Erste Nullrunde der Saison für die Fliegergruppe Freudenstadt

Personalknappheit und schwierige Wetterbedingungen

Von Lothar Schwark

Erstmals in dieser Saison gingen die Aufwindjäger der Fliegergruppe Freudenstadt in der OLC-2.-Segelflugbundesliga und der WeGlide-Wertung leer aus. Eine Kombination aus personellen Engpässen und schwierigen Wetterbedingungen verhinderte Wertungsflüge. Da zahlreiche Vereinsmitglieder gleichzeitig beim Freudenstädter Stadtfest im Einsatz waren, stand für den Flugbetrieb nur eine kleine Mannschaft zur Verfügung.

Am ersten Ligatag präsentierte sich das Wetter zunächst durchaus vielversprechend. Die trockene und außergewöhnlich klare Luft ließ jedoch keinerlei Thermikzeichen erkennen. Während im Hochgebirge trotz fehlender Kumuluswolken gute Aufwinde genutzt werden konnten, fanden die Musbacher Piloten am Nachmittag keine ausreichend tragenden Thermiken mehr.

Überschattet wurde der Tag zudem durch einen Brand auf einem benachbarten Hof, der am späten Nachmittag in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes ausbrach. Auch der Sonntag brachte keine Verbesserung. Gegen 16 Uhr zog eine Kaltfront mit Regen durch und beendete die ohnehin nur schwach ausgeprägte Thermik.

Tabellenführung bleibt in Reichweite

Trotz der Nullrunde konnte die Fliegergruppe ihre Führung in der OLC-2.-Segelflugbundesliga zunächst behaupten. In der OLC-U25-Wertung mussten die Freudenstädter Junioren jedoch den Spitzenplatz abgeben und liegen nun auf Rang zwei. Auch in der WeGlide-Baden-Württemberg-Wertung fiel das Team ohne Wertungsflüge auf den dritten Gesamtrang zurück.

Der Rückstand auf den zweitplatzierten SFZ Malmsheim beträgt aktuell 173 Punkte und erscheint bei noch ausstehenden Wertungsrunden durchaus aufholbar. Für das kommende Wochenende stimmen die Wetterprognosen optimistisch. Sowohl für WeGlide Runde 12 als auch für Runde 11 der OLC-2.-Segelflugbundesliga werden gute Thermikbedingungen erwartet.

Gründler verpasst zweiten Tausender nur knapp

Ein sportliches Highlight gelang Marven Gründler bereits am 2. Juli. Vom Flugplatz Winzeln-Schramberg aus startete er mit einem Discus 2b FES zu einem großen Streckenflug. Die Route führte über den Schluchsee, den Thüringer Wald bei Suhl sowie Schwandorf in Bayern.

Am Ende standen beeindruckende 990,9 Kilometer auf dem Flugschreiber. Lediglich rund 200 Höhenmeter fehlten, um den zweiten 1.000-Kilometer-Flug seiner Karriere zu vollenden. Über die gesamte Strecke erzielte Gründler einen Durchschnitt von 90,8 km/h und war 10 Stunden und 54 Minuten in der Luft.

Internationale Wettbewerbe warten

Bereits vom 10. bis 18. Juli steht für Gründler der nächste Höhepunkt an. Bei der Lilienthal Glide in Lüsse tritt er mit einem Nimbus 4DM in der Offenen Klasse an. Dort trifft er auf zahlreiche Spitzenpiloten mit Europa- und Weltmeisterschaftserfahrung. Neben der starken Konkurrenz gilt insbesondere die gleichförmige Landschaft des Flämings als besondere Herausforderung. Gute Ortskenntnisse sind dort von Vorteil, gleichzeitig sorgen die Sandflächen häufig für ausgezeichnete Thermik.

Im Anschluss ist eine Teilnahme an einem Qualifikationswettbewerb in Gera vorgesehen. Auch bei den laufenden Dezentralen Deutschen Meisterschaften im Streckensegelflug liegt Gründler weiterhin aussichtsreich im Rennen. In der Juniorenwertung der Standardklasse belegt er derzeit den 3. Gesamtrang.

Aktuelle Tabellenstände

OLC-2.-Segelflugbundesliga (nach 10 Runden)

  1. FG Freudenstadt – 164 Punkte
  2. SFG Werdenfels – 158 Punkte
  3. FLG Blaubeuren – 138 Punkte

OLC-U25-Wertung

  1. SFZ Ottengrüner Heide – 129 Punkte
  2. FG Freudenstadt – 126 Punkte
  3. SFZ Königsdorf – 95 Punkte

Trotz der ersten Nullrunde der Saison bleibt die Fliegergruppe Freudenstadt damit sowohl in der Bundesliga als auch in der Nachwuchswertung weiterhin in aussichtsreicher Position.

