Apfelbaumaktion Musbach Flugplatz Oktober 2025

Sechs Bäume gepflanzt

Von Lothar Schwark

Im Vereinsheim der Fliegergruppe Freudenstadt fand unlängst der Abschluss der Musbacher Obstbaumaktion satt. Eingeladen waren alle Helfer der Musbacher Vereine und Gruppen. Ortsvorsteher Joachim Böhm dankte nochmals allen, die an dieser geschätzten Aktion mitgewirkt haben. Gleichzeitig war dies der Abschluss vom diesjährigen Baumschnittkurs, der in drei Teilen stattfand. Neben der Theorie wurde das fachgerechte Schneiden der Bäume, und auch das Pflanzen neuer Apfelbäume angegangen. So zum Beispiel am Spielplatz der Fliegergruppe. Um dem Nachwuchs in kommenden Jahren, an sonnigen und heißen Tagen etwas mehr Schatten zu verschaffen, wurden am und im Spielplatz, unter Anleitung der Obstbaumfachwarte Marga Frick und Werner Oesterle sechs Obstbäume gepflanzt. Die sind in Zukunft nicht nur ein Gewinn für die Natur, sondern spenden auch reichlich Schatten. Wenn die Apfelbäume in der Regel nach drei bis fünf Jahre erste Früchte tragen, wird man nahe der Flugzeughallen saftige Äpfel ernten können „berichtete der 2. Vorsitzende der FG Freudenstadt Karl Pfau.

Angesprochen waren, alle Helfer/innen die gemäht, Äpfel geschüttelt, aufgelesen und gemostet haben. So begangen die Mäharbeiten zuerst unter ortseigenen Obstbäumen. Folgend standen zwei Tage später weitere Mäharbeiten und kräftezehrendes Bäume Schütteln an. Gemostet wurde in der Mosterei Landenberger in Pfalzgrafenweiler, wobei laut Ortsvorsteher Böhm, nur gutes Obst verwertet wurde. Neben traditionellen Apfelsaft wurde eine Presse mit Apfel-Birne-Saft gemostet, (Birnenanteil 50 Prozent) wobei die wohlschmeckende Säfte in 5-Liter-Bag-in-Box abgefüllt wurden.

Am Abschlusstag trafen sich die Helfer der örtlichen Vereine und Gruppierungen, rund 50 Personen, auf dem Fluggelände. Dort wurden ihnen Bratwürste, Zwiebelkuchen, Apfel- und Zwetschgenkuchen, frischer Apfelsaft und Kaltgetränke serviert. In Musbach selbst, wirken in diesem Jahr die Fliegergruppe, Sportverein, Tennisclub, Narrenzunft, Evangelische Kirche, Neuapostolische Kirche, Wandergruppe, Motorradfreunde, Feuerwehr und Jagdgemeinschaft mit. Einige mutige Helfer entschlossen sich spontan für einen Rundflug mit dem Vereinsflugzeug rund um Musbach.

 

Bilder von Karl Pfau und Patric Schuler

Oskar Haug auf großer Tour

Als Copilot mit dem Ultraleichtflugzeug nach Marrakesch unterwegs

von Lothar Schwark

Freudenstadt – Weipertshofen. Unlängst kehrte der 16-jährige Oskar Haug von der Fliegergruppe Freudenstadt von einem fliegerischen Abenteuer zurück. Von der befreundeten Sportfliegergruppe Crailsheim, die schon Fluglager in Musbach durchführte, wurde Haug von deren Vorsitzenden Tino Früh zum Mitflug im Ultraleichtflugzeug FK14 Polaris B2 nach Marokko eingeladen. Beim Flug, der Haug und Früh nach Nordafrika führte, war das Team in 13 Flugetappen insgesamt 5.500 km unterwegs. Dass so ein Flug gründlich geplant werden muss, schildert Früh: „Ein solcher Trip ist nicht nur Fliegen, sondern auch intensive Planung“ schildert das junge Team.

Die erste Etappe führte nach Lyon, anschließend ging es nach Barcelona weiter. Dabei galt es sich mit neuen Lufträumen und Funkprozeduren zu befassen, und internationale Abläufe zu erproben. „Die mediterrane Küstenlinie bei Barcelona bot ein spektakuläres Panorama. Weiter führte der Flug nach Palma (Mallorca) und eine Stunde über offenes Wasser. Das besondere Gefühl die Maschine übers Meer zu steuern erzeugte Respekt.

Die Landung in Mallorca war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg nach Nordafrika. Von Mallorca ging es an Ibiza vorbei in Richtung Alicante nach Jerez, um dort Ausreiseformalitäten zu erledigen. So erforderten die Zollformalitäten wochenlange Vorbereitung vor dem eigentlichen Start der Tour. Der Flug über die Straße von Gibraltar nach Tanger markierte den vielleicht spannendsten Abschnitt. „Das Gefühl einen neuen Kontinent (Nordafrika) zu erreichen, sei mit nichts anderem zu vergleichen“ berichtet das motivierte Team.

Erste Station war die Küstenstadt Tanger. Sie diente als Ausgangspunkt für weitere Routen. Dort ereilte Haug und Früh das Pech. Kurz vor dem Start, platze auf dem Taxiway ein Reifen. Mit zwei im Anflug befindlichen Airbus A 320 im Nacken, war der Ort wenig für eine Panne geeignet. Gemeinsam mit der Flughafenfeuerwehr konnte das Flugzeug zügig abgeschleppt werden. Durch Mithilfe von Mechaniker der marokkanischen Luftwaffe, die mit Rat und Tat und Werkzeug zur Seite standen, konnte das Problem schnell behoben werden. In Marrakesch erwartete die Piloten eine lebhafte Königsstadt am Fuße des Atlasgebirge. „Wir sind in eine für uns total fesselnde Welt eingeflogen“ schildert Früh.

Auf dem Rückflug nach Deutschland musste man aufgrund spanischer Wald- und Buschbrände und schlechten Sichten eine Zwischenlandung in Ciudad Real einlegen. Völlig surreal, stand der FK14 Polaris B2 eine rund 4.000 Meter Landebahn zur Verfügung, obwohl die sich  im Idealfall mit gerade 250 Meter begnügt. „Wir standen auf einem riesigen Flughafen – und niemand war da“ so die Luftreisenden. Für Früh und Haug war der Flug mehr als ein fliegerisches Abenteuer. Für beide war es eine wertvolle fliegerische Weiterbildung und einmalige Gelegenheit, den fliegerischen Horizont zu erweitern. Den Satz: „Das Schöne am Fliegen ist: die Welt ist ein Stück kleiner“ können beide unterstreichen. Und so wird Haug in Musbach, nach Erhalt des Segelflugschein den Ultraleichtschein in Angriff nehmen, den er mit 17. Jahren erwerben kann.

Bilder: Tino Früh