Freudenstädter Luftsportler erhalten Sportkreismedaille

Ehrung für Vereinserfolg in der Region Rhein-Neckar-Enz

Von Lothar Schwark

Auch in diesem Jahr ehrte der Sportkreis Freudenstadt in der Festhalle Horb-Nordstetten die erfolgreichsten Sportlerinnen, Sportler und Mannschaften des Jahres 2025. Zu den Ausgezeichneten gehörte auch die Fliegergruppe Freudenstadt: Für ihren Sieg in der Vereinswertung der Region Rhein-Neckar-Enz wurden die Piloten mit der Sportkreismedaille geehrt.

Anerkennung für Engagement und Teamleistung

Der Sportkreis Freudenstadt ist Mitglied im Württembergischer Landessportbund, dem inzwischen auch der Baden-Württembergischer Luftsportverband angehört. Die Bedeutung der Veranstaltung wurde durch die Anwesenheit von Andreas Junt unterstrichen. Sportkreispräsident Alfred Schweizer hob in seiner Ansprache besonders das ehrenamtliche Engagement innerhalb der Fliegergruppe hervor. Viele sportliche Erfolge seien nur möglich, weil im Hintergrund zahlreiche Helfer tätig sind – etwa Schlepppiloten oder Windenfahrer, die zur richtigen Zeit den Start ermöglichen.

Austausch über Sportarten hinweg

Insgesamt wurden Sportlerinnen und Sportler aus 21 verschiedenen Sportarten geehrt. Das Spektrum reichte von American Football über Judo, Karate und Leichtathletik bis hin zu Radsport, Reiten, Tischtennis, Triathlon und Wintersport. Für die Freudenstädter Segelflieger bot die Veranstaltung eine gute Gelegenheit zum Austausch mit Athleten anderer Disziplinen. Dabei entstanden viele interessante Gespräche – und auch die eine oder andere Einladung zu einem Mitflug oder einem Besuch auf dem Sonderlandeplatz Musbach wurde ausgesprochen.

Erfolgreiches Team der Fliegergruppe

Zum Erfolg in der Regionalwertung Rhein-Neckar-Enz trugen folgende Piloten bei: Hannes Deuble, Tilman Fuchs, Marven Gründler, Reiner Haist, Anton Harzer, Tim Heritier, Jann Heritier, Timo Lehrke, Martin Pollex, Frank Popp, Jakob Schick, Sihang Yang und Max Zeffler.

Blick nach vorn

Besonders erfreulich ist die starke Entwicklung im Nachwuchsbereich. Die junge Generation der Fliegergruppe zeigt großes Potenzial – sodass auch in der Saison 2026 mit weiteren sportlichen Erfolgen im Segelflug zu rechnen ist.

Bild von Michael Ruf

Online Contest wird eingestellt

Ende einer Ära im Streckensegelflug

Von Lothar Schwark

Es ist das Ende einer Ära: Der Online Contest (OLC) wird im Jahr 2026 endgültig eingestellt. Trotz intensiver Bemühungen ist es Gründer Reiner Rose nicht gelungen, eine Nachfolge für sein 1999 ins Leben gerufenes Projekt zu finden. Noch Ende 2025 hatten Segelflieger, Gleitschirm- und Drachenflieger sowie Modellflieger gehofft, dass der OLC weitergeführt werden kann. Nun steht fest: Auch die bekannte Bundesliga-Wertung wird nicht mehr stattfinden.

Revolution des Streckensegelflugs

Der OLC hat den Streckensegelflug ab dem Jahr 2000 nachhaltig verändert. Viele ältere Piloten erinnern sich noch an die Zeit davor: Flüge mussten aufwendig per Post zur Auswertestelle – etwa der Akaflieg Stuttgart – geschickt werden. Dort wurden Barogramme und Negativfilme geprüft, auf denen die Wendepunkte dokumentiert sein mussten. Oft vergingen Wochen, bis die Ergebnisse zurückkamen. Erst am Saisonende konnte man seine Platzierung in den Listen des Deutscher Aero Club nachvollziehen.

Mit der Einführung des OLC änderte sich alles: Durch moderne Logger und digitale Aufzeichnungssysteme konnten Flüge plötzlich innerhalb von Sekunden online ausgewertet werden – weltweit und für alle transparent. Mit der Einführung von Bundesliga-, Regional- und Landeswertungen erlebte der Leistungssegelflug einen enormen Aufschwung. Auch Jugendwertungen sorgten für zusätzliche Motivation im Nachwuchsbereich.

Ein besonderes Kapitel Vereinsgeschichte bleibt dabei der Sieg von Christof Geißler beim ersten OLC Glider Race auf der Wasserkuppe – der Wiege des Segelflugs.

Neue Plattform etabliert sich weltweit

Mit dem Ende des OLC rückt nun die Plattform WeGlide noch stärker in den Fokus. Entwickelt wurde sie unter anderem von Moritz Althaus, Johannes Dibbern und Samuel Leihkamm im Rahmen eines studentischen Projekts mit Unterstützung eines EXIST-Gründungsstipendiums an der Hochschule Worms. Die Plattform hat sich inzwischen weltweit etabliert. Auch die dezentralen Deutschen Meisterschaften des Deutscher Aero Club werden inzwischen über WeGlide ausgetragen.

Bundesliga und neue Wettbewerbsstruktur

Auch bei WeGlide gibt es eine Segelflug-Bundesliga sowie eine U25-Juniorenliga. Die Saison 2026 startet am 25. April und wird über 17 Wochenenden bis zum Finale Mitte August ausgetragen. Gewertet werden jeweils die drei schnellsten Piloten eines Vereins pro Runde. Im Gegensatz zum OLC nehmen in der 1. und 2. Bundesliga jeweils nur 25 Vereine teil. Ergänzt wird das System durch regionale Ligen in Bayern, Baden-Württemberg, NRW, Mitte und Nord.

Starke Perspektiven für Freudenstadt

In der Regionalliga Baden-Württemberg belegte die Fliegergruppe Freudenstadt im Jahr 2025 einen starken 5. Platz unter 105 Vereinen. Ziel für 2026 ist klar der Ligasieg, der den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga bedeuten würde. Mit einem zweiten Platz bestünde zusätzlich die Chance, sich über die Relegation gegen einen Absteiger durchzusetzen.

Auch im Nachwuchsbereich sind die Aussichten vielversprechend: In der Junioren-Bundesliga erreichte Freudenstadt 2025 einen 5. Platz unter 313 Vereinen. Mit jungen Piloten wie Marven Gründler, Jakob Schick, Anton Harzer und Martin Pollex bestehen gute Chancen, in der kommenden Saison sogar um einen Podiumsplatz mitzufliegen.