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Osterwochenende nur zum Gleitschirmfliegen geeignet

Paragliding Flugschule nutzt Ostermontags-Sonne

Am Osterwochenende war witterungsbedingt noch kein Segelfugbetrieb möglich. Der Platz war aufgrund der starken Regenfälle am Ostersonntag zu nass und matschig. Die Paragliding Flugschule aus Rottweil hat aber die Ostermontags-Sonne genutzt, um erste Schulungsflüge in der zarten Thermik zu unternehmen.

Nächstes Wochenende scheint es mit dem Wetter zu passen, so dass endlich nach langer Abstinenz das Segelfliegen wieder losgeht.

Text und Fotos: Thomas Haug

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Starker Nordostwind und Väterchen Frost ermöglichen Traumflüge im Schwarzwald

24.02.2018: Ostwelle im Schwarzwald und Odenwald

Eine Nordostlage mit starken Wellenaufwinden brachte Baden-Württembergs Segelflieger unvergessliche Eindrücke. Bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Km/h am Feldberg und der Hornisgrinde war die perfekte Mischung geboten, da die Luft ins Tal hinabstürzte und sich folgend in starken Wogen wieder aufschaukelte. Bei solchen Wetterlagen wurden rund um die Hornisgrinde bereits Höhen bis zu 7.600 Meter erreicht. Bedingt durch die Schneelage, war in Musbach an einen Start nicht zu denken. Mehrere Piloten der Fliegergruppe Freudenstadt nutzten jedoch das Gastrecht, um in Offenburg und Weinheim/Bergstraße abzuheben. Im Fokus stand das Einfliegen auf die neue Saison, wobei man unvergessliche Eindrücke erleben konnte. Martin Haug beruflich in Mainz beheimatet, startete mit seinem EigenstarterDG-400 in Weinheim/Bergstraße. Bei seinem 4:30 Stunden Flug legte er 267,75 km zurück. Es wäre viel länger gegangen, aber am Nachmittag stand der Geburtstag einer seiner Töchter an. Seine Eindrücke schilderte der Fluglehrer der FG Freudenstadt so:
4 Uhr klingelte der Wecker, 7 Uhr dann Eigenstart (juhu, Motor sprang an, trotz Kälte). Sonnenaufgang in der Luft erlebt. In der Königsstuhl-Welle mit Freigabe der Flugsicherung bis auf 3300m. Dank vorhandenen Transponder war der Controller sehr kooperativ und interessiert, was wir da in der Kälte in Herrgottsfrühe machen. In Gaggenau in rund 2000m angekommen. Sehr komfortabler Einstieg in die Murgtal-Welle, hoch bis Forbach, ging gut. Sprung zur Hornisgrinde, und weiter zum Schliffkopf, da ging`s am besten. Freigabe Wellenfenster bis auf FL 120. Dann war`s Zeit für mich umzukehren, es stand ja der Geburtstag meiner Tochter an. In Gaggenau auf 3500m gestiegen. Die Lotsin von Langen Radar hat mich dann zwischen den An-/Abfliegenden Jets von und nach Karlsruhe und Stuttgart durchgelassen. Ankunft am Odenwald ausreichend hoch, so dass der Anschluss an die Welle kein Problem war. Turbulente Rotoren gab`s beim Abstieg. Wind im unteren Sektor sehr stark, teilweise bin ich rückwärts geflogen.

Joachim Treier hob in Offenburg zweimal mit wechselnden Copiloten im Duo Discus XL ab. Er berichtet:
Flugzeug- Schlepp waren extrem holprig. Schliffkopf gelingt Einstieg in die Welle in ca. 1700m. Im Geradeausflug an der Schwarzwaldhochstraße rüber zur Hornisgrinde. Dort auf ca. 3000 Meter gestiegen.
Abflug nach Süden Brandenkopf, Elztal, Simonswäldertal, übers Dreisamtal an den Feldberg. Teilweise noch in Wolken. Feldberg leider nichts brauchbares, Steigen gefunden dann über den Schauinsland und Freiburg ins Elztal und zurück ins Simonswäldertal. Über den Brandenkopf zu tief im Renchtal angekommen. Zurück nach Offenburg zum Copiloten wechseln. Copilot Timo Hildenbrand stieg aus, Martin Kiefer stieg zu. Extremer Schlepp durch die Rotorwalzen im Renchtal bei Oppenau. In der laminaren Strömung unter raus mit über 6m/s Steigen. Dann gleiche Strecke wie beim ersten Flug. Vom Feldberg direkt wieder zurück ins Simonswäldertal.
Seine Eindrücke brachte Treier auf den Punkt – Schöner zuverlässiger und spannender Tag mit Traumsicht und entspannenden Momenten. Segelfliegen ist einfach wunderschön. In Weinheim/Bergstraße feierten die Piloten dagegen Flüge bis zu 800 Km um mehreren Wenden. Einige Piloten waren zum Teil bis zu 10 Stunden im engen Cockpit unterwegs.
Matthias Arnold der mit dem Discus 2 stolze 776,2 km flog. Schilderte den Traum Tag so: Eine große Gruppe (ca. 15) voller motivierter Piloten setzten sich gerne bis zu 11 Stunden der eisigen Februarkälte aus. Wenn das Wind-Feld noch etwas weiter nach Süden gereicht hätte, wären 900 km drin gewesen und das im Hochwinter, so Arnold.

Von Lothar Schwark

Bilder Martin Haug und Joachim Treier