2 Segelflugbundesliga Runde 14+15

Kurze Wetterfenster bremsen Musbachs Aufwindjäger aus

Von Lothar Schwark

Auf zwei mäßige Runden blicken die Aufwindjäger der Fliegergruppe Freudenstadt zurück. Das lag aber nicht am Können der Piloten, sondern einmal mehr am ungleich verteilten Wetter über Deutschland. Profitiert hat dabei die nördliche und östliche Region, während die Piloten südlich der Mainlinie immer wieder von Ausbreitungen und Gewittern ausgebremst wurden. Einzig in Runde 14 konnten die Musbacher Piloten zumindest einen Trostpunkt herausfliegen. Den Anfang machte Christof Geißler mit seinem Co. Heinz Graf am ersten Tag (Samstag). Der Flugbericht von Geißler liest sich spannend. Er berichtete: Fliegen am Samstag war schön, nur die Thermik hat sich zeitweise angefühlt wie in der Waschküche. Zuerst mussten wir uns anstrengen dass wir im Bereich Freudenstadt , Bengelbruck und Musbach oben bleiben konnten.
Dann sind wir mit dem Duo Discus vorsichtig nach Norden geflogen und durch die Waschküche geschüttelt worden. Denn der Wind blies aus 260 Grad mit 40km/h in unserer Flughöhe. Immer wieder mussten wir gegen den Wind vor fliegen. Ohne richtigen Aufwind wurden wir weit nach Osten versetzt.
Im Auge dabei immer die Außenlandewiesen bei Baiersbronn. Als letzter Rettungsanker im Murgtal gibt es noch eine Landewiese in Schwarzenberg, oberhalb vom Schwimmbad Schönmünzach. Talabwärts gibt es dann erst bei Gaggenau wieder Landemöglichkeiten.
So machte sich das Duo Discus Team nach Süden bis zum Aufzugsturm Rottweil auf den Weg. Dort wurde die Thermik plötzlich viel besser und ruhiger; bevor man zurück im Norden von der Waschküche mit Turbulenz empfangen wurde. Die vier Stunden waren weitgehend ein Kampf mit den Luftelementen. Tags darauf sprintete Timo Lehrke mit dem Discus 2b über dem Schwarzwald und Teilen der Alb 84,03 Punkte/89,07 km/h heraus. Tilman Fuchs erflog über der selben Region mit einem Discus 2/18m 60,12 Punkte/66,43 km/h.

In Runde 15 gab es am ersten Tag (Samstag) ein Wetterfenster. Das nutzten die Musbacher Piloten aufgrund einer Unwetterwarnung nicht, da das Risiko zu groß war in großflächige Schauer mit Hagel oder Windböen zu kommen. Tags darauf machte Nieselregen jede Hoffnung zunichte.

Timo Lehrke fliegt nun den Klippeneckwettbewerb bei Spaichingen mit. Doch auch dort mussten die ersten zwei Tage neutralisiert werden. Wenn das Wetter passt dürfte der Musbacher Pilot in der 15.Meter Klasse gut mitmischen. Christof Geißler hat sich dagegen nach Szeged/Ungarn aufgemacht, wo er 14 Tage das Amt des Chef Steward bei der Junioren-WM im Segelflug ausübt.

Ergebnisse Runde 14 der 2. Segelflugbundesliga .1.LSC Bad Homburg (HE) 328,38 Speed/20 Punkte. 2. AC Schweinfurt (BY) 324,30/19.3. AC Bad Nauheim (HE) 319,84/18. 20. FG Freudenstadt (BW)203,93/1.

Ergebnisse Runde 15 der 2. Segelflugbundesliga. 1. Aero Team Klix (SN) 354,03 Speed/20 Punkte.2. FG Oerlinghausen (NW) 341,95/19.3. AC Schweinfurt (BY) 335,65/18. FG Freudenstadt Null Punkte(keine Wertung)

Laufende Gesamtwertung nach Runde 15. 1. AC Bad Nauheim (HE) 200 Punkte 2. Aero-Club Ansbach (BY) 192 Punkte.3.FG Oerlinghausen (BW) 187. 19. FG Freudenstadt (BW) 83.

Runde 12 und 13 der 2 Segelflugbundesliga – Wetter immer noch launisch

Rundenwertung 13 bringt Musbacher Aufwindjäger Platz 8 – einmal mehr fehlt der 3. Pilot

Von Lothar Schwark.

