Runde 8 WeGlide und Runde 7 OLC 2. Segelflugbundesliga 2026

Christof Geißler sichert wichtige Punkte für die OLC-Bundesliga

Von Lothar Schwark

Freudenstadt-Musbacher Raum. Starker Wind und zerrissene Aufwinde prägten die achte Runde der WeGlide-Wertung sowie die siebte Runde der OLC-2.-Segelflugbundesliga. Bereits am ersten Ligatag verhinderten kräftige Querwinde einen sicheren Flugbetrieb auf dem Musbacher Fluggelände. Am Folgetag waren Flüge zwar möglich, der zeitweise starke Westwind erwies sich jedoch häufig als Bremse für schnelle Streckenflüge.

Am Ende war es Christof Geißler, der als einziger Freudenstädter Pilot ein Bundesliga-Ergebnis für die OLC-Wertung beisteuerte. Mit einem 203-Kilometer-Flug erzielte er auf seiner HPH 304 Shark 18 m einen Ligaschnitt von 79,95 km/h beziehungsweise 70,44 Speed-Punkten über die schnellsten zwei Stunden seines Fluges. Damit sicherte Geißler der Fliegergruppe Freudenstadt den 4. Rundenplatz und wichtige Punkte im Kampf um die Tabellenführung.

Freudenstadt behauptet die Spitzenposition

Trotz der schwierigen Wetterbedingungen führt die Fliegergruppe Freudenstadt die Gesamtwertung der OLC-2.-Segelflugbundesliga weiterhin an. Nach sieben von 17 Wertungsrunden stehen 128 Punkte zu Buche.

Die Verfolger sind:

  1. FG Freudenstadt (BW) – 128 Punkte
  2. SFG Werdenfels (BY) – 105 Punkte
  3. FLG Blaubeuren (BW) – 89 Punkte

U25-Team weiter an der Spitze

In der OLC-U25-Wertung konnten aufgrund des wechselhaften Wetters lediglich der SFZ Königsdorf und der Aero-Club Rhein-Nahe punkten. Für die Freudenstädter Junioren bedeutete dies zwar die erste Nullrunde der Saison, dennoch verteidigten sie ihre Tabellenführung souverän.

Aktueller Stand nach sieben Runden:

  1. FG Freudenstadt (BW) – 110 Punkte
  2. SFZ Ottengrüner Heide (BY) – 96 Punkte
  3. Isar Segelflug Team (BY) – 61 Punkte

WeGlide: Platz drei weiterhin in Reichweite

In der Baden-Württemberg-Wertung von WeGlide erreichte die Fliegergruppe in Runde 8 den 16. Tagesplatz. Damit konnte zumindest der 3. Gesamtrang verteidigt werden. Bis zum Saisonende verbleiben noch neun Wertungsrunden. Ziel bleibt es, den vor ihnen liegenden SFC Ulm einzuholen. Damit würde sich die Chance auf einen Relegationsplatz und damit auf den Aufstieg in die 2. WeGlide-Bundesliga eröffnen. Derzeit beträgt der Rückstand auf Ulm 364 Punkte.

Für die Wertung sorgten vor allem:

  • Reiner Haist auf seiner Kestrel 17 mit 219 Kilometern über dem Schwarzwald. Er erzielte 15,5 Distanzpunkte und 51,2 Sprintpunkte.
  • Christof Geißler auf der HPH 304 Shark 18 m mit ebenfalls 15,5 Distanzpunkten sowie 64,4 Sprintpunkten.

Mit insgesamt 147 Punkten erreichte Freudenstadt Rang 16 der Tageswertung.

Fast 1.000 Kilometer – Wetter bremst große Pläne aus

Das deutlich bessere Wetter stellte sich erst am Montag, dem 15. Juni, ein. Entsprechend ambitioniert gingen Timo Lehrke auf einem Ventus C sowie Marven Gründler mit Copilot Florian Taigel im Nimbus 4DM ihre Flüge an. Das Ziel war klar: der erste 1.000-Kilometer-Flug der Saison.

Doch die zunehmend trockene Luftmasse machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Die anfangs vorhandenen Kumuluswolken lösten sich im Tagesverlauf auf. Die anschließende Blauthermik ohne sichtbare Wolken verringerte die Reisegeschwindigkeit deutlich. Timo Lehrke musste seinen Flug schließlich nach 745 Kilometern auf dem Flugplatz Oppingen beenden. Zuvor hatte er beeindruckende Eindrücke bis in den Bayerischen Wald sammeln können.

