Christof Geißler Jurypräsident bei der Segelflug-Weltmeisterschaft in Polen

40. FAI World Gliding Championships der offenen, 18-Meter- und Doppelsitzerklasse 

Von Lothar Schwark

Eine besondere Ehre wurde Christof Geißler von der Fliegergruppe Freudenstadt zuteil: Vom 16. bis 30. Mai 2026 war er von der Fédération Aéronautique Internationale (FAI, World Air Sports Federation) zum Jurypräsidenten der 40. FAI World Gliding Championships im polnischen Częstochowa-Rudniki berufen worden.

Damit übernahm erstmals ein Mitglied der Fliegergruppe Freudenstadt dieses verantwortungsvolle Amt bei einer Segelflug-Weltmeisterschaft.

Bei den Weltmeisterschaften gingen in den Klassen Offene Klasse, 18-Meter-Klasse und Doppelsitzerklasse die besten Segelflugpilotinnen und -piloten der Welt an den Start. Als Jurypräsident war Geißler für die regelkonforme Durchführung der Weltmeisterschaft sowie für die Vertretung der FAI als internationalem Dachverband des Luftsports verantwortlich.

„Zu den Hauptaufgaben gehören die Sicherstellung der regelkonformen Durchführung einer Segelflug-Weltmeisterschaft sowie die Repräsentation der FAI als weltweite Organisation des Spitzensports im Segelflug“, erläutert Geißler.

Für diese Aufgabe bringt der Freudenstädter umfangreiche Erfahrung mit. Seit 1980 Mitglied der Fliegergruppe Freudenstadt, wurde er zweimal Deutscher Meister in der Doppelsitzerklasse und nahm selbst an Europameisterschaften teil. Darüber hinaus war er bereits als Jurypräsident bei Segelflug-Europameisterschaften im Einsatz.

Die FAI mit Sitz in Lausanne in der Schweiz koordiniert weltweit die Aktivitäten des Luftsports und ist für die Durchführung internationaler Meisterschaften verantwortlich. In Polen wurde Geißler von zwei weiteren Jurymitgliedern aus Italien und Spanien unterstützt. Diese waren zwar nicht vor Ort, konnten jedoch bei Bedarf digital zugeschaltet werden und an wichtigen Entscheidungen mitwirken.

Zu den Aufgaben der Jury gehört insbesondere die neutrale und regelkonforme Bearbeitung von Protesten von Teilnehmern oder Team-Captains. Dabei müssen Fragen zur Regelauslegung oder zu verhängten Strafpunkten objektiv geprüft, entschieden und dokumentiert werden.

Auch nach Abschluss der Weltmeisterschaft ist die Arbeit für Geißler noch nicht beendet. Im Nachgang müssen Berichte für die FAI und deren internationale Segelflugkommission erstellt werden.

Sportlich bot die Weltmeisterschaft mit insgesamt zehn Wertungstagen hochklassigen Segelflugsport. Besonders erfolgreich war dabei das deutsche Team. In der Offenen Klasse gewann Felipe Levin den Weltmeistertitel. In der Doppelsitzerklasse sicherten sich Carsten Leucker und Jan Omsels die Goldmedaille. Darüber hinaus gewann Deutschland die Teamwertung der Weltmeisterschaft.

Am Abschlusstag war Geißler schließlich nochmals in offizieller Funktion gefragt: Nach der Bestätigung der regelkonformen Durchführung erklärte die Jury die Weltmeisterschaft für gültig. Anschließend durfte der Freudenstädter Jurypräsident den neuen Weltmeistern und den weiteren Medaillengewinnern ihre Auszeichnungen überreichen.