Drei Alleinflüge an einem Tag

Marven, Maximilian und Leo fliegen frei

Mit Marven Gründler, Maximilian Kappler und Leo Misselbeck hat die Fliegergruppe Freudenstadt drei weitere Alleinflieger in ihren Reihen. Bei besten Bedingungen absolvierte Marven Gründler am Dienstagabend (01.Juni) seine ersten drei Alleinflüge mit dem Schulungsdoppelsitzer ASK-13. Kappler und Misselbeck besitzen dagegen schon länger den Segelflugschein. Im Zuge der Weiterbildung, gehen beide nun den Ultraleichtflugschein an. Mit ihren ersten Alleinflügen auf der schnittigen Dynamic WT 9 des Vereins, haben sie die erste Hürde für den UL-Schein geschafft. Ultraleicht-Ausbildungsleiterin Esther Schmalz war mit den ersten Alleinflügen ihrer Schützlinge absolut zufrieden.

Im Gegensatz zu den Segelflugzeugen hat die Dynamic WT 9 einige Besonderheiten. So beschleunigt der 100 PS starke Ultraleicht wie ein Wiesel und hebt schon nach rund 150 Meter ab, um mit bis zu sechs Meter in der Sekunde zu steigen. Danach holt das Flugzeug rasant an Geschwindigkeit auf. So muss man sich erst einmal umgewöhnen, da die Platzrunde viel schneller verläuft. Spannend ist der Landeanflug mit den Wölbklappen. Da gilt es gefühlvoll den richtigen Aufsetzpunkt zu treffen. Jetzt stehen weitere Ausbildungsabschnitte an. So werden die neuen Alleinflieger mit Esther Schmalz auch Kontrollierte Lufträume anfliegen. Dabei wird auch der Ein -und Ausflug in die Kontrollzone des Stuttgarter Flughafen geübt. Schließlich hat die Dynamic WT 9 bei einer Flugzeit von bis zu sechs Stunden eine Reichweite von bis zu 1.400 Km.

Marven Gründler hat gerade vor sechs Wochen seinen 14 Geburtstag gefeiert. In Rekordzeit hat er alsdann seine 85 Starts absolviert. Damit setzte er die Familientradition fort. Auch Vater Christoph Gründler, heute selbst Fluglehrer bei der Fliegergruppe, flog kurz nach seinem 14 Geburtstag frei. Zu den Fliegergenen trug sicherlich ebenso Mutter Anika bei, die selbst noch einen Segelflugschein besitzt. Nun darf Marven, wie alle weiteren Flugschüler auch, unter Aufsicht, Flüge rund um den Musbacher Flugplatz absolvieren. Mit 16 Jahren kann er den Segelflugschein erwerben. Das funktioniert jedoch nur, da die Jugendlichen schon früh viel Verantwortung und Reife mitbringen.

Als Zugabe durfte Marven tags darauf als Copilot mit Constantin Wiegert einen 420 km Überlandflug mit dem Vereins Duo Discus genießen. Das OK zum Alleinflug des 14-Jährigen hatte Wiegert und und Esther Schmalz gegeben. Auch hier schloss sich ein Kreis. Wiegert war lange Zeit einer der jüngsten Fluglehrer in Deutschland. Vorsitzender Axel Reich freut sich über eine  aktuell rührige Flugschülergruppe. „Die sind wirklich mit viel Motivation und Elan dabei“  lobte  Reich den Fliegernachwuchs.

Text: Lothar Schwark; Bilder: Verein

Erste Bundesligarunde 2021 für die FG Freudenstadt

Runde 3 bringt erste Punkte

Nach zwei wetterbedingten Nullrunden flogen die Piloten der Fliegergruppe Freudenstadt in Runde 3 der 2. Segelflugbundesliga ihre ersten Punkte ein. Rundenplatz 14 und 304,26 Km/h Teamspeed brachten den Musbacher Aufwindjäger die ersten 7 Punkte der laufenden Saison ein. Wettermäßig war die Runde von einer Nordostlage geprägt. Die hatte viel Wind und teils ruppige Thermik im Gepäck. Dafür sorgte die einfließende Kaltluft für langanhaltende Thermik. Bedingt durch die nasse Startbahn konnten die Freudenstädter Piloten nur wenig Wasserballast tanken. Aber genau bei dieser Wetterlage kommt man mit einer großen Flächenbelastung gut auf dem Gegenwindschenkel voran. Am ersten Rundentag legte Frank Popp mit seiner DG 800/18m bei eine Dreieck um Stuttgart herum 575,9 km zurück. Sein Ligaschnitt betrug 96,84 Punkte/109,92 Km/h. Von Oppenheim in Rheinhessen erflog Martin Haug mit einer DG 400/17 insgesamt 526,7 km über dem Odenwald und der Pfalz (Ligaschnitt 78,92 Punkte /89,25 km/h). Gut unterwegs war Hansjörg Rothfuß mit seiner DG 800/18m. Er erflog 670,6 km bei einem Ligaschnitt von 92,14 Punkte/104,58 km/h) . Mit Spätstart am Samstagnachmittag erflog Michael Buchthal noch 461,27 km. Seinen Ligaschnitt von 104,31 Punkte/110,31 km/h toppte der Discus 2ax Pilot mit einem Flug am Sonntag von 660,3 km. Seinen Ligaschnitt erhöhte er auf 107,2 Punkte/113,63 km/h. Wie Buchthal war auch Joachim Treier mit Copilot Florian Ebert mit ihrem Duo DiscusXL über dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb unterwegs. Mit 99,91 Punkte/108,15 km/h erflogen sie den zweitschnellsten Schnitt der Runde. Tilman Fuchs (Discus 2c flog 537,3 km heraus (Ligaschnitt 93,28 Punkte/103,08 km/h). Christof Geißler erflog mit der HPH 304S Shark einen Ligaschnitt von 97,14 Punkte/110,26 km/h. Seinen 668,4 Km langen Flug beschreibt er wie folgt: Am Sonntag bin als erster gestartet, es war mein 1. Einsitzerflug dieses Jahr. Über den Kraichgau und Odenwald ging es zur Rhön. Alles gegen den doch spürbaren N-O Wind; die Rhön war erwartungsgemäß dazu turbulent. In Richtung Suhl wurden die Steigwert immer schlechter; bei Meiningen habe ich umgedreht. Dann gings Richtung Regensburg, wollte östlich Nürnberg vorbei; aber ab Coburg wurde es offensichtlich dass es von Osten her abtrocknet (keine Kumuluswolken) , flog dann über Aalen auf die Alb, was ziemlich mühsam war, dann aber ab Laichingen gings gut bis nach Hause. Die Wolkenbasis war beim Flug max. 2000m. Bei mittleren Steigwerten von 1,75 Meter Sekunde nutzte Geißler 54 Aufwinde. Wenn das Wetter passt peilt er von Musbach die magischen 1000 km an.

Bilder und Text von Lothar Schwark