Auch Marven Gründler startete in Musbach zu einem großen Dreiecksflug. Die Wendepunkte bei Schweinfurt Süd sowie am Hirschenstein östlich von Straubing wurden planmäßig erreicht. Danach verschlechterten sich die Bedingungen jedoch spürbar, sodass auch Gründler seinen Flug nach 764 Kilometern beenden musste.

In der weltweiten WeGlide-Tageswertung belegte Lehrke unter 523 gemeldeten Flügen einen starken 28. Platz. Gründler erreichte aufgrund des höheren Index seines Nimbus 4DM Rang 48.

Christof Geißler Jurypräsident bei der Segelflug-Weltmeisterschaft in Polen

40. FAI World Gliding Championships der offenen, 18-Meter- und Doppelsitzerklasse 

Von Lothar Schwark

Eine besondere Ehre wurde Christof Geißler von der Fliegergruppe Freudenstadt zuteil: Vom 16. bis 30. Mai 2026 war er von der Fédération Aéronautique Internationale (FAI, World Air Sports Federation) zum Jurypräsidenten der 40. FAI World Gliding Championships im polnischen Częstochowa-Rudniki berufen worden.

Damit übernahm erstmals ein Mitglied der Fliegergruppe Freudenstadt dieses verantwortungsvolle Amt bei einer Segelflug-Weltmeisterschaft.

Bei den Weltmeisterschaften gingen in den Klassen Offene Klasse, 18-Meter-Klasse und Doppelsitzerklasse die besten Segelflugpilotinnen und -piloten der Welt an den Start. Als Jurypräsident war Geißler für die regelkonforme Durchführung der Weltmeisterschaft sowie für die Vertretung der FAI als internationalem Dachverband des Luftsports verantwortlich.

„Zu den Hauptaufgaben gehören die Sicherstellung der regelkonformen Durchführung einer Segelflug-Weltmeisterschaft sowie die Repräsentation der FAI als weltweite Organisation des Spitzensports im Segelflug“, erläutert Geißler.

Für diese Aufgabe bringt der Freudenstädter umfangreiche Erfahrung mit. Seit 1980 Mitglied der Fliegergruppe Freudenstadt, wurde er zweimal Deutscher Meister in der Doppelsitzerklasse und nahm selbst an Europameisterschaften teil. Darüber hinaus war er bereits als Jurypräsident bei Segelflug-Europameisterschaften im Einsatz.

Die FAI mit Sitz in Lausanne in der Schweiz koordiniert weltweit die Aktivitäten des Luftsports und ist für die Durchführung internationaler Meisterschaften verantwortlich. In Polen wurde Geißler von zwei weiteren Jurymitgliedern aus Italien und Spanien unterstützt. Diese waren zwar nicht vor Ort, konnten jedoch bei Bedarf digital zugeschaltet werden und an wichtigen Entscheidungen mitwirken.

Zu den Aufgaben der Jury gehört insbesondere die neutrale und regelkonforme Bearbeitung von Protesten von Teilnehmern oder Team-Captains. Dabei müssen Fragen zur Regelauslegung oder zu verhängten Strafpunkten objektiv geprüft, entschieden und dokumentiert werden.

Auch nach Abschluss der Weltmeisterschaft ist die Arbeit für Geißler noch nicht beendet. Im Nachgang müssen Berichte für die FAI und deren internationale Segelflugkommission erstellt werden.

Sportlich bot die Weltmeisterschaft mit insgesamt zehn Wertungstagen hochklassigen Segelflugsport. Besonders erfolgreich war dabei das deutsche Team. In der Offenen Klasse gewann Felipe Levin den Weltmeistertitel. In der Doppelsitzerklasse sicherten sich Carsten Leucker und Jan Omsels die Goldmedaille. Darüber hinaus gewann Deutschland die Teamwertung der Weltmeisterschaft.

Am Abschlusstag war Geißler schließlich nochmals in offizieller Funktion gefragt: Nach der Bestätigung der regelkonformen Durchführung erklärte die Jury die Weltmeisterschaft für gültig. Anschließend durfte der Freudenstädter Jurypräsident den neuen Weltmeistern und den weiteren Medaillengewinnern ihre Auszeichnungen überreichen.