Runde 9 OLC 2. Segelflugbundesliga und WeGlide Runde 10

Luftrennen auf höchstem Niveau

Von Lothar Schwark

Die Erfolgsserie der Fliegergruppe Freudenstadt setzte sich auch in Runde 9 der OLC-2.-Segelflugbundesliga eindrucksvoll fort. Mit 412,39 Teamspeed-Punkten und 16 Wertungspunkten feierten die Musbacher Aufwindjäger den nächsten Rundensieg und übertrafen damit sogar ihr bisheriges Top-Ergebnis aus Runde 8 (362,31 Teamspeed).

Auch der bisherige Vereinsrekord von Anton Harzer mit 139,12 Speed-Punkten und 150,6 km/h hielt nicht lange. Timo Lehrke setzte im Mini Nimbus neue Maßstäbe: Mit 144,23 Speed-Punkten und einem sensationellen Schnitt von 151,80 km/h über die schnellsten zwei Stunden erzielte er einen neuen Vereinsbestwert. Insgesamt legte er 632 Kilometer zurück.

Schwarzwald wird zur Rennstrecke

Der gesamte Schwarzwald entwickelte sich an diesem Wochenende zur perfekten Rennstrecke. Bei Temperaturen von bis zu 34,5 Grad Celsius – selbst in Freudenstadt – herrschten außergewöhnliche Thermikbedingungen, wie man sie sonst eher aus Segelflugparadiesen wie Namibia kennt. Die große Hitze verlangte den Pilotinnen und Piloten im engen Cockpit einiges ab. Entscheidend war eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung, um auch bei Flügen von mehr als acht Stunden die volle Konzentration aufrechterhalten zu können.

Besonders beeindruckend waren die Arbeitshöhen. Während früher Höhen um 3.000 Meter als Ideal galten, mussten die Piloten diesmal bei Flugfläche 100 (3.000 Meter) bereits abbremsen. Der Segelflugwetterbericht hatte für Schwarzwald und Schwäbische Alb Steighöhen bis 3.700 Meter vorhergesagt. Oberhalb von 3.000 Metern beginnt der kontrollierte Luftraum, der nur mit Freigabe der Flugsicherung Langen und einem Transponder genutzt werden darf. In den Alpen reichen die nutzbaren Höhen aufgrund der Luftraumstruktur teilweise sogar bis knapp 3.950 Meter über Meereshöhe.

Spitzenleistungen der Freudenstädter Piloten

Neben Lehrke präsentierten sich auch Jakob Schick und Copilot Hannes Deuble in hervorragender Form. Mit dem vereinseigenen Duo Discus WL erzielten sie auf ihrem Jo-Jo-Flug über den Schwarzwald einen Ligaschnitt von 146,11 km/h und 135,91 Speed-Punkten. Insgesamt standen 712,85 Kilometer auf dem Flugschreiber. Drittschnellster Freudenstädter war Frank Popp auf seiner DG 800 S. Er erreichte 145,07 km/h und 132,19 Speed-Punkte bei einer Gesamtstrecke von 577,38 Kilometern.

Von seinem zweiten Heimatflugplatz Oppenheim startete Martin Haug mit einem Ventus 3M 18 m zu einem Flug über Pfalz, Eifel und Saarland. Für die Bundesliga erzielte er 133,36 km/h und 114,47 Speed-Punkte. Insgesamt absolvierte er 569 Kilometer. Parallel nahm Anton Harzer gemeinsam mit Copilot Kimi Neukom am Bodensee-Vergleichsfliegen in Hilzingen teil. Auch dort führte die Strecke über den Schwarzwald. Für die OLC-Bundesliga steuerte das Team 124,55 Speed-Punkte bei einem Schnitt von 134,82 km/h und einer Gesamtstrecke von 438 Kilometern bei.

Nachwuchs sichert die Tabellenführung

Da die Flüge von Harzer und Schick im Doppelsitzer absolviert wurden, konnten sie nicht für die OLC-U25-Wertung berücksichtigt werden. So war es Nachwuchspilot Daniel Nehajcik, der am zweiten Ligatag mit einem 139-Kilometer-Flug im Bereich Musbach die Tabellenführung der Freudenstädter Junioren rettete. Er erzielte 40,65 Speed-Punkte bei einem Schnitt von 43,09 km/h. Bei den internationalen Rookie-Wertungen belegte Nehajcik im Vergleich mit Teilnehmern aus fünf weiteren Nationen einen hervorragenden 7. Tagesplatz.

Auch WeGlide erfolgreich

In der WeGlide-Wertung überzeugte einmal mehr Reiner Haist. Mit seiner Kestrel 17 absolvierte er einen 564 Kilometer langen Flug und erreichte dabei einen Durchschnitt von 113 km/h. Die Fliegergruppe Freudenstadt bleibt damit sowohl in der OLC-Bundesliga als auch in den WeGlide-Wertungen weiterhin auf Erfolgskurs.