Fliegergruppe Freudenstadt hat einen neuen Ultraleichtpiloten

Anton Harzer besteht erfolgreich seine Prüfung

Von Lothar Schwark

Die Fliegergruppe Freudenstadt kann sich über einen weiteren Nachwuchspiloten freuen: Anton Harzer hat erfolgreich seine praktische Prüfung zum Ultraleichtpiloten bestanden. Nach dem Prüfungsflug mit Prüfer Wolfgang Schmalz nahm Harzer die Glückwünsche seines Prüfers sowie seiner Vereinskameraden entgegen. Als bereits erfahrener Segelflugpilot brachte er gute Voraussetzungen für die Ausbildung mit.

Vielfältige Ausbildung an verschiedenen Flugplätzen

Während seiner Ausbildung sammelte Harzer umfassende praktische Erfahrungen. Gemeinsam mit Fluglehrerin Esther Schmalz trainierte er unter anderem das Ein- und Ausfliegen in kontrollierten Lufträumen – einschließlich des anspruchsvollen Bereichs rund um den Flughafen Stuttgart. Dabei müssen die vorgeschriebenen Verfahren exakt eingehalten werden. Für viele Piloten ist es dennoch ein besonderes Erlebnis, mit Freigabe der Fluglotsen einen großen Verkehrsflughafen überfliegen zu dürfen.

Weitere Ausbildungsflüge führten ihn gemeinsam mit Axel Reich unter anderem zu den Flugplätzen Donzdorf und Laichingen. Mit Prüfer Wolfgang Schmalz landete er zudem in Mannheim. Während seiner Soloflüge sammelte Harzer weitere Erfahrungen bei Landungen in Donaueschingen und Albstadt.

Nächster Schritt: Schleppberechtigung

Mit dem bestandenen Ultraleichtschein hat Harzer nun die Grundlage für weitere Qualifikationen geschaffen. Sobald er genügend Flugstunden gesammelt hat, kann er die Ultraleicht-Schleppberechtigung erwerben. Damit wird es ihm künftig möglich sein, Segelflugzeuge in die Luft zu schleppen und so aktiv zum Flugbetrieb des Vereins beizutragen.

Weitere Nachwuchspiloten in den Startlöchern

Auch im theoretischen Bereich gibt es erfreuliche Entwicklungen: Marc Haizmann, Oskar Haug, Martin Pollex und Yang Shiheng haben die Theorieprüfung zum Ultraleichtschein erfolgreich bestanden. Sie bereiten sich nun auf ihre praktische Prüfung vor. Damit baut die Fliegergruppe Freudenstadt ihren Nachwuchs im Ultraleichtbereich weiter aus und sichert langfristig einen starken und engagierten Pilotenstamm – insbesondere auch für zukünftige Schleppflüge.

 

WeGlide Runde 1: Schwieriger Saisonstart in Baden-Württemberg

Blauthermik fordert die Piloten der Fliegergruppe Freudenstadt

Von Lothar Schwark

Nach dem Ende der OLC-Bundesliga beginnt für die Fliegergruppe Freudenstadt mit der Plattform WeGlide ein neues Kapitel im Streckensegelflug. Ziel ist es, sich über die Baden-Württemberg-Liga für die 2. Bundesliga zu qualifizieren, in der lediglich 25 Mannschaften vertreten sind. Um dieses Ziel zu erreichen, muss sich die Fliegergruppe über insgesamt 17 Runden mindestens auf Platz zwei der Gesamtwertung vorarbeiten, um die Relegation zu erreichen. Der direkte Aufstieg gelingt nur mit Platz eins – eine anspruchsvolle Aufgabe angesichts der starken Konkurrenz im deutschen Segelflug.

Neue Wertungsregeln im Überblick

Im Vergleich zum früheren OLC gelten bei WeGlide teilweise andere Regeln:

  • In der Junioren-Bundesliga (bis 25 Jahre) werden pro Runde die zwei schnellsten Piloten gewertet.
  • In der Baden-Württemberg-Liga zählen die drei schnellsten Piloten eines Vereins.
  • Bewertet wird die Durchschnittsgeschwindigkeit über einen Zeitraum von zwei Stunden.

Zusätzliche Punkte gibt es für angemeldete Flüge:
Wer vor dem Start seine Strecke im Logger definiert und erfolgreich beendet, erhält Bonuspunkte. Auch geschlossene Dreiecke oder Viereckflüge werden zusätzlich honoriert. Ziel dieser Regelung ist es, geplante Streckenflüge stärker zu gewichten, da diese oft anspruchsvoller sind als reine „Wetterflüge“.

Blauthermik erschwert den Auftakt

Die erste Runde stellte die Piloten vor große Herausforderungen. Bei durchgehendem Sonnenschein und sehr trockener Luft bildeten sich keine Kumuluswolken – die typischen „Aufwindbojen“ für Streckenflieger. In der sogenannten Blauthermik mussten die Aufwinde ohne sichtbare Hinweise gefunden werden. Entsprechend vorsichtig tasteten sich die Piloten voran. Viel Erfahrung war notwendig, um die teils bis auf etwa 2.200 Meter über NN reichenden Aufwinde zu finden.

Ergebnisse der Freudenstädter Piloten

Trotz schwieriger Bedingungen gelangen beachtliche Flüge:

  • Christof Geißler erreichte mit seiner HPH 304 S Shark eine Strecke von 307 Kilometern bei einem Schnitt von 73 km/h über Schwarzwald und Schwäbische Alb.
  • Reiner Haist flog mit einer Kestrel 17 232 Kilometer bei 56 km/h, was die anspruchsvollen Bedingungen des Tages unterstreicht.
  • Am Folgetag absolvierte Jakob Schick gemeinsam mit Hannes Deuble im Duo Discus einen Flug über 170 Kilometer mit 56 km/h.

Damit belegte die Fliegergruppe Freudenstadt in der ersten Runde der Baden-Württemberg-Liga Platz 7 von 43 Vereinen.

Juniorenwertung und Ausblick

Der Flug von Jakob Schick floss gleichzeitig in die Juniorenwertung ein. Ergänzt wurde das Ergebnis durch Patric Schuler, der mit einem Discus bWL 84 Kilometer bei einem Schnitt von 41 km/h erreichte. In den Alpen herrschten deutlich bessere Bedingungen, wodurch dort ansässige Vereine von optimalem Flugwetter profitieren konnten.

Trotz des schwierigen Auftakts zeigt sich der neue Streckenflugreferent Anton Harzer optimistisch: Der Anfang sei gemacht, und in den verbleibenden 16 Runden sei noch vieles möglich.