FG Freudenstadt Hauptversammlung 2021

Rückblick auf 2020

Berichte und Ehrungen standen zur Hauptversammlung der Fliegergruppe Freudenstadt an. Vorsitzender Axel Reich ging auf die zurückliegende Saison ein. Durch den Lockdown 2020 fand   der erste reguläre  Flugbetrieb erst am 16. Mai statt. Reich dankte allen Mitgliedern, dass sie sich  vorbildlich an die Coronavorgaben des Landes und  Baden-Württembergischen Luftfahrtverband gehalten haben. Ein großes Lob erhielt der  2. Vorsitzenden Karl Pfau, sowie  der  neue Kassier Tobias Abraham, mit denen Reich fast täglich zusammengearbeitet habe. Neben weiteren Vorstandskollegen hob der Vorsitzende den  unermüdlichen  Einsatz von Werkstattleiter Michael Lamparth und Frank Popp hervor, die beharrlich über den Winter den Segelflugzeugpark warteten.  Hervorgehoben wurde Christof Geißler, der bei Eiseskälte in der unbeheizten Halle, die viersitzige DR 400 des Vereins ausführlich wartete. Auch hier konnten Coronabedingt nur wenige Helfer  mitarbeiten. Ein dickes Dankeschön  für seinen unablässigen Einsatz erhielt Geländereferent Jörg Müller, ebenso die schaffigen Rentner nebst  rühriger Jugendgruppe.

Der 2. Vorsitzende Pfau dankte  allen Mitgliedern für deren wichtige Mitarbeit. Im August 2020 führten  zwei Gastvereine in Musbach ihr Sommerlager durch. Die Gastpiloten waren von Musbach und der  Region Freudenstadt angetan. Pfau schätzte eine hochmotivierte Jugendgruppe, die sich gut in den Verein eingefügt habe. Liegenschaftsrefernt Müller dankte ebenfalls für eine top  Geländepflege. Einen ausgeglichenen Kassenstand verzeichnete Kassier Tobias Abraham. Die Kassenprüfer Max Kappler und Thomas Haug bescheinigten eine exakte Arbeit. In seinem Amt als Ausbildungsleiter schätzte Axel Reich eine super Jugendgruppe. Innerhalb von 13 Monaten schloss  Jann Heritier seine Ausbildung zum PPL -C (Segelflugschein) ab. Ihre ersten 3 Alleinflüge und damit das A-Abzeichen (Möwe auf blauen Grund) schafften Marven Gründler, Tim Heritier, Anton Harzer und Philipp Rohn. Den Ultraleichtschein erwarb Tobias Abraham, Maximilian Kappler und Leo Misselbeck haben erste Alleinflüge auf der Dynamik geschafft. Christian Deubig ist nun der erste LAPL-A Scheininhaber, den die Fliegergruppe selbst ausbildete. UL- Ausbildungsleiterin Esther Schmalz dankte den Werkstattleitern und Motorenwarte, die mit ihrer Tätigkeit für viel Sicherheit beim Fluggerät sorgen. Ihre Theorieprüfung legten vier UL- Schüler ab.

Die Jugendgruppe meldete 14  hochmotivierte Jugendliche. Trotz verspäteten Saisonstart verzeichnete Flugsicherheitsreferent Armin Baur einen geordneten Flugbetrieb. Die meisten Starts wurden mit dem Schulungsdoppelsitzer ASK-13 durchgeführt. Sportlich lief es nicht schlecht, so Leistungsflugreferent Frank Popp. Bei 121 Flügen absolvierten die Aufwindexperten der Fliegergruppe 46.240 Motorlose km. In der 2. Segelflugbundesliga schaffte man einen guten Mittelfeldplatz. In der Region Rhein-Neckar-Enz flogen 6 Musbacher Piloten unter die ersten 15.

Für die Fliegergruppe Renchtal schätzte deren 2. Vorsitzender Matthias Armbruster, ein gutes Miteinander mit der FG Freudenstadt. Zum Ende wurden  langjährige und verdiente Mitglieder geehrt. 25 Jahre ist  der 2. Vorsitzende Karl Pfau dabei. Vorsitzender  Reich dankte dem Allrounder Pfau, der unermüdlich für den Verein arbeite. Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurde Bettina Buchthal geehrt. Auf 40 Jahre Mitgliedschaft blickt Hansjörg Rothfuß zurück. Mit seinen technischen Fähigkeiten ist er ein geschätztes Mitglied in der Werkstatt. Auch in diesem Jahr halten zwei Gastgruppen aus Wesel und Kusel in Musbach ihr Fluglager ab.

