Runde 11 der 2. Segelflugbundesliga FG FDS 2022

Musbachs Aufwindjäger bleiben am Ball

Von Lothar Schwark

Blau – und Wolkenthermik, aber teils auch böiger  Wind waren der Wettermix in Runde 11 der 2. Segelflugbundesliga. Für die Aufwindjäger der Fliegergruppe Freudenstadt sprang mit 263,93 Teamspeed  Rundenplatz 13 der  30 Startberechtigten Vereinen heraus. Der 8 Gesamtplatz konnte gehalten werden, aber in Richtung Aufstieg verlor man sieben Punkte. Einmal mehr fanden  die Piloten im Nordosten von Bayern  optimale Bedingungen für schnelle Sprints vor. Während im Schwarzwald bereits am ersten Ligatag etwas kältere und feuchtere Luftmasse eingeflossen war, wurden  im Thüringer Wald und Oberfranken bei hochsommerlicher Hitze exzellente Thermikverhältnisse verzeichnet.

Der Schwarzwald ging gut , die schwäbische Alb erzeugte Wolkenstraßen, die schnelle Vorflüge zuließen. Max Zeffler nutzte den Samstag mit einem 307km Flug über dem Schwarzwald und Alb. Mit dem Discus 2b mit 15 Meter Spannweite flog er in den schnellsten 2:30 Stunden 79,05Punkte/ 83,79 Speed heraus. Während des Sprint nutzte er ein Mittleres Steigen von 1,41 Meter, bei einem Kurbelanteil (Kreisflug) von 35,74 Prozent.

Martin Haug hob von Oppenheim in der Rheinpfalz mit einer DG 800/18M ab. Er schlug Ostkurs in Richtung Bayern ein, um hinter Oettingen in Bayern zu wenden.  Bei einem mittleren Steigen von 1,65 Meter flog er 90,8 Punkte/ 103,06 Speed für die Ligawertung heraus. Gesamt legt er 423 Km zurück.. Einmal mehr spielte Michael Buchthal seine große Erfahrung an Ligatag 2 aus. Darüber konnte sein Copilot Jakob Schick (Flugschüler) nur staunen. Bis nahe Schwenningen war das Duo Discus   Gespann meist nie höher als 800 Meter über Grund unterwegs. Bei der  niedrigen Arbeitshöhe war  höchste Konzentration gefragt. Ab dem Klippeneck wurde es gut. Folgend war  thermisches Vollgas gefragt.  Wolkenstraßen gaben den Kurs vor und so war man zwischen 125 km/h-170km/h teils ohne Kreis dabei. Auf der Alb stieg die Arbeitshöhe bis auf 2425  Meter an.  So verzeichnete  Buchthal nur einen Kurbelanteil von 25,54 Prozent bei  1,42 mittlerem Steigen.

Für die Liga sprangen 94,08 Punkte/101,84 km/h heraus. Gesamt wurden 392 km erflogen, wobei es noch einen spannenden Abstecher  über das Murgtal bis Nähe Forbach gab. Weitere Flüge schafften Joachim Treier Discus 2C/18M 371 km(Ligaschnitt 76,66 Punkte/84,71 km/h), Reiner Haist  Kestrel 17 (69,36 Punkte/74,56 km/h/Gesamt 307 km).  Aufstiegschancen sind weiterhin vorhanden. Gerade im Juli und August entwickelt sich der Schwarzwald bei Hochdruckwetter immer besser, während die Alb an manchen Tagen von der Aufwindseite  nicht mehr so gut geht. „ Wir bleiben am Ball“ so Leistungsflugreferent Frank Popp.

Lernen und nochmals Lernen

FG Freudenstadt hat zwei weitere Fluglehreranwärter

Von Lothar Schwark

Um ihren Mitgliedern kostengünstig das „Fliegen“ zu ermöglichen, setzt die Fliegergruppe Freudenstadt voll aufs Ehrenamt. Mit Martin Busch und Joachim Treier hat sie nun zwei weitere Fluglehrer. Mittlerweile befindet sich die BWLV Ausbildungsstätte (Baden-Württembergischer Luftfahrtverband) auf dem Klippeneck, wo die anstehenden Fluglehreranwärter in mehreren Blöcken ihre Ausbildung absolvieren.

