2. Segelflugbundesliga Runde 19 – Zum Abschluss Rundenplatz vier erflogen

Aufwindjäger der Fliegergruppe Freudenstadt beenden 2. Segelflugbundesliga mit Gesamtplatz 17 unter 30 teilnehmenden Vereinen

Von Lothar Schwark

Mit Rundenplatz 4 und 285,72 Speed in Runde 19 flogen die Aufwindjäger der Fliegergruppe Freudenstadt ein versöhnliches Ende der diesjährigen 2. Segelflugbundesliga heraus. In der Gesamtwertung konnten sich die in Musbach beheimateten Piloten noch auf Gesamtplatz 17 vor fliegen (120 Punkte) . Der Abstand zum ersten der sieben Abstiegsplätze (Platz 24 FC Moosburg BY) war mit 46 Punkten schlussendlich groß.

Dass das Wetter zumindest in Baden Württemberg nicht optimale Bedingungen brachte, belegt die Tatsache, das heuer fünf Baden-Württembergische Vereine den Weg in die Regionalliga antreten mussten. In Runde 19 konnten die Freudenstädter zumindest noch einmal aus dem vollen Pilotenreservat schöpfen. Den schnellsten Speed mit 99,59 Punkte/113,03 km/h erflog Christof Geißler mit der HPH 304S Shark. Mit dem 18 Meter Vogel kommt der zweifache Meister der Doppelsitzerklasse auch in der Einsitzerklasse gut zurecht. Geißler nutzte bei Gesamt 471 km nochmals die guten Bedingungen des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb. Von Oppenheim/Rheinhessen aus, stürmte Martin Haug auf DG 400/17m durch die Pfalz und das Saarland. Er erflog 95,93 Punkte/102,4 km/h (Gesamt 331 km). Drittschnellster Musbacher war Max Zeffler mit dem Discus 2. Über dem Schwarzwald flog er 90,21 Punkte/ 95,62 km/h. Tilman Fuchs (Discus 2/18m) war einen Hauch langsamer, Gesamt flog er 445 km heraus. Als erfahrener Thermikfuchs kitzelte Reiner Haist (Kestrel 17m) 491 km heraus. Frank Popp erflog am ersten Tag der 19 Runde am späteren Nachmittag noch 253 km. Weitere Überlandflüge unternahmen Michael Buchthal und Hansjörg Rothfuß.

Die diesjährige 2. Segelflugbundesliga wurde überwiegend von Vereinen nördlich und östlich der Mainlinie dominiert. Sie konnten in diesem Jahr von der Verteilung der guten Wetterlagen profitieren. Die Segelflieger sehen dies aber als Ausgleich. So gab es auch Jahre als nördlich gelegener Vereine im Regen versanken. Der große Regen war in Musbach nicht das Thema. Doch immer wieder würgten starke Wolkenausbreitungen und Gewitterlagen in diesem Jahr die Thermik ab. So verzeichneten die Freudenstädter Piloten heuer vier Nullrunden. Ebenso hatte man teilweise zu kämpfen, einen dritten Pilot für die einzelnenR unden zu finden. Die beste Platzierungen flog man mit je Platz 2 in Rundenwertung 9 und 16 heraus. Weitere vier Mal landete man unter den Top Ten.

Bis Mitte September können die Musbacher Segelflieger noch auf gute Aufwinde hoffen. Mit dem abnehmenden Sonnenstand geht dann aber weiter die Thermik zurück. Im Gegenzug leben dann die Nordost-und Südwest- Wellenlagen auf. Dann hofft man wieder auf erlebnisreiche Höhenflüge. Wenn die Flugsicherung im dazu vorgesehenen Wellenfluggebiet Murgtal mitspielt sind Höhenflüge bis 6000 Meter und mehr möglich. Dazu benötigt man jedoch ein Sauerstoffgerät und einen Transponder, der die genaue Position des Flugzeuges anzeigt.

Bilder: Lothar Schwark

Runde 19 der 2. Segelflugbundesliga. 1. Aero Club Berlin (BL) 347,16 Speed/20 Punkte.2. FG Oerlinghausen (NW) 328,80/19. 3. AC Bad Nauheim (HE) 289,58/18. 4. FG Freudenstadt (BW) 285,72/17.Endstand der 2. Segelflugbundesliga nach 19 Runden. FG Oerlinghausen (NW) 256 Punkte. 2. AC Bad Nauheim (HE) 253. 3. AC Schweinfurt (BY) 230. 17 FG Freudenstadt (BW) 120.

