Streckensegelflieger fiebern Flugsaison entgegen

Die Winterpause für die Musbacher Segelflieger neigt sich ihrem Ende zu. Denn mit dem höheren Sonnenstand entwickeln sich nun wieder nach und nach Thermik-Pakete. In manchen Jahren trugen Aufwinde ab Mitte Februar die Segelflieger schon über 1000 Meter hinaus . Ausgeblieben sind im laufenden Winter klassische Südwest-und Nordostwellen, welche die Piloten über dem Schwarzwald in früheren Jahren schon in die 8000er Region hoben. Die Rheintalwelle bei Landau, hob bei Westwind die Aufwindjäger bereits über 9000 Meter . Das ganze funktioniert jedoch nur mit einem Transponder und Freigaben der Flugsicherung in Langen (bei Frankfurt). Ebenso wird ab 3600 Meter Sauerstoff benötigt, für große Höhen dazu ein Notfallsystem, da bei einem Ausfall der Anlage dem Piloten Bewusstlosigkeit droht.

Bevor es nun losgeht ,legte Leistungsflugreferent Frank Popp eine beeindruckende Bilanz für 2018 vor. So wurden 2018 von Musbach aus 37.000 Streckenflugkilometer erflogen. Gegenüber 2017 eine Steigerung von 9.000 Km. Am Online Contest und Deutschen Meisterschaften im Streckensegelflug (dezentral) nahmen 18 Piloten mit 89 Flügen teil. Im DMST (Deutschen Meisterschaften im Streckensegelflug ) erflog Timo Lehrke in der Baden-Württemberg Wertung den 3. Platz der Junioren -Standardklassewertung. Bei der Quali zur DM in Erbach bei Ulm erflog Lehrke mit dem Vereins Discus 2b Platz 6 und die Quali zur DM in Zwickau. Terminbedingt kann er leider nicht mitfliegen. Im Gegenzug nimmt Lehrke dafür am diesjährigen Klippeneck Wettbewerb Ende Juli teil. Mit seiem 2. Platz beim Internationalen Wettbewerb (Standardklasse) in Bayreuth belegte Michael Buchthal seine gute Form. Damit ist der Weg zur DM, die vom 20-31 Mai 2019 in Zwickau stattfindet frei. Dort stellt sich Buchthal einer harten Konkurrenz. Bei der hohen Leistungsdichte sind die ersten 15 für den Titel gut. Schlussendlich werden die Kondition, aber auch das gewisse Quäntchen Glück gefragt sein. Im Wettbewerbssegelflug entscheiden mittlerweile Sekunden. Mit einem Aufwindkreis zu viel, ist der Traum zur Zugehörigkeit zur Nationalmannschaft und Quali zur Weltmeisterschaft im Extremfall vorbei.

Nur ein Punkt fehlte den Musbachern in der letztjährigen 2. Segelflug-Bundesliga zu Platz 10. Mit Rang 11 unter 30 teilnehmenden Vereinen konnte man zufrieden sein. Zumindest geriet man 2018 nie in den Abstiegsstrudel. Die weitesten Flüge schafften am 11. August 2018 Timo Lehrke (726 km) und Christof Geißler (731 km). Angepeilt wird weiterhin der erste 1000er Flug von Musbach aus. Dazu muss aber alles passen. Das es möglich ist, belegen mehrere Flüge von Langstreckenspezialist Michael Schlaich und Matthias Sturm vom LSV Schwarzwald die auf dem Flugplatz Winzeln abhoben.

Bei allem Streckenflug-und Wettbewerbsfieber soll der Spaß für die Piloten nicht zu kurz kommen. „In diesem Jahr konzentrieren wir uns gezielt auf den Deutschen Segelfliegertag, der am 02. November im Kurhaus stattfindet. Das ist auch ein Vertrauensbeweis des Deutschen Aeroclub (DAeC /Fachbereich Segelflug). Mit gerade einmal 35-40 aktiven Mitgliedern hat die Fliegergruppe Freudenstadt bereits einen Deutschen und auch Baden-Württembergischen Segelfliegertag durchgeführt. Seit 1985 wurden mehrere Landesmeisterschaften, Deutsche Meisterschaften, eine Junioren-EM, zwei Weltmeisterschaften, Qualifikationen und zwei Segelflug Grand-Prix Germany durchgeführt. Vorsitzender Axel Reich freut sich mit seinen Mitgliedern auf weitere Herausforderungen. „Doch 2019 lassen wir es erst mal gemütlich angehen, so der ehemalige Deutsche Meister der Clubklasse“.

Bericht und Bilder von Lothar Schwark

Die Fliegergruppe ist auch im Winter aktiv

Von Winterschlaf keine Spur

Werkstattarbeit

Auch im Winter tut sich in der Fliegergruppe Freudenstadt allerhand. Die fliegerischen Aktivitäten fallen wetterbedingt zwar deutlich geringer aus, dafür wird viel in der Werkstatt gearbeitet. Die Winterwartung der Flugzeuge gehört eben genauso zum Vereinsleben wie das aktive Fliegen.  Zum üblichen Wartungsprogramm gehört vor allem die gründliche Flugzeugreinigung, Gelenke, Bolzen  und Lager schmieren, Oberflächen polieren und einzelne Lackschäden ausbessern. Kleinere Schäden können einige gut ausgebildete Vereinsmitglieder selbst reparieren, nur große Schäden werden von professionellen Betrieben übernommen. Diese sind aber zum Glück der Ausnahmefall. Die Werkstattarbeit findet Samstagnachmittags statt, Unterstützer sind herzlich willkommen!

Theorieunterricht

Neben der Winterwartung werden die Flugschüler theoretisch für den Erwerb des Flugscheins vorbereitet. Hierzu gehört umfassendes Theoriewissen, welches die Fluglehrer im Theorieunterricht vermitteln. Jeder Flugschüler muss in  Fächern wie Meteorologie, Navigation, Technik und Aerodynamik tiefgehendes Wissen erwerben, damit er oder sie die Fragestellungen zur Prüfung beantworten kann. Das theoretische Grundwissen ist Grundvoraussetzung für den Abschluss der praktischen Prüfung.

Hauptversammlung und weitere Termine

Weiter findet in der Winterzeit die Hauptversammlung der Fliegergruppe Freudenstadt statt. In diesem Jahr berichtet der Vorstand am Samstag 16.03 . im Gasthof Linde in Lombach über das vergangene Jahr. Zudem wird über die Planungen für das aktuelle Jahr informiert. In diesem Jahr feiert die Fliegergruppe ihr 90-jähriges Jubiläum mit einer Segelfliegerparty am Samstag 02.11 19:30  im Hotel Waldlust im Stil der „Roaring Twenties „. Man darf gespannt sein.  Im Vorfeld findet als Highlight der diesjährige Deutsche Segelfliegertag in Freudenstadt im Kurhaus statt. Hierzu werden zahlreiche Gäste aus der Segelflugszene aus ganz Deutschland erwartet.

Fliegen in Namibia

Dass man trotzt des winterlichem Wetters nicht ganz auf das Fliegen verzichten muss, zeigen die Urlaubsaktivitäten von Axel und DIrk Reich. Beide waren mit ihrem Doppelsitzer Nimbus 4DM in Namibia und konnten aktenberaubende Eindrücke sammeln. Zudem gelangen ihnen Flüge von über 1.000 km. Der Zeitungsbericht kann hier nachgelesen werden. >>>Fliegen in Namibia<<<

Bilder: Axel Reich