Flugzeugtaufe und „Kirche fliegt“

Neue ASK 21 B trägt künftig den Namen „Dieter Hehl“

Von Lothar Schwark

Bereits zum vierten Mal richteten die evangelische Kirchengemeinde Grüntal und die Fliegergruppe Freudenstadt gemeinsam den Gottesdienst „Kirche fliegt“ auf dem Musbacher Fluggelände aus.

In seiner Predigt stellte Pfarrer Daniel Müller die Verbindung zwischen Störchen und der fürsorglichen Treue Gottes in den Mittelpunkt. „Störche sind Segelflieger“, erklärte der Pfarrer. Weil sie sich besonders fürsorglich um ihren Nachwuchs kümmern, seien sie bereits seit biblischen Zeiten ein Sinnbild für Gottes Freundlichkeit und Fürsorge. Den Pilotinnen und Piloten wünschte Müller stets günstige Aufwinde, Freude am Fliegen und das Vertrauen in die Kraft, die trägt.

Im Anschluss an den Gottesdienst nahmen sich die Mitglieder der Fliegergruppe Zeit, um insgesamt 32 Besucherinnen und Besuchern die Schönheit ihrer Heimat aus der Luft zu zeigen.

Neue ASK 21 B erhält ihren Namen

Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war die offizielle Namensgebung des neuen Schulungsdoppelsitzers ASK 21 B. Das Flugzeug trägt künftig den Namen „Dieter Hehl“.Mit einer großzügigen Spende hatte Dieter Hehl die Anschaffung des modernen Schulflugzeugs maßgeblich unterstützt. Sein Anliegen war es insbesondere, jungen Menschen den Einstieg in die Segelflugausbildung zu ermöglichen und damit die Zukunft des Vereins zu sichern.

Seit über 60 Jahren mit Musbach verbunden

Dieter Hehl erinnerte sich bei der Feierstunde an seinen ersten Schulungsstart am 1. Mai 1964 in Musbach. Damals konnte auf dem Fluggelände nur nach der Heu- und Öhmd-Ernte beziehungsweise während der Wachstumsruhe geflogen werden. Für Hehl, der bereits in jungen Jahren Halbwaise wurde, bedeutete das Fliegen weit mehr als nur ein Hobby. Bis heute erinnert er sich daran, wie ihn Vereinskameraden wie Karl Roman, Werner Haug, August Bruder, Hans Weber und viele weitere Mitglieder in schwierigen Lebensphasen unterstützten und begleiteten.

Beruflich führte ihn sein Weg später nach Stuttgart. Nach dem Erwerb des Motorflugscheins startete er regelmäßig vom Flughafen Stuttgart-Echterdingen zu seinen Flügen. Der Segelflug und die Fliegergruppe Freudenstadt blieben jedoch stets ein wichtiger Teil seines Lebens. Heute ist Dieter Hehl aufgrund einer neurologischen Erkrankung auf einen Rollstuhl angewiesen. Die enge Verbundenheit zum Verein und zum Flugsport ist jedoch ungebrochen.

Investition in die Zukunft

In seiner Ansprache würdigte Bürgermeister Wolfgang Fahrner sowohl die Vereinsarbeit als auch die Anschaffung des neuen Flugzeugs.

Die Stadt Freudenstadt habe die Beschaffung der ASK 21 B mit einem Zuschuss von 12.500 Euro unterstützt. Dieses Geld sei eine Investition in die Jugend, den Sport und das gesellschaftliche Miteinander in Freudenstadt.

Fahrner betonte, dass die Anschaffung eines modernen Segelflugzeugs keine Selbstverständlichkeit sei. Dahinter stünden jahrelange finanzielle Disziplin, die Unterstützung von Sponsoren sowie unzählige ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden.

Zugleich gratulierte er der Fliegergruppe zur jüngst erfolgten Zulassung des Musbacher Fluggeländes als Sonderlandeplatz. Sechs Jahre Genehmigungsverfahren mit Gutachten, Behörden und rechtlichen Anforderungen hätten einen langen Atem erfordert – einen langen Atem, wie man ihn sonst nur aus dem Segelflug kenne.

Dank an Dieter und Traude Hehl

Vorsitzender Axel Reich bedankte sich im Namen der Fliegergruppe herzlich bei Dieter Hehl und seiner Frau Traude für ihre großzügige Unterstützung. Mit der neuen ASK 21 B sei die Grundlage geschaffen worden, um die Ausbildung von Pilotinnen und Piloten auch in den kommenden Jahrzehnten auf hohem Niveau fortzuführen. Zugleich sprach Reich die Hoffnung aus, dass Dieter und Traude Hehl dem Verein weiterhin eng verbunden bleiben und jederzeit gern gesehene Gäste auf dem Musbacher Fluggelände sein werden.