Abschlussveranstaltung der Regionalwertung
Von Lothar Schwark
Im Vereinsheim der Fliegergruppe Freudenstadt trafen sich kürzlich die Piloten der Regionalwertung Rhein-Neckar-Enz, um die erfolgreichen Teilnehmer und Vereine der Saison 2025 zu feiern. Nachdem Artur Mayer vom Flugsportverein Vaihingen/Enz im Vorjahr den Vorsitz der Region in jüngere Hände übergeben hatte, übernahm nun Jakob Schick den Vorsitz der Regionalwertung. Unterstützt wurde er bei der Siegerehrung von Martin Pollex und Anton Harzer.
Ziel der Regionalwertung bleibt es, den Streckensegelflug in der Region Rhein-Neckar-Enz sowohl im Breiten- als auch im Spitzensport weiter zu fördern. Aktuell beteiligen sich zehn Vereine an der Regionalwertung. Sie bietet nicht nur dem Nachwuchs, sondern auch erfahrenen Piloten eine attraktive Plattform für den dezentralen Vergleich. Das Besondere dabei: Vom Weltmeister bis zum Streckenfluganfänger sind alle Leistungsklassen vertreten.
Wertung und Vereinswertung
Die Auswertung erfolgt über die weltweite Online-Plattform WeGlide. Pro Pilot werden maximal die fünf punktstärksten Flüge gewertet. In die Vereinswertung fließen alle Flüge ein, die von Flugplätzen der Region aus durchgeführt wurden.
In der Vereinswertung ließ die Fliegergruppe Freudenstadt nichts anbrennen und sicherte sich mit 42.589 Punkten und 41.498 Kilometern souverän den Sieg. Platz zwei belegte die LSG Rheinstetten mit 40.124 Punkten und 39.325 Kilometern, gefolgt vom AC Baden-Baden auf Rang drei mit 18.533 Punkten und 18.614 Kilometern.
Ein starkes Frühjahr und insbesondere der Juni 2025 sorgten für ausgezeichnete Flugbedingungen. Im Juli brach das Wetter jedoch deutlich ein – was auch die Teilnehmer der wetterbedingt abgebrochenen Junioren-DM der Club- und Standardklasse in Musbach zu spüren bekamen.
Jugendwertung: Herausragende Leistungen
Überragender Pilot der Jugendwertung (bis 25 Jahre) war Jens Kammerer vom LSV Bruchsal. Mit seiner LS-8neo gelangen ihm gleich zwei Flüge über 1.000 Kilometer, womit er insgesamt 4.851 Punkte erzielte. Ein Höhepunkt war der 16. Mai 2025, an dem Kammerer von Bruchsal aus einen 1.097-Kilometer-Flug über Hessen, Baden-Württemberg und Bayern absolvierte. Bereits am 1. Mai 2025 zeigte er Bestform mit einem 1.020-Kilometer-Flug zwischen dem Saarland und der Region Laucha an der Unstrut.
Ebenfalls 1.097 Kilometer erreichte Jonas Zeller am 16. Mai 2025 im Teamflug mit Kammerer im Discus 2b. Mit 3.806 Punkten belegte er Platz zwei der Jugendwertung. Beide Piloten führten an diesem Tag weltweit die Ranglisten von WeGlide und OLC an. Platz drei sicherte sich Jakub Pavlicek von der LSG Rheinstetten mit 3.318 Punkten, der ebenfalls Flüge jenseits der 700-Kilometer-Marke absolvierte.
Von der Fliegergruppe Freudenstadt erreichten Marven Gründler Platz vier (2.770 Punkte), Jakob Schick Platz fünf (2.536 Punkte) sowie Anton Harzer Platz sieben (2.475 Punkte).
Seniorenwertung
In der Seniorenwertung siegte Eberhard Holl vom FSC Mühlacker mit 3.465 Punkten, gefolgt von Roger von Bank (ebenfalls FSC Mühlacker) mit 3.408 Punkten. Frank Popp von der Fliegergruppe Freudenstadt belegte mit 3.281 Punkten den dritten Platz. Timo Lehrke schaffte mit 2.296 Punkten auf Rang zehn ebenfalls den Sprung in die Top Ten.
Fachlicher Austausch und Ausblick
Besonders spannend wurde der Nachmittag, als Jens Kammerer und Jonas Zeller ihren gemeinsamen 1.097-Kilometer-Flug detailliert schilderten. Entscheidend war dabei die sorgfältige Kurswahl. Nördlich der Wasserkuppe in der Rhön wendeten sie, um für den Rückflug erneut eine Wolkenstraße nutzen zu können. Piloten, die weiter nördlich ausweiteten, hatten dagegen große Schwierigkeiten, in der Höhe zu bleiben oder mussten auf Außenlandefelder ausweichen.
Kammerer und Zeller schafften den Anschluss in den Südschwarzwald, flogen anschließend Teile der Schwäbischen Alb und kehrten nochmals in den Südschwarzwald zurück. Bei Musbach stiegen sie ein letztes Mal auf rund 2.900 Meter, um anschließend ohne weitere Aufwinde bis nach Bruchsal zu gleiten. Dort ermöglichte ein später Aufwind – begünstigt durch erneut kräftige Sonneneinstrahlung – noch einen zusätzlichen Abstecher in Richtung Königsstuhl.
Das Fazit der beiden Piloten: Eine gute Streckenplanung, konsequentes Zusammenbleiben im Teamflug – beginnend bereits beim F-Schlepp – sowie etwas Glück. Oder, wie es Kammerer und Zeller formulierten: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.
In gemütlicher Runde tauschten sich die Teilnehmer im Anschluss weiter aus und schmiedeten bereits erste Pläne für die Saison 2026.