Weitere Alleinflüge im August 2021

Jakob Schick und Martin Pollex fliegen frei

Von Lothar Schwark

Obwohl das diesjährige Flugwetter  oft zu wünschen übrig lässt, läuft es im Ausbildungsbetrieb der Fliegergruppe Freudenstadt rund. Unlängst konnte der Vorsitzende der FG Freudenstadt Axel Reich wiederum  zwei Jugendlichen zum  ersten Alleinflug gratulieren. Nach jeweils drei sauberen Platzrunden, dürfen sich Jakob Schick (14 Jahre) und Martin Pollex (15 Jahre) nun voller Stolz das A-Abzeichen mit weißer Möwe auf blauen Grund anheften. Schick ist ein original Musbacher Kind. Schon als Kind schaute er immer wieder auf dem Musbacher Flugfeld vorbei. Die Faszination des Fliegens ließ ihn nicht mehr los. Mit seinen ersten Alleinflügen erfüllte er sich nun seinen  Traum vom Fliegen.  Pollex, der in Loßburg wohnhaft ist, zog das Musbacher Flugfeld ebenso magisch an. Mit ihren  ersten Alleinflügen haben beide Jugendliche die erste Hürde zum Luftfahrerschein PPL-C (Segelflug) geschafft.

Unter Aufsicht der diensthabenden Fluglehrer können sie nun Alleinflüge im Umkreis von Musbach absolvieren. Neben dem Schulungsflugzeug ASK-13 wartet auf die kommende Scheinpiloten auch der schicke Duo Discus des Vereins mit 20 Meter Spannweite. Auf diesem Hochleistungssegelflugzeug werden die Flugschüler in Begleitung eines Fluglehrers in die Kunst des Überlandfliegen eingewiesen. Denn nach dem Absolvieren eines ersten Theorieblocks und Ablegen des Funksprechzeugnis steht ein Überlandflug von mindestens 50 km an.  Ebenso werden Starts und Landungen auf fremden Flugplätzen durchgeführt. Wenn alle  Bedingungen zum PPL -C erfüllt sind, kann der Flugschein ab  dem 16 Lebensjahr erworben werden.

Wichtig ist die Disziplin beim Fliegen. Ebenso  das Vertrauensverhältnis zwischen dem Fluglehrer und Flugschüler. Alle Beteiligten wissen zu genau, einmal in der Luft hilft kein Bremsen mehr. So werden Gefahrensituationen, wie zum Beispiel  ein Seilriss an der Winde, oder Landungen aus ungewohnter Position immer wieder mit den Fluglehrern geübt. Nach rund 70-80 Schulstarts heben die Flugschüler meist erstmals  alleine ab. Für die Beteiligten immer wieder ein erhebendes Gefühl, wenn sich das Windenseil straft, und man erstmals ohne Fluglehrer abhebt. Befreit vom Seil, genießt man  die Stille und weiche  Steuerdrücke. Dann erfasst viele Piloten ein echtes Glücksgefühl. Sie spüren es deutlich;  ich bin allein unterwegs. Nochmals steigt der Puls etwas  an, wenn es heißt sanft neben dem Landekreuz aufzusetzen.

Runde 15 der 2. Segelflugbundesliga 2021

Sprung auf Gesamtplatz 14 geschafft

Von Lothar Schwark

Mit Rundenplatz 8 und 211,79 Speed schloss die Fliegergruppe Freudenstadt die Finalrunde 15 der 2. Segelflugbundesliga ab. In der Endwertung verbesserten sich die Musbacher Aufwindjäger noch auf Gesamtrang 14 der 30 teilnehmenden Vereine. Angesichts von vier wetterbedingten Nullrunden ist das  für die Freudenstädter Piloten noch ein akzeptables Ergebnis. 10 Freudenstädter Piloten platzierten   sich  zumindest einmal unter  den drei schnellsten Vereinspiloten einer Runde. Fünfmal flog sich  Martin Haug in die Wertung. Weiter Michael Buchthal (4 x), Joachim Treier (3x), Christof Geißler (4x) Timo Lehrke (1x), Clemens Schmiederer (1x), Wolfgang Haug (3x), Constantin Wiegert (3x), Reiner Haist (1x), Frank Popp (3x).

Gegenüber den Vorjahren zeigte sich der Schwarzwald  nicht von seiner Thermik -Schokoladenseite. Oft  war man über dem hohen Relief in niederen Sphären unterwegs.  Immer wieder war auch der Sprung zur ansonsten Aufwind-starken Schwäbischen Alb schwierig. Eindeutig die besten Bedingungen verzeichneten in diesem Jahr die Vereine im Nordosten Deutschlands . Nochmals ließ Christof Geißler die Finalrunde  Revue passieren. „ Um 11.00 Uhr waren wir startbereit, schildert der zweifache  Deutsche Meister der Doppelsitzerklasse“. Bedingt durch die Warmluft setzte die Thermik erst gegen 12.40 Uhr ein. Mühsam konnte man sich oben halten. Vorsichtig tastete sich Geißler mit der HPH 304 S Shark in Richtung Engelbrand bei Pforzheim voran. Glücklicherweise stieg die Thermik  über dem Nordschwarzwald auf 2.000 Meter NN an. Schwierig wurde  es Richtung Süden. Nachdem der mittlere Schwarzwald wenig Anzeichen für Thermik sendete, entschied sich Geißler über Sulz-Haigerloch zur Alb zu wechseln. Derweil kämpfte Constantin Wiegert mit Christoph Schweiger mit dem Duo Discus südlich von Schramberg ums pure oben bleiben.  Nur knapp entging er der Außenlandung. Kurz vor dem Donautal musste Geißler wenden, um an der Kante des Klippeneck anstrengend wieder Höhe zu gewinnen. Wiegert flog noch ein bisschen die Alb kante ab. Mit viel Geduld schaffte er es  nach Musbach zurück. Bojen waren die Flugplätze Eutingen und Haiterbach, die Wiegert zum Glück nicht nutzen musste. Geißler hatte der Kampf ums oben bleiben viel Kraft und Konzentration gekostet, angesichts der unzuverlässigen Thermik zog er eine sichere Landung in Musbach vor. Sein Ligaschnitt betrug 63,78 Punkte/72,39 km/h bei gesamt 259 km . Wiegert flog 77,23 Punkte/83,6 km/h heraus.

Von der Hahnweide bei Kirchheim/Teck gestartet flog Michael Buchthal beim BWLV Streckenfluglager über der Alb mit seinem Discus 2a 70,77 Punkte/75,02 km/h heraus. Ebenso einen Ligaflug schaffte Frank Popp auf  DG 800S und 43,15 Punkte/47,36 km/h. Die einfließende Warmluft hatte auch dem erfahrenen Streckenfuchs ausgebremst.