Siegerpodest auf Klippeneck-Wettbewerb nur knapp verpasst

Von Lothar Schwark

Mit Gesamtplatz 4 schrammte Timo Lehrke von der Fliegergruppe Freudenstadt beim zwischenzeitlich 51. Klippeneckwettbewerb knapp am Siegerpodest vorbei. Die Leistungen des 26 jährigen konnten sich sehen lassen. Bei starker Konkurrenz erflog er in der 15-Meter Klasse, mit dem Vereins Discus 2b zwei Tagessiege, sowie einmal Tagesplatz 3. Die insgesamt 99 Piloten in fünf Flugzeugklassen, bewältigten Flugstrecken bis zu 520 km. Bedingt durch die Wetterlage waren die Teilnehmer mehrmals über der Freudenstädter Region und dem Nordschwarzwald unterwegs. In der 15 Meter Klasse flogen 13 Teilnehmer/innen mit. Nachdem die ersten zwei möglichen Flugtage neutralisiert wurden, konnten sich die Aufwindjäger bei sechs aneinander folgenden Flugtagen satt fliegen.

Nerven waren teilweise gefragt, denn immer wieder musste man bei mäßiger Wolkenbasis tief herabfliegen, um wieder einen Aufwind zu finden. So berichtete Lehrke, dass sich ein Pulk aus einer anderen Klasse, mit mehreren Flugzeugen gerade noch in 200 Meter über Grund bei Simmersfeld in einem Aufwind vor dem Absaufen (Fachsprache für Außenlandung) retten konnte. Es zeichnet das können der Piloten aus, dass es bei diesem Wettbewerb nur sehr wenige Außenlandungen gab. Wertungsflug eins führte Lehrke zum Freudenstädter Marktplatz und zurück nach Albstadt (Distanz 192 km). Lehrke flog etwas zu spät ab und erzielte mit 95,60 km/h den 7. Tagesplatz. Gut im Rennen lag der Musbacher Pilot an Flugtag zwei. Mit 92,41 km/h über 318 km erflog Lehrke den Tagessieg und 1000 Punkte. Neben Bonndorf /Schwarzwald war die Nagoldtalsperre eine Wende, bevor es nach Balingen und Merklingen ging.. Wertungsflug drei führte zum Kirnbergsee und nach Oberreichenbach. Lehrke entschied sich für einen frühen Abflug. Anfangs lief es sehr gut bis zum Flugplatz Winzeln-Schramberg. Ab dort wurde es in Richtung Musbach immer schwieriger. Mit Mühe und Not konnte sich der Discus 2b Pilot dort gerade noch vor der Landung retten. In nur 500 Meter über Grund hangelte sich Lehrke Richtung Haiterbacher Flugplatz. Dort fand er endlich wieder einen zwei Meter Aufwind, der ihn zumindest für einen weiteren Teilbereich von seinen Aufwindsorgen befreite. So sprang mit 82,32 km/h über 197 km nur Tagesplatz 11 heraus. Tagessieger Christoph S. Ackermann war deutlich später erst gegen 16.00 Uhr abgeflogen. Er erreichte im aufblühenden Wetter 99,57/km/h.

Flugtag vier erreichte Lehrke über 490 km auf der Schwäbischen Alb Tagesplatz 10 mit 101,72 km/h . Leider ließen ihn im Anflug die Aufwinde im Stich, so dass er zu tief in den Zielkreis einflog. Das brachte durch Strafpunkte einen weiteren Dämpfer. Flugtag fünf brachte mit einer 1:30 Stunden Area Task die bis zur Nagoldtalsperre ausgedehnt war Tagesplatz 3 mit 112,91 km/h über 169,36 Km. Sein Können spielte Lehrke dann am letzten Flugtag mit einem weiteren Tagessieg aus. Zu bewältigen waren die Wenden Alpirsbach/Kloster- Ermingen bei Ulm und der Turm des Fürstenbergs. Das Wetter hatte es in sich. Auf der Alb drohte fast dem ganzen Feld die Außenlandung. Lehrke bastelte sich aus 250 Meter wieder heraus und war über seinen Tagessieg mit 69,20 km/h über 285 km glücklich.

Nun macht sich Lehrke mit seinem Vereinskamerad Constantin Wiegert mit dem Verein Duo Discus nach Brandenburg in Brandenburg auf, um dort die kommenden zwei Wochen die großen Weiten von Brandenburg zu erkunden.

