Drei Alleinflüge zum Saisonabschluss

Jana Reich und Vincent Mießler fliegen solo, Tobias Abraham fliegt nun auch Motorflugzeug

Von Lothar Schwark

Trotz einiger Coronavorgaben läuft der Ausbildungsbetrieb bei der Fliegergruppe Freudenstadt rund. Weiter auf einer Erfolgswelle schwebt die Jugendgruppe des Vereins. Nachdem 2021 schon mehrere Jungflieger ihren ersten Alleinflug schafften setzten Jana Reich aus Freudenstadt (16 Jahre) und Vincent Mießler (15 Jahre) wohnhaft in Klosterreichenbach, mit ihren Alleinflügen dem Flugjahr die Krone auf. Lange muss man in der Vereinsgeschichte zurückblättern, dass es eine solche Serie von Alleinflügen gab. Möglich war dies nur, da sich Fluglehrer und Schüler auch bei schwierigen Wetterlagen puschten. Motivation war alles, und die Jugendlichen waren teilweise nicht zu bremsen.

Mit Jana Reich hat der Verein seit mehr als zehn Jahren wieder eine Alleinfliegerin bei den Frauen. Die Begeisterung zum Fliegen hat Jana von ihren Eltern geerbt. Vater Axel Reich ist Vorsitzender und Fluglehrer der Fliegergruppe Freudenstadt. Mutter Claudia erwarb ihren Flugschein beim Heimatverein in Laichingen. Ihren ersten Schulflug absolvierte Jana Reich am 19.April 2019 im Alter von 13 Jahren, folgend legte Jana eine Pause ein, um nun am 17.Oktober unter den Augen ihres Vaters und Michael Buchthal als zweiten Fluglehrer nach 81 Starts ihren ersten Alleinflug zu absolvieren.

Dazu musste man am 17.Oktober viel Geduld aufbringen, da Nebel das Fluggelände bis gegen 14.00 Uhr verhüllte. Seinen ersten Schulflug unternahm Vincent Mießler am 20.September 2020. Auch er durfte die Ausbildung mit mehren Deutschen Meistern (Axel Reich, Christof Geißler, Joachim Treier) und selbst einem Weltmeister (Michael Buchthal) genießen. Somit verfügen alle Flugschüler über einen soliden Grundstock. Mießler meisterte nach 92 Schulflügen ebenfalls am 17. Oktober drei blitzsaubere Alleinflüge. Traditionsgemäß erhielten die neuen A-Piloten am Abend einen rustikalen Gruß aus der Natur.

Tags darauf hatte Tobias Abraham ein Erfolgserlebnis zu verzeichnen. Nach 32 Starts mit der Vereinsmotormaschine DR 400 hob er am 18.Oktober 2021 auf dem Flugplatz Winzeln – Schramberg zum ersten Alleinflug ab. Dazu bescheinigte ihm Fluglehrer Wolfgang Schmalz drei butterweiche Landungen, bevor es gemeinsam zurück nach Musbach ging. Zum Erfolg trug ebenso Axel Reich als weiterer Motorfluglehrer bei. Hier gibt es eine Besonderheit. In Musbach werden nur Mitglieder geschult, die zumindest den Segelflugschein besitzen müssen. Die Ausbildung findet auf dem Flugplatz Winzeln-Schramberg statt. Mit dem LSV Schwarzwald verbindet die FG Freudenstadt eine langjährige Freundschaft. Wenn Abraham seinen Motorflugschein erworben hat, steht er den Segelfliegern als weiterer Schlepppilot zur Verfügung.

Jetzt werden die Vereinsflugzeuge nach und nach eingemottet. Denn im Winter übernimmt nun Werkstattleiter Michael Lamparth die Regie. An langen Winterabenden werden bei den einzelnen Segelflugzeugen die technische Meldungen der Hersteller ausgeführt. Weiter werden die Spuren vom diesjährigen Flugbetrieb beseitigt.

Bericht FG Freudenstadt Jugendgruppe September 2021

Das coolste Hobby das es gibt

Von Lothar Schwark

Segelfliegen ist ein Teamsport. Allein kommst du nicht in die Luft. Mit diesen Eingangsworten beschreibt der Deutsche Aero Club passend, was einen interessierten Bürger bei der Grundausbildung im Verein erwartet. Segelfliegen ist in Musbach ein recht günstiges Hobby.  So bietet die Fliegergruppe Freudenstadt Flugbegeisterten ab 14 Jahren bis zum rüstigen Senior eine Schnuppermitgliedschaft von 350 Euro an. Darin sind alle Start- und Fluggebühren inklusive der Beiträge bei Flügen an der Seilwinde enthalten. Möglich wird dies, da viele Funktionen im Verein ehrenamtlich ausgeübt werden. Der Hauptflugbetrieb findet in Musbach zwischen Mitte April bis Mitte Oktober statt. Aber auch in den anderen Monaten kann bei passendem Wetter und Bodenbeschaffenheit geflogen werden.

