FG Freudenstadt Hauptversammlung 2022

Ausbildung bleibt wichtiger Bestandteil im Verein

Von Lothar Schwark

Berichte und Wahlen standen zur Hauptversammlung der Fliegergruppe Freudenstadt an. Im Vereinsheim begrüßte Vorsitzender Axel Reich den Vorsitzenden der Fliegergruppe Renchtal, Klemens Schmiederer, sowie Gäste und Mitglieder. Reich schätzte eine gute und nahezu tägliche Zusammenarbeit mit dem 2. Vorsitzenden Karl Pfau und dem neuen Kassier Tobias Abraham. Ein dickes Lob erhielt der Technische Leiter Michael Lamparth. Unermüdlich habe er mit seiner Mannschaft Flugzeuge, Fallschirme und Fahrzeuge in Schuss gehalten. Reich dankte allen schaffigen Rentner, und der Jugendgruppe für ihre Unterstützung im Verein.

Trotz mäßigem Sommerwetter haben sich Gastgruppen aus Wesel und Kusel in Musbach wohlgefühlt. Der Vorsitzende schätzte es, dass viele Flugschüler hochmotiviert am Flugbetrieb teilnahmen. Erfolgreich haben derweil Tim Heritier und Anton Harzer ihre Theorie- und Funksprechprüfung abgelegt. Ihre Ausbildung zum Motorflugschein (LAPL A) haben Tobias Abraham und Christof Schweiger begonnen, wobei die Ausbildungsflüge auf dem Flugplatz Winzeln – Schramberg durchgeführt werden. Reich dankte Fluglehrerkollegin Esther Schmalz, wie auch weiteren Fluglehrer für deren wichtige ehrenamtliche Mitarbeit im Verein. Ultraleicht- Ausbildungsleiterin Esther Schmalz freute sich, dass Tobias Abraham und Jann Heritier in kürzester Zeit ihre Ausbildung durchlaufen haben und ihre Prüfungsflüge absolvierten. Willi Haug hat seine Ultraleicht F-Schleppberechtigung erworben. Aktuell befinden sich sieben Mitglieder in der UL -ausbildung.  Schmalz machte die Anwesenden mit Neuerungen im UL- Bereich vertraut.

Der Bericht von Flugbetriebsleiter Armin Baur listete einschließlich der Gastgruppen 1600 Flugstunden von Musbach aus erflogen auf. Insgesamt wurden im zurückliegenden Jahr 1540 Windenstart in Musbach durchgeführt. Davon absolvierte der Schulungsdoppelsitzer ASK-13 alleine 734 Windenstarts. Mit Jann und Tim Heritier sowie Anton Harzer verfügt der Verein über drei neu ausgebildete Windenfahrer. Technischer Leiter Michael Lamparth dankte allen die ihn bei seiner Arbeit unterstützt haben. Sein Lob ging an Armin Baur und Thomas Haug, die in bewährter Weise laufende Wartungs- -und Instandhaltungsmaßnahmen an den Uls durchführen. Ein Dank ging weiter an Christof Geißler und seinem Team für die professionelle Wartung und Pflege der DR 400 (Motorflugzeug). Im April (2022) absolvieren Jörg Müller und Wolfgang Haug einen Motorenwart Lehrgang in der Ausbildungsstätte des BWLV (Baden – Württembergischer Luftfahrtverband) auf dem Klippeneck. Aus persönlichen Gründen verzichtete Lamparth auf eine Wiederwahl. Seinem Nachfolger Timo Lehrke wünschte er stets gutes Gelingen bei der Werkstattarbeit.

2. Vorsitzender Karl Pfau sprach allen Mitgliedern sein Lob für ihre Mitarbeit im Verein aus. Ein Dank sprach Pfau den Sponsoren aus, die es ermöglichten dass drei Discus Segelflugzeuge mit neuen Instrumentenbrettern und modernen Navigations- Geräten ausgestattet wurden. 2022 nimmt der Verein an der Bürgermesse in Freudenstadt teil. Ende Juli haben sich Flugvereine aus Saarbrücken und Kusel zum Fluglager nach Musbach angesagt. Über Pfingsten werden Gäste aus Esslingen erwartet.