Flugsportvereinigung Offenbach Reinheim zu Gast in Musbach

Von Lothar Schwark

Aktuell herrscht auf dem Musbacher Flugplatz reges Leben. Mit der Flugsportvereinigung Offenbach Reinheim sind aktuell ca.40 Segelflieger, darunter mehrere Pilotinnen mit rund 15 Flugzeugen zu Gast. Nachdem die Reinheimer vergangenes Jahr in Schwandorf (Bayern) ihr Fluglager durchführten, entschieden sie sich heuer den Schwarzwald näher kennenzulernen.Kontakte wurden durch den Vizepräsidenten des Deutschen Segelflugverband, Rainer Meng, mit der Fliegergruppe Freudenstadt geknüpft. Meng war schon mehrmals, auch als Funktionär, bei diversen Meisterschaften, wie Welt-und Europameisterschaften in Musbach dabei.

In Musbach erleben die Hessen noch echte fliegerische Freiheit. Während in Musbach der Deckel für die Sichtflieger erst bei 3000 Meter NN liegt, müssen sich die Gäste auf ihrem Heimatflugplatz in Reinheim mit ca.1060 Meter NN begnügen. Darüber schweben die Linienmaschinen nach Frankfurt/Main ein. „Nach Norden ist der Weg ganz versperrt, und nach Süden geht es ca. 9.Kilometer unter dem Deckel, maximal 900 Meter über Grund dahin“ schildert Meng die Luftraumsituation in der Heimat. Das Ziel der Reinheimer Piloten immer wieder neue Landschaften und Fluggebiete zu erkunden, geht in Musbach auf, da das Wetter beim 14 tägigen Fluglager bis jetzt gut mitspielt. So konnten bereits Streckenflüge von bis zu 628 km absolviert werden. Neben dem Überlandfliegen steht für die Gäste aber auch das absolute Spaßfliegen an. Neben hochmodernen Segelflugzeugen, wie zum Beispiel den Doppelsitzer Arcus mit 20 Meter Spannweite hat man mit einer K-8 einen echten Oldtimer dabei, der mit einer offenen Cabrio Haube geflogen wird. Und so war es zum Beispiel für Meng ein echtes Erlebnis, die frische Luft in der K-8 noch in 2.400 Meter zu genießen. Da kam für den erfahrenen Piloten mit über 7.000 Flugstunden nochmal etwas der Pioniergeist auf. Johannes Bauer erfüllte sich den Wunsch mit der K-8 ein kleines Dreieck zu fliegen. Musbach empfindet er als sehr schön mit guter Atmosphäre. Dazu kommt es auch, dass ein Großteil der Flieger die Infrastruktur der Musbacher Flieger nutzen können. Während einige Gäste im Zelt schlafen, nutzen Meng und mehrere Mitglieder eine Musbacher Ferienwohnung.

Gut finden es die Hessen, dass sie mehrere Flugzeuge in den Hallen unterstellen können, während einige Segelflugzeuge aufgebaut über Nacht auf den nächsten Flugtag warten. Den Flugbetrieb führen die Hessen nach einer gründlichen Einweisung des Vorsitzenden Axel Reich und 2. Vorsitzenden Karl Pfau in Eigenregie durch. Auch das Lagerleben ist durchorganisiert. Jeden Tag gibt es eine andere Küchenmannschaft bestehend aus 3. Mitgliedern. Sie sorgt für das gemeinsame Frühstück vor dem Vereinsheim der Musbacher. Dazu werden in Dornstetten täglich über 80 Brötchen abgeholt. Nicht ganz so weit hat man es bis zur Speckräucherei Wein im Ort, wo man sich über das große Fleischangebot freut. Und so wird nach Ende des Flugbetriebs das eine oder andere Fleischstück gegrillt und dazu die lauen Sommerabende genossen. Musbach ist klasse sind sich die Reinheimer sicher. Fliegerisch haben sie schon etwas Respekt von den ausgedehnten Schwarzwaldhöhen und Täler. Ebenso beeindrucken die großen Waldflächen des Nordschwarzwaldes.

Bilder Lothar Schwark