2. Segelflugbundesliga – Runde 16

Den Rundensieg nur knapp verpasst

Von Lothar Schwark

Bei besten Aufwindbedingungen flogen die Aufwindjäger der FG Freudenstadt in Rundenwertung 16 der 2. Segelflugbundesliga einen guten 2. Rundenplatz mit 324,10 Speed heraus. Ebenso absolvierten die Musbacher Piloten Strecken zwischen 400- 700 km, die an zwei Tagen zum Teil in den Schweizer Jura, wie nach Hessen und Bayern führten. Der erst mögliche Flugtag von Runde 16 (Samstag) brachte noch mäßige Flugbedingungen, da nördlich von Musbach eine Störung mit tiefschwarzen Wolken und Regenschauer vorbeizog. Da blieb nur der Weg nach Süden. Martin Haug (DG 400/17m/Bundesligaschnitt 82,77 km/h) und Frank Popp (DG 800 S/Bundesligaschnitt 69,55 Km/h) wählten den Weg in den Schweizer Jura, von dem Haug nach 392 km zurückkehrte. Popp verzeichnete bei Olten einen Tiefpunkt und überflog nach insgesamt 316 km den Musbacher Flugplatz. Mit Timo Lehrke verzeichnete man einen dritten Ligapiloten. Er erflog beim Klippeneckwettbewerb einen Liga schnitt von 69,78 km/h. Damit war eine erste Grundlage, seit langem mal wieder mit drei Piloten gesichert.

Der Sonntag brachte dann Flugwetter vom Feinsten. Diese Bedingungen nutzten die Piloten der FG Freudenstadt dann optimal. Für Platz 1 in der Rundenwertung fehlten gerade 1,37 km/h . Mit einem Jo-Jo Flug über dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb flog Haug gesamt 709 km heraus. In der Ligawertung (schnellste 2:30 Stunden) brachte es ihm 115,56 Punkte/123,36 km/h ein. Axel Reich hob an diesem Tag erst gegen 16.00 Uhr (Lokalzeit) mit einem Nimbus 4 DM ab. Mit dem Offene Klasse Schiff mit über 26 Meter Spannweite spurtete Reich über dem Schwarzwald 105,29 Punkte/123,45 km/h heraus. Der Vorsitzende der FG Freudenstadt lobte dabei eine tragende Aufwindlinie über dem Schwarzwald. Es hat mir viel Freude bereitet, so Reich. Tilman Fuchs wählte mit einem Discus 2c/18 m ein Dreieck um Stuttgart herum. Insgesamt flog er 632,08 km. Für die Ligawertung sprangen 103,25 Punkte/114,09 km/h heraus. Damit hatten die drei Aufwindjäger eine Top Leistung abgelegt. Auf Langstrecke war ebenso Frank Popp mit seiner DG 800 S mit 692,67 Km unterwegs. Sein Liga schnitt betrug 97,6 Punkte/107,11 km/h. Popp bedauerte das er eineinhalb Stunden zu spät gestartet war. Sonst wären locker über 800 km drin gewesen. 414 km erflog Martin Busch mit dem Vereins Discus 2b. Mit dem Liga schnitt von 79,42 Punkte/84,19 Km/h war er zufrieden.

Aktuell ist in Musbach auch die FSVO Reinheim zu Gast. Die Hessen nutzten ebenso mit zahlreichen Überlandflügen das gute Flugwetter. Hier zeigte Rene Kernbach, das man auch mit einem älteren Holzflieger, gegenüber den modernen Kunstoffvögel dank dem jeweiligen Handicap-Faktor mithalten kann. Mit einem 557 km Flug (773,65 Punkte) setzte sich der Hesse vor Haug, der mit der jüngeren DG 400/17m 758,92 Punkte bei 709 km erflog. Langstreckenkönig wurde einmal mehr Michael Schlaich vom LSV Schwarzwald, der von Winzeln-Schramberg auf Ventus 2 t 1007 km erflog. Von Offenburg schaffte Philipp Butz mit einer ASG 29 /18 m ebenso 1037 km. Die Flüge werden je nach Streckenführung bewertet.

Bilder Lothar Schwark

Rundenwertung 16 der laufenden 2. Segelflugbundesliga. 1. Aero Team Klix (SN) 325,47 Speed/20 Punkte. 2. FG Freudenstadt (BW) 324,10 Speed/19 Punkte. 3. Rhönflug Poppenhausen (HE) 319,27 Speed/18 Punkte.

Laufende Gesamtwertung nach 16 von 19 Runden. 1. AC Bad Nauheim (HE) 216 Punkte. 2. AC Schweinfurt (BY) 200 Punkte. 3. FG Oerlinghausen (NW) 199 Punkte. 17. FG Freudenstadt (BW) 102 Punkte.

