Abschlussbericht Runde 13 der 2. Segelflugbundesliga 2020

FG Freudenstadt erreicht Tabellenplatz 15

Von Lothar Schwark

„Am Ende haben wir uns in dieser Saison für unsere Verhältnisse gut geschlagen und können uns mit dem Mittelfeld zufrieden geben“. Dieses Resümee zog Martin Haug von der Fliegergruppe Freudenstadt zum Abschluss der diesjährigen, durch Corona, verkürzten 2. Segelflugbundesliga. In Schlussrunde 13 flog Haug nochmals drei Punkte für die Fliegergruppe heraus. Dabei hob er im Rheinhessischen Oppenheim ab. Bei zufriedenstellenden Aufwindbedingungen sprangen über dem Rheintal zwischen Odenwald und Pfälzer Wald in 2:27 Minuten 75,23 Punkte/80,51 km/h heraus. Der erste Aufwind brachte 3 Meter/Sek, der Wind war mit 35 km/h aus Südwest aber sehr kräftig. „Nicht jeder Aufwind war gut zu erwischen und dazu ruppig. „Die ersten 50 km waren gegen den Wind eher mühsam“ berichtet Haug, der 2020 sieben Mal zu den drei schnellsten Aufwindjägern in den zurückliegenden Runden wurde. Sechsmal war Michael Buchthal unter den besten drei Piloten dabei. Er erflog in Runde 8 mit 126,2 km/h in 2:30 Stunden den schnellsten Schnitt der in Musbach beheimateten Aufwindexperten. In Runde 7 brachte es Christof Geißler auf 124, 2 km/h. Er platzierte sich drei Mal in den Ligarunden. Als zuverlässiger Punktelieferant war Timo Lehrke sechs Mal unter den drei schnellsten Freudenstädter Ligapiloten zu finden. Weiter platzierten sich: Constantin Wiegert (3), Tilman Fuchs (2), Frank Popp (2), Joachim Treier (1), Axel Reich (1). Mit Rundenplatz 4 erflog man in Runde 8 die beste Platzierung. Fünfmal landete man unter den Top Ten. Als schlechteste Tagesplatzierung wurde in Runde 11 Platz 26 verzeichnet.

Vom Wetter wurde man in Musbach nicht immer verwöhnt. Selbst wenn man gut dabei war, gab es in Deutschland immer wieder einen besseren Thermikstreifen. Einmal mehr lieferten die Heidelandschaften im Nordosten sehr gute Aufwinde, die oft in Wolkenstraßen ausgeprägt waren. Darunter konnten die dortigen Teilnehmer lange Gleitstrecken im Geradeausflug mit hoher Geschwindigkeit absolvieren. Außerordentlich gut waren in diesem Jahr auch der Thüringer Wald. Gegenüber sonstigen Jahren gab es bedingt durch Corona in diesem Jahr nur 13 der ansonsten geplanten 19 Runden.

Nun hoffen die Musbacher Aufwindjäger, das man im nächsten Jahr wieder zum alten Liga Modus zurückkehrt. Froh ist man die 2. Liga gehalten zu haben. Denn in der Landesliga gibt es 463 Vereine, von denen die besten sieben in die 2. Segelflugbundesliga aufsteigen werden.

Runde 13 der 2. Segelflugbundesliga.1. LSC Bad Homburg (HE) 362,87 Speed/20 Punkte. 2. FLG Blaubeuren (BW) 336,96 Speed/19 Punkte. 3.LSG Fallersleben (NI) 319,70 Speed/18 Punkte. 18. FG Freudenstadt (BW) 75,23 Speed/3 Punkte.

Endgültige Gesamtwertung 2. Segelflugbundesliga nach 13. Runden. 1. FLG Blaubeuren (BW) 173 Punkte. 2. LSV Hofgeismar (HE) 169 Punkte. 3. SFV Bad Wörishofen (BY) 144 Punkte. 15. FG Freudenstadt (BW) 95 Punkte.

