WeGlide Runde 16 sowie OLC 2. Segelflugbundesliga und U25

Schwarzwald wird zum Aufwindparadies

Von Lothar Schwark

Mit einem weiteren Rundensieg festigte die Fliegergruppe Freudenstadt ihre Spitzenposition in der OLC-2.-Segelflugbundesliga. Auch in der WeGlide-Runde 16 lief es hervorragend: Die Musbacher Aufwindjäger eroberten den 2. Gesamtplatz zurück und haben damit weiterhin die Chance auf den Aufstieg in die WeGlide-2.-Bundesliga.

Allerdings beträgt der Vorsprung auf den drittplatzierten SFC Schwäbisch Hall lediglich 29 Punkte. In der abschließenden WeGlide-Runde 17 heißt es daher noch einmal, alles zu geben. Gelingt es, Rang zwei zu verteidigen, wartet die Relegation – und damit die Chance auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

In der OLC-2.-Segelflugbundesliga sieht die Situation für die Fliegergruppe noch besser aus. Der Vorsprung auf die FLG Blaubeuren beträgt mittlerweile 39 Punkte. Um die Musbacher noch abzufangen, müsste die Konkurrenz in den verbleibenden Runden nahezu optimal punkten, während Freudenstadt leer ausgeht. Angesichts der bisherigen Saisonleistung dürfen die Musbacher daher weiterhin vom Meistertitel träumen.

Später Start, hervorragende Bedingungen

Der erste Ligatag brachte einmal mehr ausgezeichnetes Segelflugwetter. Obwohl sich nur wenige sichtbare Kumuluswolken bildeten, wurden in der Blauthermik außergewöhnlich hohe Schnittgeschwindigkeiten erreicht. Danach sah es in Musbach zunächst allerdings nicht aus. Da am Samstag kein Schlepppilot für einen frühen Start zur Verfügung stand, blieb den Streckenpiloten nur der Windenstart. Erst beim zweiten Versuch gelang es gegen 15 Uhr, Anschluss an die hochreichende Thermik zu finden.

Die nutzbare Arbeitshöhe reichte bis knapp 2.950 Meter. Nach Einschätzung von Anton Harzer wären bei entsprechender Luftraumfreigabe sogar deutlich größere Höhen möglich gewesen.

Harzer und Pollex im schnellen Teamflug

Harzer war mit der HPH 304 S Shark 18 m unterwegs und nutzte die außergewöhnlichen Bedingungen für einen schnellen Jo-Jo-Flug über dem Schwarzwald. Über die schnellsten zwei Stunden erzielte er 111,69 Speed-Punkte bei einem Schnitt von 126,77 km/h. Insgesamt legte er trotz des späten Starts beeindruckende 528,39 Kilometer zurück.

Ebenfalls ein starkes Rennen lieferte Martin Pollex mit dem Ventus C 17,6 m ab. Im Teamflug mit Harzer erreichte er 113,76 Speed-Punkte und einen Schnitt von 125,71 km/h. Insgesamt standen am Ende 525,32 Kilometer auf dem Flugschreiber.

Reiner Haist weiterhin in Bestform

Einmal mehr zeigte auch Reiner Haist, dass mit ihm und seiner Kestrel 17 weiterhin zu rechnen ist. Mit 116,87 Speed-Punkten und einem Schnitt von 125,63 km/h gehörte er zu den schnellsten Freudenstädter Piloten. Haist zeigte sich beeindruckt davon, welche außergewöhnlichen Thermikbedingungen der Schwarzwald in dieser Saison immer wieder bietet.

Kaltfront beendet den zweiten Ligatag

Am zweiten Ligatag startete Christof Geißler mit der HPH 304 S Shark. Gerade noch rechtzeitig vor der heranziehenden Abschirmung einer Kaltfront gelang ihm ein wertvoller Bundesliga-Flug. Seine Strecke führte bis in die Gegend des Hotzenwaldes. Über die schnellsten zwei Stunden erzielte Geißler 103,42 Speed-Punkte bei 117,38 km/h. Insgesamt legte er noch 271,12 Kilometer zurück.

An diesem Tag waren die Piloten auf der Schwäbischen Alb im Vorteil, da die herannahende Wetterfront dort erst am Abend eintraf. Auch Timo Lehrke, der parallel am Klippeneck-Wettbewerb teilnahm, steuerte mit seinem Mini Nimbus eine weitere starke Leistung bei. Er erreichte 98,84 Speed-Punkte bei einem Schnitt von 103,84 km/h.

Erfahrung und Nachwuchs als Erfolgsrezept

Die bisherige Saison zeigt, wie wertvoll die Mischung aus erfahrenen Streckenflugpiloten und engagiertem Nachwuchs für die Fliegergruppe ist. Die jüngeren Piloten profitieren von den Tipps und der Erfahrung der langjährigen Thermikexperten und setzen dieses Wissen zunehmend erfolgreich auf ihren eigenen Streckenflügen um.