Siegerpodest auf Klippeneck-Wettbewerb nur knapp verpasst

Von Lothar Schwark

Mit Gesamtplatz 4 schrammte Timo Lehrke von der Fliegergruppe Freudenstadt beim zwischenzeitlich 51. Klippeneckwettbewerb knapp am Siegerpodest vorbei. Die Leistungen des 26 jährigen konnten sich sehen lassen. Bei starker Konkurrenz erflog er in der 15-Meter Klasse, mit dem Vereins Discus 2b zwei Tagessiege, sowie einmal Tagesplatz 3. Die insgesamt 99 Piloten in fünf Flugzeugklassen, bewältigten Flugstrecken bis zu 520 km. Bedingt durch die Wetterlage waren die Teilnehmer mehrmals über der Freudenstädter Region und dem Nordschwarzwald unterwegs. In der 15 Meter Klasse flogen 13 Teilnehmer/innen mit. Nachdem die ersten zwei möglichen Flugtage neutralisiert wurden, konnten sich die Aufwindjäger bei sechs aneinander folgenden Flugtagen satt fliegen.

Nerven waren teilweise gefragt, denn immer wieder musste man bei mäßiger Wolkenbasis tief herabfliegen, um wieder einen Aufwind zu finden. So berichtete Lehrke, dass sich ein Pulk aus einer anderen Klasse, mit mehreren Flugzeugen gerade noch in 200 Meter über Grund bei Simmersfeld in einem Aufwind vor dem Absaufen (Fachsprache für Außenlandung) retten konnte. Es zeichnet das können der Piloten aus, dass es bei diesem Wettbewerb nur sehr wenige Außenlandungen gab. Wertungsflug eins führte Lehrke zum Freudenstädter Marktplatz und zurück nach Albstadt (Distanz 192 km). Lehrke flog etwas zu spät ab und erzielte mit 95,60 km/h den 7. Tagesplatz. Gut im Rennen lag der Musbacher Pilot an Flugtag zwei. Mit 92,41 km/h über 318 km erflog Lehrke den Tagessieg und 1000 Punkte. Neben Bonndorf /Schwarzwald war die Nagoldtalsperre eine Wende, bevor es nach Balingen und Merklingen ging.. Wertungsflug drei führte zum Kirnbergsee und nach Oberreichenbach. Lehrke entschied sich für einen frühen Abflug. Anfangs lief es sehr gut bis zum Flugplatz Winzeln-Schramberg. Ab dort wurde es in Richtung Musbach immer schwieriger. Mit Mühe und Not konnte sich der Discus 2b Pilot dort gerade noch vor der Landung retten. In nur 500 Meter über Grund hangelte sich Lehrke Richtung Haiterbacher Flugplatz. Dort fand er endlich wieder einen zwei Meter Aufwind, der ihn zumindest für einen weiteren Teilbereich von seinen Aufwindsorgen befreite. So sprang mit 82,32 km/h über 197 km nur Tagesplatz 11 heraus. Tagessieger Christoph S. Ackermann war deutlich später erst gegen 16.00 Uhr abgeflogen. Er erreichte im aufblühenden Wetter 99,57/km/h.

Flugtag vier erreichte Lehrke über 490 km auf der Schwäbischen Alb Tagesplatz 10 mit 101,72 km/h . Leider ließen ihn im Anflug die Aufwinde im Stich, so dass er zu tief in den Zielkreis einflog. Das brachte durch Strafpunkte einen weiteren Dämpfer. Flugtag fünf brachte mit einer 1:30 Stunden Area Task die bis zur Nagoldtalsperre ausgedehnt war Tagesplatz 3 mit 112,91 km/h über 169,36 Km. Sein Können spielte Lehrke dann am letzten Flugtag mit einem weiteren Tagessieg aus. Zu bewältigen waren die Wenden Alpirsbach/Kloster- Ermingen bei Ulm und der Turm des Fürstenbergs. Das Wetter hatte es in sich. Auf der Alb drohte fast dem ganzen Feld die Außenlandung. Lehrke bastelte sich aus 250 Meter wieder heraus und war über seinen Tagessieg mit 69,20 km/h über 285 km glücklich.

Nun macht sich Lehrke mit seinem Vereinskamerad Constantin Wiegert mit dem Verein Duo Discus nach Brandenburg in Brandenburg auf, um dort die kommenden zwei Wochen die großen Weiten von Brandenburg zu erkunden.

Ergebnis 51. Klippeneckwettbewerb 15-Meter Klasse. 1. Dirk Ströbl FLG Blaubeuren LS 8 – 4278 Punkte. 2. Philipp Soell FLG Blaubeuren Discus 2b 4190. 3. Wouter van Essen FSV Nürtingen LS 8neo 3982. 4. Timo Lehrke FG Freudenstadt Discus 2b 3910.

Bilder Lothar Schwark