Ergebnis 51. Klippeneckwettbewerb 15-Meter Klasse. 1. Dirk Ströbl FLG Blaubeuren LS 8 – 4278 Punkte. 2. Philipp Soell FLG Blaubeuren Discus 2b 4190. 3. Wouter van Essen FSV Nürtingen LS 8neo 3982. 4. Timo Lehrke FG Freudenstadt Discus 2b 3910.

Bilder Lothar Schwark

2 Segelflugbundesliga Runde 14+15

Kurze Wetterfenster bremsen Musbachs Aufwindjäger aus

Von Lothar Schwark

Auf zwei mäßige Runden blicken die Aufwindjäger der Fliegergruppe Freudenstadt zurück. Das lag aber nicht am Können der Piloten, sondern einmal mehr am ungleich verteilten Wetter über Deutschland. Profitiert hat dabei die nördliche und östliche Region, während die Piloten südlich der Mainlinie immer wieder von Ausbreitungen und Gewittern ausgebremst wurden. Einzig in Runde 14 konnten die Musbacher Piloten zumindest einen Trostpunkt herausfliegen. Den Anfang machte Christof Geißler mit seinem Co. Heinz Graf am ersten Tag (Samstag). Der Flugbericht von Geißler liest sich spannend. Er berichtete: Fliegen am Samstag war schön, nur die Thermik hat sich zeitweise angefühlt wie in der Waschküche. Zuerst mussten wir uns anstrengen dass wir im Bereich Freudenstadt , Bengelbruck und Musbach oben bleiben konnten.
Dann sind wir mit dem Duo Discus vorsichtig nach Norden geflogen und durch die Waschküche geschüttelt worden. Denn der Wind blies aus 260 Grad mit 40km/h in unserer Flughöhe. Immer wieder mussten wir gegen den Wind vor fliegen. Ohne richtigen Aufwind wurden wir weit nach Osten versetzt.
Im Auge dabei immer die Außenlandewiesen bei Baiersbronn. Als letzter Rettungsanker im Murgtal gibt es noch eine Landewiese in Schwarzenberg, oberhalb vom Schwimmbad Schönmünzach. Talabwärts gibt es dann erst bei Gaggenau wieder Landemöglichkeiten.
So machte sich das Duo Discus Team nach Süden bis zum Aufzugsturm Rottweil auf den Weg. Dort wurde die Thermik plötzlich viel besser und ruhiger; bevor man zurück im Norden von der Waschküche mit Turbulenz empfangen wurde. Die vier Stunden waren weitgehend ein Kampf mit den Luftelementen. Tags darauf sprintete Timo Lehrke mit dem Discus 2b über dem Schwarzwald und Teilen der Alb 84,03 Punkte/89,07 km/h heraus. Tilman Fuchs erflog über der selben Region mit einem Discus 2/18m 60,12 Punkte/66,43 km/h.

In Runde 15 gab es am ersten Tag (Samstag) ein Wetterfenster. Das nutzten die Musbacher Piloten aufgrund einer Unwetterwarnung nicht, da das Risiko zu groß war in großflächige Schauer mit Hagel oder Windböen zu kommen. Tags darauf machte Nieselregen jede Hoffnung zunichte.

Timo Lehrke fliegt nun den Klippeneckwettbewerb bei Spaichingen mit. Doch auch dort mussten die ersten zwei Tage neutralisiert werden. Wenn das Wetter passt dürfte der Musbacher Pilot in der 15.Meter Klasse gut mitmischen. Christof Geißler hat sich dagegen nach Szeged/Ungarn aufgemacht, wo er 14 Tage das Amt des Chef Steward bei der Junioren-WM im Segelflug ausübt.

Ergebnisse Runde 14 der 2. Segelflugbundesliga .1.LSC Bad Homburg (HE) 328,38 Speed/20 Punkte. 2. AC Schweinfurt (BY) 324,30/19.3. AC Bad Nauheim (HE) 319,84/18. 20. FG Freudenstadt (BW)203,93/1.

Ergebnisse Runde 15 der 2. Segelflugbundesliga. 1. Aero Team Klix (SN) 354,03 Speed/20 Punkte.2. FG Oerlinghausen (NW) 341,95/19.3. AC Schweinfurt (BY) 335,65/18. FG Freudenstadt Null Punkte(keine Wertung)

Laufende Gesamtwertung nach Runde 15. 1. AC Bad Nauheim (HE) 200 Punkte 2. Aero-Club Ansbach (BY) 192 Punkte.3.FG Oerlinghausen (BW) 187. 19. FG Freudenstadt (BW) 83.