Süddeutsche Segelflugmeisterschaften der Junioren 2026

Marven Gründler an zwei Flugtagen vom Pech verfolgt

Von Lothar Schwark

Höhen und Tiefen erlebten die Freudenstädter Piloten Marven Gründler, Jakob Schick, Oskar Haug und Hannes Deuble bei den Süddeutschen Segelflugmeisterschaften der Junioren. Der Wettbewerb fand vom 29. Mai bis 6. Juni 2026 auf dem Flugplatz Winzeln-Schramberg statt. Nachdem die Woche vor dem Wettbewerb noch hervorragende Flugbedingungen geboten hatte, zeigte sich das Wetter während der Meisterschaft deutlich wechselhafter. Tiefdruckgebiete bestimmten zunehmend die Wetterlage. Dennoch konnten die Teilnehmer zwischen durchziehenden Fronten immer wieder kurze Hochdruckphasen nutzen.

Das sogenannte „Würfelwetter“ stellte die Piloten dabei vor große Herausforderungen. Nicht selten endeten die Flüge auf benachbarten Flugplätzen oder mit sicheren Außenlandungen auf Wiesen und Äckern.

Standardklasse: Licht und Schatten für Gründler

In der Standardklasse gingen Marven Gründler, Oskar Haug und Hannes Deuble an den Start. Während Gründler im Vorfeld zum erweiterten Favoritenkreis gezählt wurde, stand für Haug und Deuble bei ihrer ersten Meisterschaft vor allem das Sammeln von Wettbewerbserfahrung im Vordergrund. Bereits am ersten Wertungstag zeigte Gründler sein Potenzial. Mit einem starken 3. Tagesplatz über die 231 Kilometer lange Aufgabe und einem Schnitt von 141,77 km/h setzte er ein erstes Ausrufezeichen.

Haug und Deuble belegten die Plätze 16 beziehungsweise 18.

Rückschläge an den Folgetagen

Am zweiten Wertungstag wartete eine anspruchsvolle Aufgabe über 385 Kilometer rund um den Großraum Stuttgart. Lediglich elf Piloten konnten die Strecke vollständig bewältigen. Für Gründler endete der Flug nach 245 Kilometern vorzeitig. Mit 365 Tagespunkten und Rang 14 verlor er wertvollen Boden auf den späteren Tagessieger Felix Neuburger aus Gingen an der Fils, der 992 Punkte erreichte.

Besser lief es für Hannes Deuble. Er belegte mit einem Schnitt von 76,78 km/h einen starken 9. Tagesplatz. Auch Oskar Haug konnte mit Platz 12 und einer zurückgelegten Strecke von 280 Kilometern zufrieden sein.

Noch bitterer verlief der dritte Wertungstag für Gründler. Bei der auf 352 Kilometer angesetzten Aufgabe wurde er bereits nach 105 Kilometern von einer großflächigen Abschirmung ausgebremst und musste den Flug vorzeitig beenden. Mit lediglich 218 Tagespunkten verlor er erneut wichtige Plätze in der Gesamtwertung. Nur sechs Piloten erreichten an diesem Tag das Ziel. Tagessieger Felix von Pfeil erzielte mit 76,99 km/h insgesamt 956 Punkte. Deuble erreichte mit 209 Kilometern den 11. Tagesplatz, während Haug an diesem Tag nicht startete.

Starker Abschluss

Am vierten und letzten Wertungstag fand Gründler wieder zu seiner starken Form zurück. Die dreistündige AAT-Aufgabe absolvierte er mit einem Schnitt von 99,67 km/h über 301 Kilometer und erreichte mit 919 Punkten einen hervorragenden 2. Tagesplatz. Auch Hannes Deuble und Oskar Haug bewältigten die Aufgabe erfolgreich und belegten die Plätze 12 beziehungsweise 18.

Schick sammelt wertvolle Erfahrungen

In der Clubklasse trat Jakob Schick mit seinem Mini Nimbus an. Mit den Tagesplatzierungen 8, 17, 13, 21 und 15 erreichte er in der Gesamtwertung einen respektablen 13. Platz. Wie viele andere Teilnehmer hatte auch Schick mit den schwierigen Wetterbedingungen zu kämpfen, konnte jedoch wichtige Wettbewerbserfahrung sammeln.

