Schlau Fuchs Tage Kurhaus und Kongresszentrum Freudenstadt 2025

Die Schlau Füchse waren unterwegs

von Lothar Schwark

Für die Fliegergruppe Freudenstadt sind die „Schlau-Fuchs-Tage“ im Kurhaus und Kongresszentrum Freudenstadt seit Jahren quasi ein Pflichttermin. So hieß es auch bei der zehnten Auflage für Kinder im Alter zwischen 4 und 9 Jahren in vielen Fachbereichen: „Erkunden, Probieren, Experimentieren“. Als eine der 29 Stationen präsentierte sich die Fliegergruppe Freudenstadt mit einem Discus CS. Das Wettbewerbskennzeichen MUS machte klar deutlich, dass dieses Segelflugzeug im Freudenstädter Teilort Musbach stationiert ist. Werbeträchtig stand vor dem Kurhaus der Discus-Transportanhänger, der mit der Aufschrift „Freude an Freudenstadt“ willkommen hieß.

Von der FG Freudenstadt hatte einmal mehr Reinhold Stehle die Veranstaltung mit organisiert. Aber auch Vorsitzender Axel Reich und Karl Pfau waren beim Auf- und Abbau beteiligt. Zudem hatte der Discus CS einen prominenten Standplatz. Wurde doch genau an dieser Stelle beim Segelfliegertag 2023 der Ventus 3E einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

An zwei Tagen erlebten insgesamt rund 1750 Kinder zahlreiche Themen der Naturwissenschaft und Technik. So herrschte an beiden Tagen ein emsiges Kommen und Gehen. Am frühen Vormittag empfing unter anderem der 16-jährige Oskar Haug die erwartungsvollen Gäste. Er konnte den Kindern die Begeisterung besonders nahebringen. War er doch schon regelmäßig vor seinem zehnten Lebensjahr Gast auf dem Musbacher Fluggelände und wurde ab und an von den aktiven Piloten zu einem Rundflug eingeladen. Mit 14 Jahren erfüllte sich sein Traum: Oskar absolvierte den ersten Alleinflug.

Als Lehrer im Ruhestand war es Stehle eine große Freude, dem wissbegierigen Nachwuchs das Segelfliegen nahezubringen. So wurde den Schülergruppen mit einfachen Versuchen gezeigt, wie ein warmer Luftstrom das Segelflugzeug nach oben hebt. Auch wurden unter Anleitung schicke Papierflieger gebaut. Das Größte für den Nachwuchs war jedoch das Probesitzen. Strahlende Kinderaugen belegten: Das ist klasse! Fragen wie „Wozu ist dieser Hebel?“, „Warum ist der Steuerknüppel in der Mitte?“ oder „Warum gibt es so große Fußpedale?“ wurden geduldig beantwortet – ebenso wie der Aufbau des spannenden Instrumentenbretts des Discus CS.

Nach dem Probesitzen war für manchen jungen Gast klar: „Ich schau mal mit meinen Eltern in Musbach vorbei.“ Einig sind sich die Freudenstädter Flieger, dass sich solche Termine fest in den Gedanken der Kinder verankern und der eine oder andere mit 14 Jahren mit dem Fliegen beginnt.

Auch Oberbürgermeister Adrian Sonder und der neue Landrat des Kreises Freudenstadt, Andreas Junt, ließen es sich nicht nehmen, zur Freude des Nachwuchses einmal Probe zu sitzen. Für das Jahr 2026 wurde zudem ein Besuch auf dem Musbacher Fluggelände angekündigt.

