Martin Haug steuert mit 858 Kilometern wichtige Punkte zum Rundenerfolg bei
Von Lothar Schwark
Die Erfolgsserie der Fliegergruppe Freudenstadt hält weiter an. Mit 195,82 Teamspeed-Punkten, 18 Wertungspunkten und Rang drei in der Tageswertung verteidigten die Musbacher ihre Spitzenposition in der OLC-2.-Segelflugbundesliga eindrucksvoll. Nach zwölf Runden führt die Fliegergruppe die Gesamtwertung nun mit 202 Punkten an. Der Vorsprung auf den ersten Verfolger, die SFG Werdenfels mit 169 Punkten, ist inzwischen so groß, dass sich die Freudenstädter sogar eine Nullrunde leisten könnten. Dennoch bleibt das Ziel klar: Die Spitzenposition bis zum Saisonende verteidigen.
Wettergrenze entscheidet über Sieg und Niederlage
Während viele Vereine im Südosten Deutschlands an diesem Wochenende vom Wetter ausgebremst wurden, profitierte die Fliegergruppe von einer günstigen Ausgangslage. Am ersten Ligatag entwickelten sich die zunächst vielversprechenden Quellwolken über dem Schwarzwald bereits gegen 13.30 Uhr zu Regenschauern. Ausgedehnte Cirrenschirme verhinderten anschließend eine weitere Thermikentwicklung. Angesichts der angekündigten kräftigen Gewitter war an einen sicheren Streckenflug ohnehin kaum zu denken.
Auch der Sonntag begann mit tief hängenden Restwolken. Erst gegen Mittag besserte sich die Wetterlage allmählich – allerdings vor allem nördlich der Wettergrenze. Dort sorgte die einfließende Kaltluft zwischen Saarland und Bayern für hervorragende Thermikbedingungen.
Wie außergewöhnlich die Bedingungen im Norden waren, zeigen die erzielten Leistungen: Maximilian Schäfer und Wilfried Grosskinski flogen mit einem Arcus M zwischen den Niederlanden und Bayern beeindruckende 1.258 Kilometer. Hinzu kamen acht weitere Flüge über die 1.000-Kilometer-Marke in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und den Niederlanden. Das Streckenflugjahr 2026 entwickelt sich damit zu einem außergewöhnlichen Jahr.
Martin Haug sammelt wichtige Bundesliga-Punkte
Für die Fliegergruppe Freudenstadt war es ein Glücksfall, dass Martin Haug, Fluglehrer der Fliegergruppe, an diesem Wochenende beruflich in Oppenheim war und dort starten konnte. Mit einem Ventus 2cxM 18 m absolvierte er zwischen Saarland und Bayern einen beeindruckenden Streckenflug über 858,42 Kilometer. Für die Bundesliga erzielte er 108,20 Speed-Punkte bei einem Schnitt von 123,62 km/h und steuerte damit einen entscheidenden Beitrag zum starken Mannschaftsergebnis bei.
Geduld zahlt sich in Musbach aus
Am Musbacher Flugplatz war dagegen Geduld gefragt. Erst gegen 15.30 Uhr starteten Martin Pollex und Anton Harzer mit dem Duo Discus WL, nachdem sich die Wetterlage ausreichend verbessert hatte. Trotz des späten Starts erreichten sie noch einen Bundesliga-Schnitt von 94,85 km/h, was 87,62 Speed-Punkten entsprach. Insgesamt legte das Team 268,71 Kilometer zurück.
Beachtlich war auch der Flug von Hannes Deuble, der mit dem Leichtmotorsegler Piccolo 102 Kilometer absolvierte. Patric Schuler erreichte mit seinem Discus b 63 Kilometer. Zwar reichte diese Strecke noch nicht für eine Wertung, zeigte jedoch, dass der Wille und das Engagement des fliegerischen Nachwuchses vorhanden sind.
Meistertitel bleibt das große Ziel
Die Fliegergruppe Freudenstadt kann weiterhin vom Deutschen Meistertitel in der OLC-2.-Segelflugbundesliga träumen. Die hervorragende Ausgangsposition verschafft zwar ein beruhigendes Polster, dennoch ist allen Beteiligten bewusst, dass die Konkurrenz bis zum Saisonende nicht nachlassen wird. Ebenso hoffen die Verantwortlichen, dass neben den erfahrenen Pilotinnen und Piloten auch die Jugendlichen mit ihren Einsitzerflügen weiterhin wertvolle Punkte für die Mannschaft sammeln und so zum gemeinsamen Erfolg beitragen.
