Runde 12 der Segelflugbundesliga beschert kräftigen Wind

Mit Rundenplatz 15 und 216,66 Speed verbesserten sich die Aufwindjäger der Fliegergruppe Freudenstadt auf Platz 18 der 2. Segelflugbundesliga .

von Lothar Schwark

Wieder spielte das Flugwetter nur am ersten Tag von Runde 12 mit. Dabei hatten die in Musbach beheimateten Piloten das Glück, dass sich am Samstagvormittag noch Aufwinde ausbilden konnten.. Wie in den Wochen zuvor, wurde die Thermik nach und nach durch abschirmende Wolken ausgebremst. Der Sonntag präsentierte sich im Dauergrau. Entscheidend war die Wahl des Flugweges und Startplatz. Martin Haug hob in Oppenheim/Rheinhessen ab. Haug schildert seinen Flug: „Die Rückseite einer Kaltfront versprach gute Thermik, allerdings mit nicht all zu hoher Basishöhe und starkem Westwind mit bis zu 35 km/h. Somit war klar, dass für einen schnellen Bundesligaflug der Wind eine wesentliche Rolle spielen wird. Den Flug bis nach Roth in Franken schloss ich nach 494 km in Oppenheim ab. So sprangen für mich in der 2.30 Stunden Wertungszeit 98,64 Punkte/105,3 km/h heraus. Als Turbo schob mich der Westwind kräftig bis nach Franken. Mit Start in Musbach ist man bei dieser Wetterlage im Nachteil, da die Nord-Südausrichtung des Schwarzwalds und die Begrenzung durch Lufträume im Westen und im Osten, sowie das hohe Gelände, keine vernünftige Streckenlegung in Windrichtung möglich macht“ erläutert Haug.

So müssen sich die Musbacher Piloten erst nach Norden oder Süden vorkämpfen, um dann einen möglichst langen Schenkel mit Rückwind gen Osten fliegen zu können. Gut gelöst hatte dies Constantin Wiegert, er flog nach einem Bogen nach Süden, die Alb nach Osten hoch. Auf dem Rückweg nördlich von Stuttgart legte allerdings eine Abschirmung die Thermik lahm. So war für ihn und auch Joachim Treier im Duo Discus nach 313 km in Mühlacker Endstation. Da man zumindest in den 15 Km Kreis um den Startplatz einfliegen muss, gab es keine Bundesligawertung. Zweitschnellster Musbacher Aufwindjäger wurde Christof Geißler mit 61,86 Punkte/70,21 km/h auf der HPH 304 S Shark. Er war überwiegend über dem Schwarzwald unterwegs. Geißler berichtet: „Samstag war starker Wind, so 30 km/h aus W bis SW, anfänglich niedrige Wolkenuntergrenze, da fühlt man sich wie in der Waschküche und musste erst einmal in der Nähe von Musbach bleiben. Oben bleiben war schwierig. Später hob sich die Wolkenuntergrenze an und ich flog bis zum Stromberg (Brakenheimer Turm) ,um dort zu wenden. Gegen den Wind zurück in den den Schwarzwald war es schwierig, da der starke Wind und die dichten Wolken die Aufwinde stoppten. Immerhin flog Geißler noch 302 Km heraus. Frank Popp ergänzte mit 56,16 Punkte/61,64 km/h auf seiner DG 800 S das erfolgreiche Trio. Reiner Haist flog auf der Kestrel 17 noch 48,30 Punkte/51,92 km7h heraus. Tilman Fuchs erzielte auf Discus 2C 48,06 Punkte/50,95 km/h. Die verhaltenen Schnitte sprachen für die Tücken des Wetters. Noch drei Runden bleiben um weitere Plätze gut zu machen.

Bundesligarunde 11 im Jahr 2021

Kurze Wetterlücke genutzt

von Lothar Schwark

Wie in den Runden zuvor, mussten sich Musbachs Aufwindjäger in Runde 11 der 2. Segelflugbundesliga mit thermischer Magerkost begnügen. Es blieb nur der Samstag der mit viel Glück für zwei Stunden Aufwinde lieferte . Aussichtslos der Sonntag. Hier bremste eine geschlossene Wolkendecke über Musbach und dem Schwarzwald die Aufwinde aus. Nur im Rheintal bildete sich Thermik aus.

Die Gunst der Stunde konnte Martin Haug am Samstagnachmittag nutzten. Bevor er seinen Bundesligaflug startete, hatte er ein erstes Flugabenteuer erlebt. So hatte er eine Befähigungsüberprüfung auf dem UL (Typ Dynamic) zur Verlängerung der Lizenz absolviert. Dazu gehörte auch der Anflug des Stuttgarter Flughafen. An Tübingen vorbei, wurde der Meldepunkt Sierra (Pflichtmeldepunkt außerhalb der Kontrollzone) angeflogen. Ziel war dabei, die Landebahn des Stuttgarter Flughafen zu Queren, um über den Ausflugspunkt Whiskey die Kontrollzone zu verlassen. Da zu dieser Zeit eine Boeing 737 von TuiFly anflog wurde die Dynamikbesatzung in den Gegenanflug 07 (Landerichtung) geschickt. Nach der Landung der 737 konnte man so einmal tief über die komplette Piste fliegen und dem Lotsen eine kleine Abwechslung bereiten. „Das hat man auch nicht alle Tage“ so Haug.

Anflug auf Stuttgart

„Zurück in Musbach habe ich auf einen Bundesligaflug gelauert“ berichtet der Fluglehrer der Fliegergruppe Freudenstadt. Wolkenabschirmung auf Abschirmung zog durch, die ASK 13(Schulflugzeug) blieb nie hängen (kein Aufwind). Gegen 15.30 Uhr wurde es etwas heller. Folgend bereitete Haug den Discus CS des Vereins für einen Flug vor. Nach dem Windenstart auf 300 Meter Höhe über Grund, kämpfte Haug eine Stunde lang im Platzbereich ums pure oben bleiben. Zu seiner Freude bildeten sich plötzlich Cumulus Aufreihungen . Bei der labilen Luftmasse reichte es aus, dass die Sonne nur kurz durchkam. Leider zeigte die beste Aufwindstraße in Richtung Stuttgarter Sektoren (Luftraum für Segelflugzeuge gesperrt). Richtung Nordschwarzwald waren die Wolken zerzaust und brachten nur geringe Steigwerte . Haug gelang es dann noch zwischen Calw und Kleine Kinzig einzelne Wenden anzufliegen. So reichte es dann gut mit 4 möglichen Schenkeln die Mindestwertungsstrecke zu erreichen. Mit 51,83 Punkte/54,55 km/h erflog er für die FG Freudenstadt wichtige 6. Punkte. Nur 15 von 30 Vereinen schafften eine Wertung. Ab Platz 10 erflog jeweils nur ein Pilot eine Wertung, was die Schwierigkeit dieser Wetterlage belegte. Auf Rang 10 fehlen Freudenstadt aktuell 11Zähler. Von einem Abstiegsplatz istman derzeitig 20 Punkte entfernt.