Probesitzen im Segelflugzeug begeistert Groß und Klein

 

Fliegergruppe Freudenstadt präsentiert sich beim Stadtfest

Von Lothar Schwark

Auch 2026 beteiligte sich die Fliegergruppe Freudenstadt wieder am gut besuchten Stadtfest und der Stadtolympiade. Mit ihrem abwechslungsreichen Programm begeisterten die Musbacher Flieger zahlreiche Besucher und weckten bei vielen Kindern die Begeisterung für den Segelflug. Am Sonntagabend stand auf dem oberen Marktplatz zunächst die Geselligkeit im Mittelpunkt. Bei hochsommerlichen Temperaturen war der Getränkestand der Fliegergruppe ein beliebter Treffpunkt. Neben der Erfrischung entstanden zahlreiche interessante Gespräche mit Gästen und Einheimischen. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass die Fliegergruppe in Freudenstadt fest zum Vereinsleben der Stadt gehört.

Stadtolympiade lockt viele Familien an

Am Montag folgte die traditionelle Stadtolympiade auf dem unteren Marktplatz. An insgesamt 22 Mitmachstationen konnten Kinder und Jugendliche verschiedene Sportarten ausprobieren – darunter Klettern, Tennis, Fußball, Radfahren, Leichtathletik und Biathlon. Ein besonderer Blickfang war der Discus b der Fliegergruppe Freudenstadt. Das 15-Meter-Segelflugzeug war vor der Treppe zur Venus aufgestellt und zog schon von Weitem die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich.

Probesitzen war der Publikumsmagnet

Schon kurz nach Beginn der Veranstaltung bildete sich vor dem Segelflugzeug eine lange Schlange. Zahlreiche Kinder wollten unbedingt einmal im Cockpit Platz nehmen und erleben, wie sich ein Segelflugzeug von innen anfühlt. Mit viel Geduld und Begeisterung betreute die Jugendgruppe der Fliegergruppe die kleinen Besucher. Das strahlende Lächeln der Kinder übertrug sich schnell auch auf Eltern und Großeltern. Viele Familien kündigten an, den Flugplatz in Musbach besuchen zu wollen, um den Segelflugsport einmal aus nächster Nähe kennenzulernen.

Die Veranstaltung zeigte erneut, wie wichtig eine frühzeitige Nachwuchsarbeit ist. Solche Erlebnisse bleiben oft lange in Erinnerung – und nicht selten entsteht daraus später der Wunsch, selbst das Segelfliegen zu erlernen.

Dass dieser Weg funktioniert, zeigt die derzeit große Zahl junger Flugschülerinnen und Flugschüler, die sich in Musbach in der Ausbildung befinden und ihre Fluglehrer regelmäßig fordern.

Flieger auch musikalisch aktiv

Dass die Mitglieder der Fliegergruppe nicht nur fliegerisch vielseitig sind, bewies Anton Harzer. Er unterstützte mit seinem Saxophon die Big Band des Kepler-Gymnasiums, der er auch nach seinem Schulabschluss weiterhin verbunden ist.

Dank an alle Helfer

Vorsitzender Axel Reich bedankte sich herzlich bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie den zahlreichen Vereinsmitgliedern, die an beiden Tagen zum Gelingen des Stadtfestes beigetragen haben. Auch die Stadt Freudenstadt sprach der Fliegergruppe ihren Dank aus und würdigte deren erneute Mitwirkung an einer der größten Veranstaltungen der Stadt.

WeGlide Runde 12 sowie OLC 2. Segelflugbundesliga und U25 – Runde 11

Michael Buchthal fliegt sensationellen Ligaschnitt von 145,70 km/h

Von Lothar Schwark

Die Aufwindjäger der Fliegergruppe Freudenstadt bleiben in der OLC-2.-Segelflugbundesliga das Maß der Dinge. Nach der Nullrunde am vorherigen Wochenende meldete sich das Team eindrucksvoll zurück und sicherte sich mit 367,68 Teamspeed-Punkten und der Maximalwertung von 20 Punkten den nächsten Rundensieg. Die Voraussetzungen dafür waren nahezu ideal. Sowohl über dem Schwarzwald als auch über der Schwäbischen Alb herrschten hervorragende Thermikbedingungen, die zahlreiche schnelle Streckenflüge ermöglichten.