Text und BIlder von Lothar Schwark

Runde 7 der 2. Segelflugbundesliga FG FDS 2021

Abschirmende Bewölkung bremst die Thermik

Von Lothar Schwark

Mit Rundenplatz 16 flogen die Musbacher Aufwindjäger in Runde 7 der 2. Segelflugbundesliga nahezu das maximal mögliche heraus. Die besten thermischen Bedingungen konnten Piloten in Niedersachsen und Sachsen nutzen. Spielverderber wurden in Runde 7 hohe abschirmende Stratus und Cirruswolken. Kumuluswolken bildeten sich hingegen nur spärlich aus. Damit fehlten oft die Thermikbojen die ansonsten den Schnitt erhöhen.

Das schnellste Trio der Fliegergruppe Freudenstadt wurde von Martin Haug angeführt. Beruflich in Mainz beheimatet ist, startete er diesmal in Oppenheim/Rheinhessen. Auf DG 400/17 erzielte er über die 2.30 Stunden Wertungszeit 84,84 Punkte/90,56 km/h. Gesamt legte er 403 km zurück. Haug berichtet: Es war ein später und zäher Thermik beginn, für die ersten 100km brauchte ich nahezu 2 Stunden. Die schwülwarme Luftmasse in Verbindung mit massiven Abschirmungen war nicht sehr ergiebig. Erst in Mittelfranken wurden die Aufwinde etwas besser. Durch Funksprüche habe ich mitbekommen, dass die Abschirmung im Westen zunahm und meine Musbacher Kameraden schon zur Landung übergingen. So wendete ich kurz vor Eichstätt . Im Nachhinein die richtige Entscheidung. Die letzten 100km mussten im vorsichtigen „Schleichflug“ überbrückt werden.

Über Schwarzwald und Alb flog Michael Buchthal mit Co. Jahn Hertier mit dem Vereins Duo Discus 80,26 Punkte/86,88 km/h heraus. Ebenfalls auf Duo Discus (20-Meter Spannweite) erzielten Joachim Treier mit Co. Jakob Schick 78,69 Punkte/85,18 km/h. Schick erläuterte seine Eindrücke: Taktik war es bei der unzuverlässigen Thermik, immer einen Flugplatz zu erreichen. Mühsam gings Richtung Feldberg, wo die Aufwinde etwas stärker wurden.Vorsichtig tastete sich das Team Richtung Musbach zurück.Tief über einem Bergsattel bei Furtwangen, der ins Simonswälder Tal führt, brachte ein Aufwind von 0,5 Meter/Sekunde die Rettung. Sonst wäre der Duo Discus in Richtung Kirchzartener Flugplatz (bei Freiburg) abgetaucht. Mit viel Geduld schaffte man den Heimweg nach Musbach. Constantin Wiegert, mit Flugschüler Anton Harzer hob am selben Tag mit einem Duo Discus in Musbach ab. Der Flug sollte zum Südschwarzwald und die Schwäbische Alb bis Ulm führen. Doch eine Abschirmung auf der Alb, bremste die Thermik aus. So wurde der Flugplatz Albstadt für Wiegert und Harzer erst mal zur Endstation. Zwei Stunden später spielte die Thermik wieder mit. Der Duo Discus hob an der dortigen Winde ab, man fand einen Aufwind, um dann auf direkten Weg Musbach anzusteuern.„Es war ein toller und lehrreicher Tag“, so die beiden Flugschüler Anton Harzer und Jakob Schick voller Begeisterung über das erlebte. Mit der HPH 304 S Shark flog Christof Geißler 74,06 Punkte/84,06 km/h heraus. Er erreichte unter dunkeln und Ausbreitenden Wolken den Feldbergturm. Über Schwenningen gings zum Farrenberg und zurück über das Klippeneck – Sulz nach Musbach. Gerade noch vor dem ersten Regen erreichte Geißler Musbach. Reiner Haist erflog mit seiner Kestrel 17m einen Ligaschnitt 70,83 Punkte/76,14 km/h. Wolfgang Haug lieferte auf Discus 42,81 Punkte/45,06 km/h ab.

Nach ihren erfolgreichen Überlandflügen mit Fluglehrern gönnten sich Anton Harzer (rechts) und Jakob Schick noch einen Rundflug als Passagier mit dem Vereinsmotorflugzeug DR 400. Die Freude ist ihnen anzusehen. Bild von Harzer

Bilder: Schick & Harzer