Insgesamt wurden von Musbach aus 26.617 Motorlose Kilometer gemeldet, so der Bericht von Leitungsflugreferent Frank Popp (nicht da). Hier wirkte sich das schlechte Überlandflugwetter aus. 2020 waren es noch 46.240 km.  In der 2. OLC Bundesliga erflog man unter 30 Vereinen einen akzeptablen 14 Platz. Insgesamt 15 Piloten meldeten ihre Flüge. Je 13 Flüge Michael Buchthal und Reiner Haist, gefolgt von Frank Popp mit 12 Flügen. Die größten Flüge absolvierten Hansjörg Rothfuß und Christof Geißler mit 670 km. Wichtig war neben der Leistung, aber auch der Spaß am Fliegen.

Eine ausgeglichene Kassenbilanz meldete Kassier Tobias Abraham. Kassenprüfer Thomas Haug und Max Kappler bestätigten eine sehr gute Kassenführung. Jugendleiter Jann Heritier schätzte eine tatkräftige und motivierte Jugendgruppe.

In seinem Grußwort lobte Vorsitzender Klemens Schmiederer von der Fliegergruppe Renchtal ein gutes Miteinander in Musbach. Bewährt habe sich die langjährige Schulungsgemeinschaft mit der FG Freudenstadt. Bei den Neuwahlen wurden alle Vorstandsmitglieder einstimmig bestätigt. Für Lamparth rückte Timo Lehrke ins Amt des technischen Leiters nach. Auf 25 Jahre Mitgliedschaft blickt Martin Haug zurück. Da er verhindert war, wird ihm die Ehrungsurkunde zu einem späteren Zeitraum überreicht.

Wartung der Ultraleichtflugzeuge

Beim Ein-und Ausbau vom Rettungsgerät gibt’s schon mal blaue Flecken

Von Lothar Schwark

Seit 10 Jahren Jahren ist  Thomas Haug bei der Fliegergruppe Freudenstadt als Motorwart tätig. Neben dem Antrieb der DR 400 (Motorflugzeug) betreut er als Ultraleichtwart die Dynamik WT 9 des Vereins.  Diesen Winter gab es für ihn wieder reichlich zu tun. So musste das Rettungsgerät des eleganten Ultraleichtflugzeugs ausgebaut und zur Wartung geschickt werden. Alle Ultraleichtflugzeuge sind mit einem Rettungsgerät ausgestattet, mit dem man sich im Fall der Fälle vor einem ungebremsten Absturz retten kann. Das System funktioniert so, dass ein Mechanismus im Cockpit per Seilzug ausgelöst wird, eine Rakete gezündet wird, und ein Fallschirm dann aus einer Klappe herausgeschossen wird. Das Flugzeug hängt dann an definierten Punkten am Fallschirm um sicher zum Boden zu sinken. Im Rhythmus von sechs Jahren müssen Rakete und Fallschirm von einem zertifizierter Betrieb, der für die Wartung zuständig ist, überprüft werden. Dabei ist beim Aus- und Einbau viel Fingerspitzengefühl gefragt, erläutert Haug seine Arbeit. Im engen Rumpfteil erfolgte der Einbau des Systems von Haug „Kopf voran“ zwischen den Seitenruderpedalen. Unterstützt wurde Thomas Haug von seinem Vereinskollegen Wolfgang Haug, um die Rakete mit ihrem Auslösemechanismus wieder am richtigen Platz zu montieren. Blaue Flecken sind da inklusive, so der Ultraleichtwart zu seiner beengten Arbeit im Rumpf.

Nach vier Stunden war der Einbau des überholten Systems beendet. Auch sonst geht Thomas Haug die Arbeit an der Dynamik nicht aus. So steht bei der 100 Stunden Kontrolle der klassische Ölwechsel an. Arbeiten bis hin zum Getriebewechsel und Zündkerzen tauschen stehen weiter auf dem Plan. Neben Schönheits- und Fahrwerksreparaturen steht demnächst die Überholung eines Zylinders an, informiert Thomas Haug. Er hofft das die Dynamik Anfang April wieder flügge ist.

Damit steht dem Verein wieder ein zuverlässiges und kostengünstiges Flugzeug zum Schlepp der Segelflugzeuge bereit. Mit ihrem 100 PS starken Rotax-912 Motor steigt die Dynamik mit bis zu 6 Meter in der Sekunde. Bei ruhigen Luftverhältnissen marschiert der Ultraleicht zwischen 210-245 Km/h in der Stunde. Bei einer maximalen Flugzeit von sechs Stunden können bis zu 1400 Kilometer zurückgelegt werden.