Kaltluft ermöglichte erste raumgreifende Flüge

Starker Saisonauftakt für Marven Gründler

Von Lothar Schwark

Die ersten größeren Streckenflüge der Saison 2026 sind absolviert: Dank polarer Kaltluft konnten die Piloten der Fliegergruppe Freudenstadt bereits Anfang April beachtliche Distanzen zurücklegen. Mit einem Flug über 647 Kilometer gelang Marven Gründler am 2. April 2026 ein eindrucksvoller Saisonstart. Gemeinsam mit Copilot Felix Hetzel erreichte er in der weltweiten WeGlide-Tageswertung unter 499 Teilnehmern einen hervorragenden 12. Platz.

Gestartet wurde mit einem Nimbus 4DM vom Flugplatz Winzeln-Schramberg, da die Startbahn in Musbach für den Doppelsitzer mit seiner Spannweite von 26,4 Metern noch zu weich war. Die Bedingungen in der polaren Kaltluft sorgten für kräftige Aufwinde. Nach einem ersten Schlenker in Richtung Nagold führte die Strecke in den Südschwarzwald. Während die Thermik zu Beginn noch schwach war, entwickelte sie sich im weiteren Verlauf deutlich besser. Über den Schwarzwald hinweg – bis zur Wende hinter der Schluchseemauer – herrschten zunehmend gute Bedingungen.

Anspruchsvoller Rückflug

Starke Aufwinde ermöglichten einen schnellen Schnitt bis zur östlichen Wende bei Oettingen in Bayern. Spannend wurde es auf dem Rückflug bei Reiselfingen: Dort mussten sich die Piloten aus niedriger Höhe mühsam wieder nach oben arbeiten. Danach verlief der Rückflug nach Winzeln-Schramberg problemlos. Der rund siebeneinhalbstündige Flug verlangte den Piloten auch körperlich einiges ab – insbesondere die Kälte im Cockpit war deutlich spürbar. Dennoch fiel das Fazit durchweg positiv aus.

Weitere erfolgreiche Flüge

Auch Jakob Schick startete von Musbach aus mit einem Mini Nimbus in die Saison. Nach einem gelungenen Start absolvierte er einen 358-Kilometer-Jo-Jo-Flug und landete am späten Nachmittag wieder sicher auf seinem Heimatflugplatz. In der WeGlide-Tageswertung bedeutete dies Platz 102 von 499 Teilnehmern. Frank Popp erreichte mit einer DG 800 S (18 Meter Spannweite) eine Strecke von 360 Kilometern und belegte damit Platz 95. Für beide Piloten war dies ein gelungener Saisonauftakt von Musbach aus.

Bereits am 8. März 2026 hatte Reiner Haist mit einem Kestrel 17 einen ersten Schwarzwaldflug über 261 Kilometer absolviert und damit Platz 85 von 410 Teilnehmern in der Tageswertung erreicht. Am 29. März 2026 waren Marven Gründler und Timo Lehrke mit dem vereinseigenen Duo Discus unterwegs. Ihr Flug führte über 351 Kilometer mit einem Schnitt von 78 km/h. Auch hier bot die Thermik über dem teils noch verschneiten Schwarzwald gute Bedingungen – der Ausblick aus dem Cockpit erinnerte dabei eher an Winter als an den beginnenden Frühling. Unter 797 Teilnehmern erreichten sie Platz 135. Am selben Tag flog Jakob Schick vom Flugplatz Winzeln-Schramberg aus weitere 224 Kilometer (WeGlide-Tagesplatz 311 von 797 Teilnehmern).

Nachwuchs zeigt gute Ansätze

Dass auch die neuen Lizenzinhaber bereits aktiv sind, zeigten Marc Haizmann und Hannes Deuble. Mit dem Leichtmotorsegler Piccolo erzielten sie erste Streckenflüge zwischen 57 und 106 Kilometern – ein vielversprechender Einstieg in den Streckensegelflug.

Saisonbeginn in Musbach

Seit dem 11. April 2026 läuft nun auch in Musbach offiziell die Flugsaison. Wenn die Wetterbedingungen mitspielen, sind bereits im April anspruchsvolle und weiträumige Überlandflüge möglich.