Im Nachgang dankte Stehle allen Helfern der Fliegergruppe mit den Worten: „Gut gelaufen, nichts kaputt gemacht, alles aufgeräumt.“

Abschluss Fliegergruppe Freudenstadt 2025 WeGlide

63.023 Motorlose Flugkilometer erflogen

Von Lothar Schwark

Mit den ersten Herbststürmen wurde in Musbach förmlich die letzte Oktober Thermik weggeweht. Nun müssen die Piloten der Fliegergruppe Freudenstadt wieder kleinere Brötchen backen. Die offizielle Flugsaison ist Ende Oktober beendet. Ein Hoffnungsschimmer bleibt. Sollten sich in der kalten Jahreszeit im Vorfeld eines Tiefs windreiche Südwestlagen aufbauen, sind bei passender Luftschichtung von Musbach mit Freigabe der Flugsicherung Höhenflüge von bis zu 5000 Meter oder mehr möglich. Das gleiche gilt für windreiche Nordostwetterlagen, die mit einem kalten Hauch aus Osten grüßen.

Treten diese Wetterlagen ein, bedarf es einer gründlichen Flugbereitung. Für Flüge über 4000 Meter wird in den Cockpits Sauerstoff benötigt. Eine gründliche Flugvorbereitung ist zwingend notwendig, um anschließend in das Wellenfluggebiet Murgtal einzusteigen. In diesem von der Flugsicherung in Langen ausgewiesenen Luftraum, kann man dann, je nach Freigabe in Höhen von über 3000 Meter steigen. Ansonsten müssen die Flugzeugführer den Steigflug spätestens in Flugfläche 95 beenden (2950 Meter NN).  Bei solchen Wetterlagen wurden im Herbst und Winter schon Strecken über 600 Km im reinen Wellenflug bewältigt.

Eindrücke meist über den Wolken unterwegs zu sein, sind unvergesslich. Wichtig ist dabei, dass immer Wolkenlücken vorhanden sind, die einen sicheren Abstieg ermöglichen. Während es in den Wellenaufwinden ruhig wie im Lehnstuhl zugeht, ist der Einstieg, je nach Geländestruktur, in vorhandene Rotoren wild. Hier ist viel Erfahrung gefragt, wenn man dieses Rodeo im Rotor mit in engen Kreisen bewältigt. Wie von Geisterhand, taucht man dann in die laminare Luftströmung ein. Entspannt kann man sich im Cockpit zurücklehnen, um die Leichtigkeit des Fliegens zu genießen.

Solche Flüge bleiben fest verankert. Wie auch die Erinnerung zur Flugsaison 2025. So listet der weltweite WeGlide für die Fliegergruppe Freudenstadt 63.023 Flugkilometer auf, die 64.699 Punkte erbrachten. 25 Piloten waren zu 184 Flügen unterwegs (Deutschland, Frankreich, Österreich und Schweiz). Als relativ kleiner Verein, schafften die in Musbach beheimateten Aufwindjäger unter 1352 Vereinen immerhin einen 152. Gesamtplatz. Wenn man bedenkt, dass der erstplatzierte SFZ Königsdorf mit 124 Piloten (1214 Flüge/509847 km/509272 Punkte) ins Rennen gehen konnte, und Traumbedingungen der Alpen nutzen konnte, ist die Freudenstädter Platzierung durchaus beachtenswert.

Vereinsintern glänzte Marven Gründler im WeGlide mit 5 Flügen und 3.948 Punkten, wobei er am 30.04.2025 mit 961,7 Punkten knapp an den 1000 km vorbeigeschrammt ist. Ebenso als Junior schaffte Jakob Schick gute 3.502 Punkten. Senior Frank Popp war mit 3.281 Punkten und fünf Flügen gleichfalls gut dabei. Insgesamt stellte Freudenstadt in der WeGlide Wertung 8 Dreierteams, wobei Marven Gründler, Jakob Schick und Timo Lehrke als bestes Vereinsteam 2675 Punkte erflogen.  Als erstes werden die Vereinssegelflugzeuge nun in der Vereinswerkstatt wieder auf die neue Flugsaison vorbereitet. Denn in der Saison 2026 warten viele neue Scheinpiloten darauf, erste Erfahrungen im Streckensegelflug zu erwerben.