Lautlos über die Gipfel der Alpen schweben

Blanke Felsen, schmale Grate, Scheefelder und Gletscher: Zwei Piloten der Fliegergruppe Freudenstadt erlebten bei einem zweitägigen Wandersegelflug die ganze Schönheit der Alpen.

von Lothar Schwark

Joachim Treier und Tobias Abraham brachten von ihrem ausßergewöhnlichen Segelflug unvergessliche Eindrücke mit. Um sich stundenlange Überlandfahrten mit dem Flugzeuganhänger zu einem Alpenflugplatz zu ersparen, entschlossen sich die Piloten, ihre Segler von Musbach aus mit dem Ultraleichtflugzeug „Dynamik“ zum Alpenrand schleppen zu lassen. Von der Idee war auch Schlepppilot Axel Reich begeistert.

Nach einer ausgiebigen Flugvorbereitung hob der Schleppzug kürzlich von der Musbacher Piste ab. Flott ging es mit etwa 140 bis 150 Kilometern pro Stunde der Alpenwelt entgegen. Vorbei am Plettenberg auf der Schwäbischen Alb überflogen die Flugzeuge Oberschwaben. In Flugrichtung rechts glänzte das Wasser des Bodensees. Es nahten bald die Allgäuer Alpen. Oberstdorf und der 2230 Meter hohe Hohe Ifen im Kleinen Walsertal wurden überflogen. Südlich von Oberstdorf war dann die Thermik deutlich zu spüren. Joachim Treier klinkte sein Flugzeug aus.

Im hinteren Sitz des Duo Discus konnte Tobias Abraham die Oberstdorfer Skiflugschanze und zahlreiche Alpengipfel erkennen. Axel Reich flog wieder nach Musbach zurück. Mit 60 Litern Wasser in den Flügeln lag der Duo Discus mit 20 Meter Spannweite satt in der Luft. Die anfangs noch schwache Thermik wurde zunehmend besser. Über Ischgl ging es weiter nach St. Moritz. Das Pilotenduo flog am Piz Bernina vorbei über die Silvaplana und den Lago di Lei zum Wendepunkt Piz Terri auf der Grenze der Kantone Graubünden und Tessin.

Die Aufwinde wurden stärker. Auf dem Rückweg ging es bis auf 4150 Meter hinauf. Vorbei am Lago di Livigno wurde der Reschenpass erreicht. Bei absinkender Wolkenbasis erfolgte ein Gleitflug von eineinhalb Stunden, vorbei an der Zugspitze über Garmisch-Partenkirchen zum Flugplatz Ohlstadt-Pömelsriet.

Insgesamt 622 Kilometer hatten die Piloten der Fliegergruppe Freudenstadt an diesem Tag erflogen. Freundlich wurde das Pilotengespann empfangen. Geschlafen wurde jedoch nicht im Vereinsheim. Treier und Abraham zogen die Nachtruhe unter dem Flügel ihres Duo Discus vor, um den freien Blick zur Zugspitze zu genießen. Am Tag darauf starteten die Flieger in Ohlstadt zu einem weiteren Alpenflug. In 1500 Metern Höhe löste sich der Segler vom Schleppseil. Es folgte ein Flug über den Achensee. Vorbei an Zell am See, ging es zum Hochkönig. Wegen aufkommender Regenschauer drehten die Piloten kurz vor dem Dachstein um.

Der Rückweg gestaltete sich etwas schwieriger, da sich die Thermik auflöste. Garmisch- Partenkirchen wurde jedoch erreicht. Tobias Abraham forderte Axel Reich zum Rückschlepp nach Freudenstadt an. Die Wartezeit nutzte man nach absolvierten 430 Flugkilometern zum Hangsegelflug am Olstadter Hausberg. Doch der Wunsch, die Zugspitze zu überfliegen, blieb unerfüllt, da sich der Gipfel in Wolken hüllte. Pünktlich um 19 Uhr erfolgte von Ohlstadt aus der Rückschlepp nach Musbach. Kurz nach Sonnenuntergang um 21 Uhr setzte der Duo Discus in Musbach auf. Danach blieb die Besatzung erst einmal sitzen, um die großartigen Eindrücke der zwei Tage Revue passieren zu lassen. Ein Dank ging an Axel Reich, der mit seinem Einsatz das fliegerische Abenteuer ermöglicht hatte.

Bilder: Joachim Treier, Tobias Abraham