frankfurter Airport) wurden schon Höhen von bis zu 7.600 Meter erreicht.

Für den Genussfaktor steht die Südwestlage. Wenn fliegbar kann man im Optimalfall schon in Frutenhof oder beim Freudenstädter Krankenhaus in das laminare Steigen der Wellenschwingungen einsteigen. Flüge weit über den Wolken und traumhafte Sichten sind dann möglich. Im Herbst /Winter 2022 geizte das Wetter mit vielversprechenden Wellenlagen. So war auch in Musbach warten angesagt. Doch gegen Ende des Jahres zeichnete sich eine schwache Südwestlage ab. Hansjörg Rothfuß hat die Lage schon frühzeitig erkannt. Ihm gelang am 01. Januar der erste Wellenflug des neuen Jahres. Rothfuß berichtet:

Die Wellenlage hat sich schon Tage vor Silvester abgezeichnet. Der Wind wurde für Silvester und Neujahr 2023 in der Höhe relativ stark angesagt. Bei Südwestwind sind die Steigwerte eher schwach.  Möglichkeiten wie bei der Nord- Ost-Lage Streckenflüge zu unternehmen waren diesmal nur schwach gegeben. Rothfuß setzte auf den Neujahrstag, wo auch wärmere Temperaturen vorausgesagt wurden. Wie bei ähnlichen Lagen war der Wind am Boden kaum spürbar. Der Eigenstart mit der DG 800B/18m verlief gut. Zielstrebig steuerte Rothfuß die bekannten Stellen rund um Mitteltal an, wo es im Lee der Schwarzwaldhochstraße oft gut geht. Aus 2.400 Meter ging es bei Windgeschwindigkeiten von rund 75 km/h in der Höhe weiter der Schwarzwaldhochstraße entgegen, wo der Einstieg in rund 1.800 Meter NN in den laminaren Bereich der Welle gelang. Mit mehreren Segelflugzeugen kämpfte sich der DG 800 Pilot mit von 0,5 Meter Steigen in der Sekunde langsam hoch. Max Zeffler hörte im Funk mit und ließ sich dem Vereins Discus 2b   direkt zur Welle schleppen.

Nach und nach erreichten beide Piloten die 3000 Meter Grenze. Die Flugsicherung in Langen gab das Wellenfluggebiet Murgtal bis Flugfläche 120 frei. Der Versuch eine weitere Schwingung im Bereich Gutach Tal /Hornberg zu erreichen brachte keinen Erfolg. Da der Wind nun mehr auf Süd drehte, erreichte Rothfuß den Musbacher Flugplatz mit viel Rückenwind gut. Zeffler fand über Frutenhof noch einmal laminares Steigen.  Er konnte nochmals 2300 Meter NN erreichen. Leider war die Sicht in Richtung Alpen diesmal nicht so gut. Nach der Landung war für beide Piloten erstmals kräftig Putzen angesagt, da der Rumpf der Flugzeuge auf der nassen Piste zentimeterweise mit Dreck/Schlamm überzogen war. „Trotzdem habe es sich gelohnt das neue Jahr bei angenehmen Temperaturen mit einem Wellenflug zu beginnen“ resümierte Rothfuß als erfahrener Wellenpilot, der bei Nord-Ost- Wind schon mehrmals Höhen weit über 5000 Meter NN mit Zustimmung der Flugsicherung und Sauerstoff erzielte.  In der OLC (Online Contest) Deutschland Tageswertung landete Rothfuß mit 91,06 Km und 89,45 Punkten am 01. Januar auf Platz 3. Damit schaffte er den ersten gewerteten OLC Flug für die Fliegergruppe Freudenstadt in der neuen Saison 2023.

Wanderung Fliegergruppe Freudenstadt 2022

Auf Schusters Rappen unterwegs

Von Lothar Schwark

Auf Schusters Rappen begaben sich Anfang November die Mitglieder der Fliegergruppe Freudenstadt und Renchtal. Die abwechslungsreichen Strecken hatte der Vorsitzende der Fliegergruppe Renchtal Klemens Schmiederer mit einer Wanderapp zusammengestellt. Dank der App wusste man genau, wo man ist und wie es weitergeht, bestätigte auch der 2. Vorsitzende der FG Freudenstadt Karl Pfau. Er hatte ebenso seine Fliegerkameradinnen und Fliegerkameraden motiviert, um einmal den Nordschwarzwald aus der Bodensicht zu genießen. Zuvor hatte er die Wanderstrecke schon mal getestet, um sich einen Einblick zu verschaffen. Insgesamt 28 Teilnehmer machten sich mit dem Freizeitbus oder Fahrgemeinschaften von Freudenstadt oder Oberkirch auf den Weg. Das muss auch Petrus mitbekommen haben, denn nach und nach ließ der Regen vor der Wanderung nach. Trockenen Fußes machte man sich vom Startpunkt Zuflucht auf den Weg. In den ersten drei Stunden gings von der Zuflucht zum Buhlbachsee- Lotharpfad – Buchkopfturm und weiter zur Renchtalhütte. Danach hatte man 12,9 km geschafft, oder in den Füßen. 300 Höhenmeter gings bergauf, noch mehr spürte man die 500 Meter bergab. „Es war teilweise eine anspruchsvolle Strecke auf schmalen, steilen Pfaden, insgesamt aber sehr, sehr schön“ waren sich die Flieger einig. Einige Teilnehmer nutzten nur die rund 4,5 Kilometer von der Zuflucht zur idyllischen Renchtalhütte. Bei der Einkehr in der Renchtalhütte genoss man eine stärkende Vesper. In gemütlicher Runde gab es nicht nur Fliegerlatein. Auch die Angehörigen kamen auf ihre Kosten. Fliegen verbindet, waren sich die Wandersleute sicher. Jung und Alt hat es sehr viel Freude bereitet. Zufrieden ging man den Heimweg an. Nochmals dankte Pfau im Namen aller Schmiederer und den Renchtaler Fliegern für einen gelungenen Wandertag. Einig war man sich, auch im kommenden Jahr neue Wanderstrecken im Nationalpark Schwarzwald anzugehen. Zuvor möchte man jedoch im kommenden Sommer wieder die starken Aufwinde über dem Naturparadies ausfliegen, und dabei unvergleichliche Ausblicke erleben.