Erfolgreiche Winzeln Open

Parallel zu den Meisterschaften fanden die Winzeln Open statt. Dort erreichte Timo Lehrke mit seinem Mini Nimbus nach zwei Wertungstagen einen starken 5. Gesamtplatz.

Lob für die Organisation

Unabhängig von den sportlichen Ergebnissen waren sich alle Freudenstädter Teilnehmer einig: Die Veranstaltung war hervorragend organisiert. Trotz der wechselhaften Wetterbedingungen herrschte während der gesamten Meisterschaft eine ausgesprochen gute Stimmung unter den Teilnehmern.


 

Fliegergruppe Freudenstadt nimmt neue ASK 21 B in Empfang

Von Lothar Schwark

Die Fliegergruppe Freudenstadt hat ihr neues Schulungsflugzeug, eine ASK 21 B, in Empfang genommen. Mit der Neuanschaffung investiert der Verein gezielt in die Zukunft seiner Flugausbildung.

Der bisherige Schulungsdoppelsitzer, eine ASK 13, hat in den vergangenen Jahrzehnten beeindruckende Dienste geleistet. Nach mittlerweile 24.043 Starts und 4.723 Flugstunden ist das Flugzeug inzwischen 52 Jahre alt. Dennoch wird die ASK 13 auch künftig ein wichtiger Bestandteil der Vereinsflotte bleiben.

Bewährtes Flugzeug mit Zukunft

Nach intensiven Überlegungen entschied sich die Fliegergruppe für die ASK 21 B der Flugzeugbau-Manufaktur Alexander Schleicher GmbH & Co in Poppenhausen an der Wasserkuppe. Der Flugzeugtyp wird weltweit von Vereinen und Flugschulen eingesetzt und gilt als eines der erfolgreichsten Schulungsflugzeuge im Segelflug.

Die Freudenstädter Maschine trägt die Werknummer 1038 sowie das Kennzeichen D-6865 und wurde in Poppenhausen, am Fuße der Wasserkuppe, gefertigt.

Moderne Technik für die Ausbildung

Die neue ASK 21 B wird nun schrittweise in den Schulungsbetrieb integriert. Gegenüber der ASK 13 bietet sie zahlreiche Vorteile:

  • moderne Kunststoffbauweise
  • Auslegung für bis zu 18.000 Flugstunden
  • Zulassung für Kunstflug
  • Möglichkeit zum Trudeltraining
  • automatische Ruderanschlüsse
  • höhere Zuladung
  • ergonomisch verbesserte Sitzpositionen

Insbesondere die höhere Zuladung stellt einen großen Vorteil dar. Bei der ASK 13 wurde die zulässige Beladung mit schwereren Flugschülern und Fluglehrern gelegentlich erreicht. Die ASK 21 B bietet hier deutlich mehr Reserven und erleichtert den Ausbildungsbetrieb.

ASK 13 bleibt weiterhin im Einsatz

Trotz der Neuanschaffung wird die ASK 13 nicht ausgemustert. Im Gegenteil: Nach einer bereits durchgeführten Rumpfüberholung steht im kommenden Winter die Grundüberholung der Tragflächen an.

Bei regelmäßiger Wartung können Segelflugzeuge dieser Bauart über viele Jahrzehnte sicher betrieben werden. Die ASK 13 bleibt deshalb auch künftig ein wichtiger Bestandteil der Ausbildungsflotte.

Große Investition für den Verein

Die Anschaffung der ASK 21 B stellt für die Fliegergruppe Freudenstadt eine erhebliche Investition dar. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf rund 175.000 Euro brutto, beziehungsweise etwa 147.000 Euro netto.

Zur Finanzierung trugen mehrere Partner bei:

  • Zuschuss der Stadt Freudenstadt: 12.500 Euro
  • Zuschuss des Württembergischer Landessportbund: 15.000 Euro
  • Spende eines Vereinsmitglieds: 20.000 Euro

Den verbleibenden Betrag erwirtschaftete die Fliegergruppe über Jahre hinweg durch Veranstaltungen, Wettbewerbe und eine konsequente Vereinsarbeit.

Investition in die Zukunft

Mit der ASK 21 B beschafft die Fliegergruppe Freudenstadt nach rund 23 Jahren erstmals wieder ein fabrikneues Segelflugzeug für den Schulungsbetrieb. Die Investition sichert die Qualität der Ausbildung und schafft beste Voraussetzungen für kommende Generationen von Pilotinnen und Piloten.