Ob sich die außergewöhnlichen Segelflugbedingungen des Jahres 2026 so schnell wiederholen werden, bleibt abzuwarten. Bei aller Freude über die vielen hervorragenden Flugtage sehen die Musbacher Piloten die anhaltende Trockenheit allerdings auch mit Sorge. Gegen einige Regentage hätte daher niemand etwas einzuwenden – sie müssten ja nicht unbedingt aufs Wochenende fallen.

Erfolgreicher Pilotennachwuchs bei der Fliegergruppe Freudenstadt

Neue UL-Piloten, Schleppberechtigung und erste Alleinflüge

Von Lothar Schwark

Zahlreiche Jugendliche beleben derzeit das Vereinsleben der Fliegergruppe Freudenstadt. Besonders erfreulich entwickelt sich die Ausbildung: Gleich mehrere Nachwuchspiloten haben wichtige Etappen auf dem Weg zum Segel- und Ultraleichtpiloten erfolgreich gemeistert.

Vom Segelflug zum Ultraleichtpiloten

Den Einstieg in die Fliegerei bildet bei der Fliegergruppe traditionell der Segelflug. Bereits im Alter von 14 Jahren können Jugendliche nach entsprechender Ausbildung erstmals allein mit einem Segelflugzeug abheben. Die Segelfluglizenz kann frühestens mit 16 Jahren erworben werden.

Nach dem Erwerb der Segelfluglizenz besteht für die jungen Pilotinnen und Piloten die Möglichkeit, ihre Ausbildung im Ultraleichtflug fortzusetzen. Für den Verein ist dies besonders wichtig, denn aus dem eigenen Nachwuchs können so die Schlepppiloten von morgen hervorgehen.

Unlängst absolvierten Marc Haizmann, Oskar Haug und Martin Pollex ihre praktische Prüfung zum Ultraleichtpiloten bei Esther Schmalz, Ausbildungsleiterin der Sparte Ultraleicht. Sie zeigte sich mit den Leistungen ihrer Prüflinge sehr zufrieden.

Anton Harzer legte seine praktische Prüfung bei Wolfgang Schmalz auf einer FK 9 ab.

Navigation und simulierte Motorausfälle

Neben den theoretischen Kenntnissen mussten die Prüflinge auch ihre praktischen fliegerischen Fähigkeiten und ihre Kenntnisse in der Navigation unter Beweis stellen.

Dazu gehörte unter anderem das Anfliegen von Pflichtmeldepunkten des Flughafens Stuttgart. Mit entsprechender Freigabe der Fluglotsen wurde dabei auch die Piste des Stuttgarter Flughafens überquert. Darüber hinaus mussten die angehenden UL-Piloten zeigen, dass sie auch auf besondere Situationen wie einen simulierten Motorausfall richtig reagieren können.

Esther und Wolfgang Schmalz zeigten sich mit den Leistungen ihrer Prüflinge sehr zufrieden. Damit steht der Erteilung der Ultraleichtfluglizenzen nichts mehr im Wege.

Mit Marven Gründler, Siheng Yang, Martin Busch, Maximilian Kappler und Nadine Weissert befinden sich bereits weitere Mitglieder der Fliegergruppe in der praktischen Ausbildung zum UL-Piloten.

Jakob Schick erwirbt UL-Schleppberechtigung

Einen weiteren wichtigen Schritt machte Jakob Schick aus Musbach. Er erwarb die Berechtigung, mit Ultraleichtflugzeugen Segelflugzeuge zu schleppen. Maßgeblich ausgebildet und begleitet wurde er dabei von Christof Geißler. Damit steht der Fliegergruppe ein weiterer junger Schlepppilot zur Verfügung – ein wichtiger Baustein für einen zuverlässigen Segelflugbetrieb in den kommenden Jahren.

Erste Alleinflüge mit der ASK 13

Auch in der Segelflugausbildung geht es mit großen Schritten voran. Artur Schmalz und Charlotte Barkholz absolvierten unlängst ihren ersten Alleinflug mit dem Schulflugzeug ASK 13. Nach erfolgreicher Landung durfte natürlich auch eine alte Segelfliegertradition nicht fehlen: Beiden wurde zur Erinnerung an diesen besonderen Moment ein Distelstrauch überreicht.

Weitere Flugschülerinnen und Flugschüler stehen bereits kurz vor ihrem ersten Alleinflug und fiebern diesem besonderen Erlebnis entgegen.

Über Arbeitsmangel können sich die Fluglehrer der Fliegergruppe Freudenstadt derzeit daher nicht beklagen. Gleichzeitig zeigt die große Zahl junger Pilotinnen und Piloten, dass sich der Verein um seinen fliegerischen Nachwuchs derzeit keine Sorgen machen muss.