In diesem Jahr verzeichnet man in Musbach einen ordentlichen Zuwachs an Jugendlichen. Die Jugendlichen sind mit viel Elan dabei, um in der Ausbildung am Ball zu bleiben. Möglich machen das auch die Senioren der Fliegergruppe, die schon mal für den Nachwuchs auf die Winde sitzen, oder als Flugleiter dabei sind.  Mit einem einwöchigen Jugendlager konnte man nochmals das sonnige Spätsommerwetter nutzen. Die Flugwoche hatte Jugendleiter Jann Heritier organisiert. Der mittlerweile 18-jährige dürfte in der Ausbildung der Rekordhalter im Verein sein. Mit 17 Jahren begann er 2020 mit dem Segelflug. Zweieinhalb Monate später flog er nach rund 80 Start frei. Mitte Oktober legte er beim Regierungspräsidium Karlsruhe die Theorie zum SPL (Segelflugschein) ab. Ende Juni 2021 erfolgte die Praxisprüfung. Als neuer Scheinpilot, hat der in Wittlensweiler wohnhafte bereits einen 300 Km Überlandflug mit dem Segelflugzeug absolviert. Bruder Tim Heritier hat der Flugbazillus ebenfalls erfasst. Mit 16 Jahren hat er bereits die Ausbildung zum Windenfahrer absolviert. Mit 21 Jahre ist Philipp Rohn einer der ältesten der Jugendgruppe. Er absolviert zurzeit im Hotel Engel Obertal sein drittes Lehrjahr zum Hotelfachmann mit der Zusatzqualifikation Hotelmanagement. Rohn stammt aus Dortmund und suchte gezielt nach einem Verein, der zu ihm passt. Wichtig ist für ihn, dass in Musbach ab und an unter der Woche geflogen werden kann. Berufsbedingt bleibt an den Wochenenden wenig Zeit. Schnell hat er im Verein Freunde gefunden und flog nach 65 Starts frei. Ein besonderes Bonbon erlebte er auf der Insel Sylt, wo er im Partnerhotel Fährhaus Sylt einen Ausbildungsabschnitt absolvierte. Durch Kontakte mit dem Aeroclub Sylt konnte Rohn dort auf dem Sylter Airport mit Fluglehrer im Schulungsdoppelsitzer ASK-13 abheben. „Ein geniales Gefühl als beim Windenstart auf 500 Meter, links und rechts nur noch das Meer auftauchte.

Für den 15-Jährigen Anton Harzer aus Oberbrändi ist Segelfliegen das coolste Hobby das es gibt. Harzer hielt sich 2020 so richtig ran, und schaffte am 28. November 2020 noch seinen ersten Alleinflug. Aktuell wird er auf der Seilwinde eingewiesen. Mit dem Windenfahrerschein ist der Weg für den Discus CS frei. Den durfte Harzer und Tim Heritier bereits bei einem Jugendlager vom Baden-Württembergischen Luftfahrtverband in Berneck (bei Geislingen) fliegen. Am meisten hat beide eine K-8 als Cabrioversion begeistert, als man nur geschützt durch eine kleine Kunstoffscheibe im offenen Cockpit das Fliegen genoss.

Ein echtes Flugplatzkind bleibt der Musbacher Jakob Schick. Schon als Kind zog es ihn immer wieder auf den Musbacher Flugplatz. Sein Opa fliegt in Mühldorf/Inn selbst einen Ultraleicht, und hat ihn damit auch schon besucht. Durch Harzer hat Martin Pollex aus Wittendorf nach Musbach gefunden. Gerade 15 Jahre alt, hob Pollex nach 70 Starts alleine ab. Ganz legal konnte Marven Gründler schon mit 13 Jahren mit der Ausbildung angefangen. Mit seinem Freiflug mit 14 Jahren, machte er es seinem Vater Christoph Gründler nach, der ebenfalls mit 14 Jahren alleine abhob, und heute Segelflug- und Ultraleichtlehrer ist.

Im Namen aller Jugendlichen bedankte sich Jugendleiter  Jann Heritier bei allen Fluglehrern und Flugleiter die das Jugendlager möglich machten. Wir freuen uns auf weitere Mitglieder, ab 13 Jahren sind alle bis zum Senior herzlichen willkommen, informiert Vorstand Axel Reich.