Martin Busch nahm im Februar und April an je zwei Theoriewochenenden teil, wo 16 Fluglehreranwärter mit den Fächern Fachkunde und Pädagogikgrundlagen vertraut gemacht wurden. Zwischen dem Theorieunterricht und Praxisausbildung lautete die Devise für alle lernen, lernen und nochmals lernen. Dazu musste Busch eine von ihm gehaltene Unterrichtsstunde vorbereiten. Anfang Mai startete auf dem Klippeneck die praktische Ausbildung. Vier Doppelsitzer kamen zum Einsatz. Acht ehrenamtliche Ausbilder konfrontierten die Anwärter mit diversen Aufgaben. So fungierten sie als Flugschüler im vorderen Sitz der Doppelsitzer. Klar, dass da alle Fehler simuliert wurden, die Flugschüler vor, während und nach einem Flug so machen. Wichtig für die Fluglehreraspiranten war die diversen Fehler zu erkennen, und diese ruhig und sachlich zu korrigieren. So erfuhr man nach jedem Flug, was gut oder schlecht lief.

Geflogen wurde bis gegen 20.00 Uhr. Danach standen das Putzen und Einräumen der Flugzeuge an.  Nach dem Abendessen wurde noch bis zu 2 Stunden für die Lehrprobe gebüffelt. In den darauffolgenden Tagen führte jeder Anwärter 20 Starts im Windenstart und Flugzeugschlepp durch. „Die Fehler im vorderen Sitz konnte ich immer besser erkennen und meistern“ so Busch im Rückblick.

In den weiteren Tagen stand die 45 Minuten Lehrprobe an, wo der Theoriestoff pädagogisch und didaktisch vermittelt werden musste. Die praktischen Kenntnisse wurden in einem mindestens 30 Minuten langen Flug getestet. Danach ist uns ein großer Stein vom Herzen gefallen, so ein glücklicher Busch. Alle hatten bestanden. Inzwischen hat Busch seine Fluglehrerlizenz mit eingeschränkten Rechten erhalten. Wenn er alle Ausbildungsinhalte geschult hat und 15 Stunden oder 50 Schulstarts erfüllt, kann die Fluglehrerlizenz ohne Einschränkungen beantragt werden. Folgend darf Busch auch Flugschüler allein fliegen lassen. Erste Schulflüge hat er in Musbach inzwischen mit dem Schulungsflugzeug ASK-13 durchgeführt.

Joachim Treier ist im Segelflug dagegen schon langjähriger und erfahrener Fluglehrer. Nun hat er dieses Frühjahr bei einem mehrtägigen BWLV- Ultraleichtkurs auf dem Flugplatz Walldorf die Fluglehrerlizenz für dreiachsgesteuerte Ultraleichtflugzeuge erworben. Zuvor musste die Fluglehrerauswahlprüfung gemeistert werden. Folgend standen Theorieeinheiten vom Luftrecht bis zur Technik an. Kein Problem waren für Treier auch die Praxisflüge. Auch die 60 Minuten Theorieprüfung bestanden alle Anwärter auf Anhieb. Treier freut sich schon darauf mit der schnittigen Vereins Dynamic erste Flugschüler auszubilden. Gegenüber dem Segelflugzeug (hinterer Sitz) nimmt der Fluglehrer im UL auf dem rechten Sitz Platz. So ist immer Sichtkontakt mit dem Flugschüler gegeben, und so stellt sich für den Schüler nicht die Frage „Hat er jetzt die Hand am Knüppel“ oder nicht. In der UL- Ausbildung werden auch größere Flugplätze und Kontrollierte Lufträume angeflogen. Immer wieder spannend, wenn man nach der Freigabe des Fluglotsen zum Beispiel die Start und Landebahn vom Stuttgarter Flughafen queren darf.