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Sportkreisehrung für Karl Pfau

Silberne Ehrennadel des WLSB für langjähriges Engagement

Von Lothar Schwark

Eine besondere Auszeichnung erhielt Karl Pfau im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Fliegergruppe Freudenstadt: Für sein langjähriges und herausragendes Engagement wurde ihm die Silberne Ehrennadel des Württembergischen Landessportbundes (WLSB) verliehen.

Nach 22 Jahren ununterbrochener Tätigkeit als zweiter Vorsitzender übergab Pfau sein Amt in jüngere Hände. Als „gute Seele des Vereins“ hat er die Fliegergruppe Freudenstadt über viele Jahre hinweg maßgeblich geprägt. Diese Verdienste blieben auch dem Sportkreis Freudenstadt nicht verborgen: Vizepräsident Uwe Beyer ließ es sich nicht nehmen, die Ehrung persönlich vorzunehmen.

Engagement weit über das Übliche hinaus

In seiner Laudatio würdigte Beyer insbesondere Pfaus außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement. Er sei stets ein ausgleichender und verlässlicher Faktor im Verein gewesen. Pfau engagierte sich nicht nur organisatorisch, sondern auch aktiv im Flugbetrieb. Als Schlepppilot war er – oft auch unter der Woche – regelmäßig im Einsatz, um Vereinsmitglieder und Gastpiloten mit Motorflugzeug oder Ultraleichtflugzeug in die Luft zu bringen. Damit ermöglichte er vielen Piloten erst die Grundlage für erfolgreiche und punktreiche Flüge. Auch die Betreuung von Gästen am Flugplatz lag ihm besonders am Herzen – sowohl am Boden als auch in der Luft. Zahlreiche Fluggäste konnten mit ihm eindrucksvolle Rundflüge über den Schwarzwald erleben.

Technisches Geschick und Organisationstalent

Neben seiner fliegerischen Tätigkeit brachte Pfau auch sein handwerkliches Können in den Verein ein. Als Elektromeister kümmerte er sich um zahlreiche technische Herausforderungen und sorgte dafür, dass die Infrastruktur des Vereins reibungslos funktionierte. Zudem organisierte er während seiner Amtszeit zahlreiche Vereinsveranstaltungen – insbesondere im Bereich Catering und Infrastruktur – und trug damit wesentlich zum aktiven Vereinsleben bei.

Auch überregional ist Pfau ein geschätzter Pilot: So ist er regelmäßig bei den Flugtagen in Kehl-Sundheim im Einsatz. Unvergessen bleibt für ihn ein besonderer Flug, bei dem er eine historische Minimoa – ein Segelflugzeug aus den 1930er-Jahren – von Kehl-Sundheim zur Hahnweide bei Kirchheim unter Teck schleppte.

Blick in die Zukunft

Ganz auf das Fliegen verzichten wird Karl Pfau auch künftig nicht. Allerdings möchte er sich künftig stärker seiner Familie sowie seinem Amt als Ortsvorsteher von Schömberg (Loßburg) widmen.

Bedeutung des Ehrenamts

In seiner Ansprache hob Uwe Beyer zudem die große Bedeutung des Ehrenamts hervor. Die Fliegergruppe Freudenstadt sei ein herausragendes Beispiel für funktionierende Vereinsarbeit. In den vergangenen Jahren habe der Verein zahlreiche bedeutende Veranstaltungen ausgerichtet – darunter Weltmeisterschaften, Junioren-Weltmeisterschaften, Landesmeisterschaften sowie Qualifikationswettbewerbe zur Grand-Prix-Serie. Auch die Durchführung des Deutschen Segelflugtages zeuge von hoher Professionalität und starkem Zusammenhalt im Verein. Dadurch habe sich der Flugplatz Musbach weit über die Region hinaus einen Namen gemacht.

Besonders hob Beyer die Jugendarbeit hervor: Bereits ab 14 Jahren können Jugendliche mit dem Segelfliegen beginnen. Oft sei zu hören:
„Papa, bringst du mich zum Segelflugplatz – fliegen kann ich dann schon alleine.“

Abschließend betonte Beyer: Ohne das ehrenamtliche Engagement wäre der Vereinssport – egal in welcher Disziplin – weder heute noch in Zukunft möglich.