Runde 9 OLC 2. Segelflugbundesliga und WeGlide Runde 10

Luftrennen auf höchstem Niveau

Von Lothar Schwark

Die Erfolgsserie der Fliegergruppe Freudenstadt setzte sich auch in Runde 9 der OLC-2.-Segelflugbundesliga eindrucksvoll fort. Mit 412,39 Teamspeed-Punkten und 16 Wertungspunkten feierten die Musbacher Aufwindjäger den nächsten Rundensieg und übertrafen damit sogar ihr bisheriges Top-Ergebnis aus Runde 8 (362,31 Teamspeed).

Auch der bisherige Vereinsrekord von Anton Harzer mit 139,12 Speed-Punkten und 150,6 km/h hielt nicht lange. Timo Lehrke setzte im Mini Nimbus neue Maßstäbe: Mit 144,23 Speed-Punkten und einem sensationellen Schnitt von 151,80 km/h über die schnellsten zwei Stunden erzielte er einen neuen Vereinsbestwert. Insgesamt legte er 632 Kilometer zurück.

Schwarzwald wird zur Rennstrecke

Der gesamte Schwarzwald entwickelte sich an diesem Wochenende zur perfekten Rennstrecke. Bei Temperaturen von bis zu 34,5 Grad Celsius – selbst in Freudenstadt – herrschten außergewöhnliche Thermikbedingungen, wie man sie sonst eher aus Segelflugparadiesen wie Namibia kennt. Die große Hitze verlangte den Pilotinnen und Piloten im engen Cockpit einiges ab. Entscheidend war eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung, um auch bei Flügen von mehr als acht Stunden die volle Konzentration aufrechterhalten zu können.

Besonders beeindruckend waren die Arbeitshöhen. Während früher Höhen um 3.000 Meter als Ideal galten, mussten die Piloten diesmal bei Flugfläche 100 (3.000 Meter) bereits abbremsen. Der Segelflugwetterbericht hatte für Schwarzwald und Schwäbische Alb Steighöhen bis 3.700 Meter vorhergesagt. Oberhalb von 3.000 Metern beginnt der kontrollierte Luftraum, der nur mit Freigabe der Flugsicherung Langen und einem Transponder genutzt werden darf. In den Alpen reichen die nutzbaren Höhen aufgrund der Luftraumstruktur teilweise sogar bis knapp 3.950 Meter über Meereshöhe.

Spitzenleistungen der Freudenstädter Piloten

Neben Lehrke präsentierten sich auch Jakob Schick und Copilot Hannes Deuble in hervorragender Form. Mit dem vereinseigenen Duo Discus WL erzielten sie auf ihrem Jo-Jo-Flug über den Schwarzwald einen Ligaschnitt von 146,11 km/h und 135,91 Speed-Punkten. Insgesamt standen 712,85 Kilometer auf dem Flugschreiber. Drittschnellster Freudenstädter war Frank Popp auf seiner DG 800 S. Er erreichte 145,07 km/h und 132,19 Speed-Punkte bei einer Gesamtstrecke von 577,38 Kilometern.

Von seinem zweiten Heimatflugplatz Oppenheim startete Martin Haug mit einem Ventus 3M 18 m zu einem Flug über Pfalz, Eifel und Saarland. Für die Bundesliga erzielte er 133,36 km/h und 114,47 Speed-Punkte. Insgesamt absolvierte er 569 Kilometer. Parallel nahm Anton Harzer gemeinsam mit Copilot Kimi Neukom am Bodensee-Vergleichsfliegen in Hilzingen teil. Auch dort führte die Strecke über den Schwarzwald. Für die OLC-Bundesliga steuerte das Team 124,55 Speed-Punkte bei einem Schnitt von 134,82 km/h und einer Gesamtstrecke von 438 Kilometern bei.

Nachwuchs sichert die Tabellenführung

Da die Flüge von Harzer und Schick im Doppelsitzer absolviert wurden, konnten sie nicht für die OLC-U25-Wertung berücksichtigt werden. So war es Nachwuchspilot Daniel Nehajcik, der am zweiten Ligatag mit einem 139-Kilometer-Flug im Bereich Musbach die Tabellenführung der Freudenstädter Junioren rettete. Er erzielte 40,65 Speed-Punkte bei einem Schnitt von 43,09 km/h. Bei den internationalen Rookie-Wertungen belegte Nehajcik im Vergleich mit Teilnehmern aus fünf weiteren Nationen einen hervorragenden 7. Tagesplatz.

Auch WeGlide erfolgreich

In der WeGlide-Wertung überzeugte einmal mehr Reiner Haist. Mit seiner Kestrel 17 absolvierte er einen 564 Kilometer langen Flug und erreichte dabei einen Durchschnitt von 113 km/h. Die Fliegergruppe Freudenstadt bleibt damit sowohl in der OLC-Bundesliga als auch in den WeGlide-Wertungen weiterhin auf Erfolgskurs.