Musbacher Aufwindjäger ganz vorne dabei
Von Lothar Schwark
Nachdem Reiner Rose, Gründer des Online Contest, am 17. April bekanntgegeben hatte, dass es 2026 keine Bundesliga-Wertungen mehr geben werde, wendete sich das Blatt überraschend doch noch einmal. Am Abend des 29. April wurde mitgeteilt, dass durch eine unerwartete Spende die OLC-Ligawertungen auf der Nordhalbkugel zumindest für die Saison 2026 weitergeführt werden können. Im Gegensatz zu den Vorjahren umfasst die Liga jedoch nur noch 17 Runden, die vom 2./3. Mai bis zum 22./23. August ausgetragen werden.
Gleichzeitig kündigte Rose an, dass weiterhin geplant sei, die Segelflugszene gGmbH und den OLC nach Saisonende aufzulösen. Damit bleibt den Freudenstädter Luftsportlern voraussichtlich nur noch eine letzte Saison im traditionsreichen Wettbewerb.
Fokus auf WeGlide und die 2. Bundesliga
Das große Ziel der Fliegergruppe Freudenstadt bleibt deshalb die Qualifikation für die 2. Bundesliga von WeGlide. Über die Regionalwertung Baden-Württemberg soll entweder mit Platz eins der direkte Aufstieg oder mit Platz zwei die Teilnahme an der Relegation erreicht werden.
Perfekte Bedingungen am 2. Mai
Der 2. Mai brachte hervorragende Segelflugbedingungen mit sich. Besonders über dem Schwarzwald entwickelten sich starke Aufwinde mit bis zu fünf Metern Steigen pro Sekunde. Basishöhen zwischen 2.500 und knapp 3.000 Metern ermöglichten schnelle Streckenflüge mit hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten. Für Martin Haug wurde der Schwarzwald an diesem Tag regelrecht zum „Place to be“. Mit seinem Ventus 2cxM 18m absolvierte er einen 669-Kilometer-Jo-Jo-Flug und nutzte dabei hervorragend ausgeprägte Wolkenstraßen und Konvergenzen. Teilweise war er mit Vorfluggeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h unterwegs.
In der Zwei-Stunden-Wertung erreichte Haug sowohl in der WeGlide- als auch in der OLC-Liga herausragende 141,5 km/h und 123,91 Punkte.
Starkes Mannschaftsergebnis
Ebenfalls mit hohem Tempo unterwegs war Anton Harzer, der auf einem Ventus C 17,6 m einen 635-Kilometer-Flug absolvierte. Seine Wertung über zwei Stunden betrug 125,36 km/h und 113,45 Punkte. Drittschnellster Freudenstädter wurde Christof Geißler auf seiner HPH 304S Shark. Über zwei Stunden erreichte er 127,5 km/h und 112,23 Punkte bei einer Gesamtstrecke von 483 Kilometern. Geißler berichtete, dass ihn bereits beim Freudenstädter Bauhaus ein kräftiger Aufwind von 1.200 auf 2.600 Meter steigen ließ – der Startschuss für seinen schnellen Schwarzwaldflug. Seine Wendepunkte lagen unter anderem im Bereich des Flugplatzes Hütten im Hotzenwald.
Zur zusätzlichen Flugsicherheit trug dabei der automatische rote Haubenblitzer seines Flugzeugs bei, der bei entgegenkommendem Verkehr aktiviert wird. Gerade bei hohen Begegnungsgeschwindigkeiten sei dies ein wichtiger Sicherheitsgewinn, so der zweifache Deutsche Meister der Doppelsitzerklasse.
Weitere starke Leistungen
Auch die übrigen Musbacher Piloten zeigten starke Leistungen:
- Timo Lehrke erreichte mit seinem Mini Nimbus 117,21 km/h und 111,36 Punkte bei einer Gesamtstrecke von 612 Kilometern.
- Max Zeffler flog mit dem Mini Nimbus 410 Kilometer sowie 108,09 km/h und 102,7 Punkte.
- Frank Popp erzielte mit seiner DG 800 S 18m 589 Kilometer und eine Wertung von 115,9 km/h sowie 101,45 Punkten.
- Reiner Haist kam mit seiner Kestrel 17 auf 464 Kilometer, 116 km/h und 107,9 Punkte.
Nachwuchs überzeugt in der Juniorenwertung
Auch der Nachwuchs der Fliegergruppe überzeugte:
- Hannes Deuble erreichte mit einem Discus b WL 426 Kilometer sowie 99,77 km/h und 105,76 Punkte.
- Nur knapp verpasste Oskar Haug seinen ersten 500-Kilometer-Flug. Mit seinem Discus b WL kam er auf starke 494 Kilometer. Seine Ligawertung lag bei 94,2 km/h und 89,5 Punkten.
Die Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass die Fliegergruppe Freudenstadt sowohl in der Breite als auch im Nachwuchsbereich hervorragend aufgestellt ist.