Weiterhin mit Magerkost mussten die Aufwindjäger der Fliegergruppe Freudenstadt in Runde 12 und 13 in der 2. Segelflugbundesliga leben. Runde 12 war mangels beständiger Thermik schnell abgehakt. Am ersten Tag versuchte Christof Geißler auf Strecke zu gehen. Nach eineinhalb Stunden musste er jedoch aufgegeben, da es ihm nicht gelang, gut vom Musbach aus auf Strecke zu gehen. Selbst dem ehemaligen zweifachen Deutschen Meister in der Doppelsitzerklasse gelang es nicht, die eckige Thermik auszufliegen. Eine große Abschirmung würgte am Folgetag alle Hoffnungen auf einen Streckenflug ab. In Runde 13 ließ nur Tag eins einen Sprint zu. Gewertet wurden die schnellsten 2:30 Stunden des gesamten Flugs. Einmal mehr ging Martin Haug, auch Fluglehrer der Fliegergruppe, mit seiner DG 400/17 an den Start. Haug schaffte 345 km und flog für die Ligawertung 81,1 Punkte/86,57 km/h heraus. Haug schilderte kurz seinen Flug.
Start um halb eins, die Wolkenbasis lag noch tief 1400-1500m NN. So konnte man mangels Höhe und nur rund 700 Meter Arbeitshöhe und aufliegenden Wolken im Nordschwarzwald erst mal nur übers Neckartal nach Süden fliegen. Wie vorhergesagt, wurde das Wetter nach Süden mit jedem Kilometer besser. Leider war bei Donaueschingen die Aussicht nicht mehr so gut. Es war ein ständiges Wechselspiel von Sonne und Schatten. Man musste Anfangs schon etwas Zickzack fliegen, um überhaupt oben zu bleiben. Später bildeten sich noch schöne Aufreihungen in Windrichtung, die reichten bis in die Vogesen. An der französischen Grenze musste der DG 400 Pilot aufgrund von Luftraumstruktur wenden. Einen Tick weiter südlich hätte man noch einfliegen können. Haug hatte aber genug. Der Einstieg in den Schwarzwald war nicht ohne. Dort schloss er sich mit Jörg Müller zusammen, der ebenso mit dem Discus 2 b auf Punktejagd war. Die 59,98 Punkte/65,58 km/h von Müller die er über dem Schwarzwald und am Westrand der Alb erflog konnten sich sehen lassen. Er sicherte mit seinem Flug immerhin den 8. Platz . Mit einem dritten Flug wäre ohne weiteres Platz 3 drin gewesen resümierte Haug. Nun hoffen die Musbacher Piloten, dass einmal wieder ein Sonntag gutes Flugwetter bringt, da hier mehr Piloten Zeit zum Fliegen haben.
Eine weitere Verbesserung in die Ränge 10-15 ist durchaus noch drin. Das Optimum flog am Samstag (erster Tag) einmal mehr Michael Schlaich vom LSV Schwarzwald heraus. Er startete in Winzeln und schaffte den Durchbruch in den Schweizer Jura, wo er nach 230 km wendete. Der Einstieg beim Hotzenwald gelang, und dort konnte Schlaich nochmals einer Wolkenstraße folgen. Schlussendlich sprangen 710 Km heraus, was die Mitbewerber mal wieder zum Staunen brachte. Schlaich ist für seine konsequente Flugplanung bekannt, und Rekordhalter der 1000 Km Flüge vom Schwarzwald. Startpunkt ist dabei Winzeln-Schramberg.

Ergebnis Runde 13 der 2. Segelflugbundesliga. 1. Aero-Club Ansbach (BY) 255,13 Speed/20 Punkte. 2. AC Schweinfurt (BY) 223,72/19. 3. SG Möckmühl -Öhringen (BW) 200,98/18. 8. FG Freudenstadt (BW) 141,08/13.

Fotos Matthias Armbruster

Laufende Gesamtwertung nach 13 Runden der 2. Segelflugbundesliga.1. Aero Club Ansbach (BY) 181 Punkte. 2.AC Bad Nauheim (HE) 169. 3. FG Oerlinghausen (NW) 151. 19. FG Freudenstadt (BW) 82.