WeGlide Runde 15 sowie OLC 2. Segelflugbundesliga und U25 – Runde 14

Schwarzwald wird zur schnellen Aufwind-Rennstrecke

Von Lothar Schwark

Freudenstadt-Musbach. Auch in WeGlide Runde 15 sowie Runde 14 der OLC-2.-Segelflugbundesliga gehörte die Fliegergruppe Freudenstadt erneut zu den stärksten Teams. Während der erste Ligatag nur mäßige Thermik bot, entwickelten sich am zweiten Wertungstag über Schwarzwald und Schwäbischer Alb hervorragende Flugbedingungen.

Das Renngeschehen konzentrierte sich überwiegend auf den Schwarzwald. Gleichzeitig fand der Wettbewerb auf dem Klippeneck statt, sodass zahlreiche Spitzenpiloten dieselben Wendepunkte im Süd- und Nordschwarzwald anflogen. Dadurch war erhöhte Aufmerksamkeit im Luftraum gefragt. Gleichzeitig erwiesen sich die kreisenden Segelflugzeuge als wertvolle Orientierungshilfe: Wer einen aufsteigenden Pulk rechtzeitig erkannte, konnte die Aufwinde optimal nutzen und seinen Streckenschnitt deutlich steigern.

Christof Geißler schnellster Freudenstädter

Den schnellsten Bundesliga-Flug aus Musbacher Sicht absolvierte Christof Geißler mit seiner HPH 304S Shark.

Der zweimalige Deutsche Meister der Doppelsitzerklasse nutzte seine große Erfahrung und ausgezeichnete Ortskenntnis, um die besten Aufwindlinien über Schwarzwald und Schwäbischer Alb zu finden. Über die schnellsten zwei Stunden erzielte er einen Bundesliga-Schnitt von 105,92 km/h beziehungsweise 93,32 Speed-Punkten. Insgesamt legte Geißler 451 Kilometer zurück.

Nachwuchs überzeugt

Als zweitschnellster Freudenstädter folgte Martin Pollex auf seinem Ventus C 17,6 m. Mit 333 Kilometern Gesamtstrecke erreichte er einen Bundesliga-Schnitt von 99,97 km/h und 90,47 Speed-Punkten. Pollex zählt zu den vielversprechenden Nachwuchspiloten der Fliegergruppe, von denen auch in den kommenden Jahren noch einiges zu erwarten sein dürfte.

Dass Erfahrung im Segelflug ebenso wichtig ist wie Jugend, bewies einmal mehr Reiner Haist. Mit seiner Kestrel 17 WL absolvierte er 338 Kilometer und erzielte einen Bundesliga-Schnitt von 90,38 km/h beziehungsweise 84,08 Speed-Punkten.

Beim parallel ausgetragenen Klippeneck-Wettbewerb sammelte Timo Lehrke auf seinem Mini Nimbus C ebenfalls wichtige Punkte. Er erreichte 319 Kilometer sowie 87,84 km/h und 83,46 Speed-Punkte.

Waldbrand entdeckt und gemeldet

Ein besonderes Erlebnis hatte Jakob Schick, der ebenfalls mit einem Mini Nimbus unterwegs war.

Während seines Streckenfluges über dem Schwarzwald entdeckte er einen Waldbrand und unterbrach seinen Flug, um den Brandherd zu lokalisieren. Anschließend übermittelte er die exakten Koordinaten an die Flugsicherung in Langen und unterstützte damit die schnelle Alarmierung der Einsatzkräfte.

Auch sportlich verlief das Wochenende erfolgreich: In der OLC-U25-Wertung übernahm die Fliegergruppe Freudenstadt dank der Flüge von Jakob Schick und Martin Pollex wieder die Tabellenführung.

Wertvolle Punkte auch bei WeGlide

Für die WeGlide-Wertung steuerte Christine Balz gemeinsam mit einem Passagier im Duo Discus WL einen Flug über 437 Kilometer bei und erzielte dabei einen Schnitt von 86 km/h. Joachim Treier absolvierte mit seinem Discus 2c 18 m 438 Kilometer bei einem Durchschnitt von 89 km/h. Weitere Wertungsflüge lieferten Marc Haizmann mit einer Pilatus B4 sowie Daniel Nehajcik auf einem Discus a.

Meistertitel bleibt in Reichweite

Auch in der WeGlide-Baden-Württemberg-Liga rückt die Fliegergruppe Freudenstadt immer näher an die Spitze heran. Mit 5.363 Punkten liegt das Team nur noch knapp hinter dem SFC Malmsheim, der derzeit 5.379 Punkte aufweist.

Ebenso vielversprechend entwickelt sich die Saison in der OLC-2.-Segelflugbundesliga. Die Musbacher Aufwindjäger behaupten weiterhin ihre Spitzenposition und dürfen mehr denn je vom Deutschen Meistertitel träumen.

Musbacher Segelflieger entdecken Waldbrand

Von Lothar Schwark

Baiersbronn/Freudenstadt-Musbach. Wie wichtig aufmerksame Beobachtungen aus der Luft sein können, zeigte sich am Sonntagnachmittag bei einem Waldbrand im Bereich der Fegefeuerhütte bei Baiersbronn. Entdeckt wurde der Brand von Segelfliegern der Fliegergruppe Freudenstadt, die den Rauch umgehend meldeten und damit zur schnellen Alarmierung der Einsatzkräfte beitrugen.

Während eines Schulungsfluges mit der vereinseigenen ASK 13 bemerkte Fluglehrer Martin Haug gemeinsam mit einer Flugschülerin die aufsteigende Rauchsäule. Haug informierte sofort den Flugbetriebsleiter Marven Gründler, der um 16:12 Uhr die Integrierte Leitstelle Freudenstadt verständigte. Flugbetriebsleiter werden auf solche Situationen vorbereitet und wissen, wie bei besonderen Vorkommnissen schnell und koordiniert gehandelt werden muss.

Rauch war weithin sichtbar

Auch Jakob Schick, der sich mit einem Mini Nimbus auf einem Streckenflug befand, entdeckte den Rauch. „Selbst von der Schwäbischen Alb aus war die Rauchsäule deutlich zu erkennen“, berichtet Schick.

Er beendete daraufhin seinen Streckenflug nach 255 Kilometern, um über Baiersbronn die genaue Lage des Brandherdes zu bestimmen. Mithilfe seines Bordcomputers konnte er die exakten Koordinaten ermitteln und an den Flugplatz Musbach sowie an die Flugsicherung in Langen übermitteln.

Von dort erhielt Schick die Information, dass an diesem Tag auch weitere Brände im Bereich Oppenau und Lahr gemeldet worden waren.

Nachdem die Feuerwehr den Brandort erreicht hatte, setzte Schick seinen Rückflug fort und landete sicher wieder auf dem Flugplatz Musbach.

Segelflieger unterstützen aus der Luft

Segelflugzeuge bieten aufgrund ihrer Flughöhe und der guten Rundumsicht häufig einen hervorragenden Überblick über größere Gebiete. Werden aus der Luft Brände, Unfälle oder andere Notlagen erkannt, können Piloten diese unmittelbar über Funk melden.

Hierfür wird der Dringlichkeitsruf „PAN PAN, PAN PAN, PAN PAN“ verwendet. Die Flugsicherung leitet die Informationen anschließend unverzüglich an die zuständigen Einsatz- und Rettungsleitstellen weiter. Der Vorfall zeigt eindrucksvoll, dass Segelflieger nicht nur den Luftraum nutzen, sondern durch ihre Aufmerksamkeit auch einen wertvollen Beitrag zur Sicherheit am Boden leisten können.