Traumflug für Reiner Haist

Besonders begeistert zeigte sich Reiner Haist, der mit seiner inzwischen mit Winglets ausgestatteten Kestrel 17 einen seiner schönsten Flüge der Saison erlebte. Nach der südlichen Wende am Hotzenwald führte ihn die Strecke entlang der Wutachschlucht in Richtung Schwäbische Alb. Bei Erbach setzte er den östlichen Wendepunkt, bevor er entspannt über die Alb zurückflog. Große Teile der Strecke konnten nahezu ohne Kreisen im Geradeausflug bewältigt werden.

Mit 108,73 Speed-Punkten und einem Schnitt von 116,88 km/h wurde Haist drittschnellster Freudenstädter Ligapilot. Insgesamt legte er 512 Kilometer zurück.

Anton Harzer überzeugt trotz spätem Start

Als zweitschnellster Freudenstädter präsentierte sich Anton Harzer auf seinem Ventus C 17,6 m. Aufgrund von Verzögerungen konnte Harzer erst gegen 14 Uhr starten. Trotzdem absolvierte er noch 606 Kilometer und erreichte einen Gesamtschnitt von rund 120 km/h. Für die Bundesliga bedeutete dies 121,50 Speed-Punkte bei einem Schnitt von 134,26 km/h – und das ohne Wasserballast.

Rückblickend zeigte sich Harzer überzeugt, dass bei einem früheren Start und einer optimalen Wendepunktwahl sogar ein 1.000-Kilometer-Flug möglich gewesen wäre. Sein begeistertes Fazit lautete:

„Fliegen ist einfach nur genial!“

Dass an diesem Tag tatsächlich Tausender möglich waren, bewies Jonas Zeller vom Flugplatz Rheinstetten. Er absolvierte einen 1.013-Kilometer-Flug über Schwarzwald und Schwäbische Alb. Auch in den Alpen herrschten außergewöhnliche Bedingungen. Mehrere Piloten überschritten dort die 1.000-Kilometer-Marke, zahlreiche weitere Flüge lagen zwischen 900 und 990 Kilometern.

Buchthal zeigt Weltklasse

Für das sportliche Highlight aus Freudenstädter Sicht sorgte erneut Michael Buchthal. Obwohl er erst gegen 15:30 Uhr startete, flog der ehemalige Weltmeister der Standardklasse (Rieti 2008) mit seinem Discus 2a noch 374 Kilometer. Sein Bundesliga-Ergebnis war beeindruckend: 137,45 Speed-Punkte bei einem Schnitt von 145,70 km/h.

Damit bewies Buchthal eindrucksvoll, dass auch Jahre nach seinem Weltmeistertitel weiterhin mit ihm zu rechnen ist. Seine große Erfahrung gibt er heute zudem als Fluglehrer an die Nachwuchspiloten der Fliegergruppe Freudenstadt weiter.

Gründler punktet bei der Lilienthal Glide

Parallel zur Bundesliga nahm Marven Gründler gemeinsam mit Copilot Manfred Dick an der Lilienthal Glide in Lüsse teil. Mit dem Nimbus 4DM erzielte das Team einen Bundesliga-Schnitt von 121,87 km/h und 103,94 Speed-Punkten und steuerte damit ebenfalls wichtige Punkte für die Fliegergruppe Freudenstadt bei. Der erneute Rundensieg unterstreicht einmal mehr die außergewöhnliche Form der Musbacher Aufwindjäger, die ihre Spitzenposition in der OLC-2.-Segelflugbundesliga weiter festigen konnten.