Bericht FG Freudenstadt Jugendgruppe September 2021

Das coolste Hobby das es gibt

Von Lothar Schwark

Segelfliegen ist ein Teamsport. Allein kommst du nicht in die Luft. Mit diesen Eingangsworten beschreibt der Deutsche Aero Club passend, was einen interessierten Bürger bei der Grundausbildung im Verein erwartet. Segelfliegen ist in Musbach ein recht günstiges Hobby.  So bietet die Fliegergruppe Freudenstadt Flugbegeisterten ab 14 Jahren bis zum rüstigen Senior eine Schnuppermitgliedschaft von 350 Euro an. Darin sind alle Start- und Fluggebühren inklusive der Beiträge bei Flügen an der Seilwinde enthalten. Möglich wird dies, da viele Funktionen im Verein ehrenamtlich ausgeübt werden. Der Hauptflugbetrieb findet in Musbach zwischen Mitte April bis Mitte Oktober statt. Aber auch in den anderen Monaten kann bei passendem Wetter und Bodenbeschaffenheit geflogen werden.

In diesem Jahr verzeichnet man in Musbach einen ordentlichen Zuwachs an Jugendlichen. Die Jugendlichen sind mit viel Elan dabei, um in der Ausbildung am Ball zu bleiben. Möglich machen das auch die Senioren der Fliegergruppe, die schon mal für den Nachwuchs auf die Winde sitzen, oder als Flugleiter dabei sind.  Mit einem einwöchigen Jugendlager konnte man nochmals das sonnige Spätsommerwetter nutzen. Die Flugwoche hatte Jugendleiter Jann Heritier organisiert. Der mittlerweile 18-jährige dürfte in der Ausbildung der Rekordhalter im Verein sein. Mit 17 Jahren begann er 2020 mit dem Segelflug. Zweieinhalb Monate später flog er nach rund 80 Start frei. Mitte Oktober legte er beim Regierungspräsidium Karlsruhe die Theorie zum SPL (Segelflugschein) ab. Ende Juni 2021 erfolgte die Praxisprüfung. Als neuer Scheinpilot, hat der in Wittlensweiler wohnhafte bereits einen 300 Km Überlandflug mit dem Segelflugzeug absolviert. Bruder Tim Heritier hat der Flugbazillus ebenfalls erfasst. Mit 16 Jahren hat er bereits die Ausbildung zum Windenfahrer absolviert. Mit 21 Jahre ist Philipp Rohn einer der ältesten der Jugendgruppe. Er absolviert zurzeit im Hotel Engel Obertal sein drittes Lehrjahr zum Hotelfachmann mit der Zusatzqualifikation Hotelmanagement. Rohn stammt aus Dortmund und suchte gezielt nach einem Verein, der zu ihm passt. Wichtig ist für ihn, dass in Musbach ab und an unter der Woche geflogen werden kann. Berufsbedingt bleibt an den Wochenenden wenig Zeit. Schnell hat er im Verein Freunde gefunden und flog nach 65 Starts frei. Ein besonderes Bonbon erlebte er auf der Insel Sylt, wo er im Partnerhotel Fährhaus Sylt einen Ausbildungsabschnitt absolvierte. Durch Kontakte mit dem Aeroclub Sylt konnte Rohn dort auf dem Sylter Airport mit Fluglehrer im Schulungsdoppelsitzer ASK-13 abheben. „Ein geniales Gefühl als beim Windenstart auf 500 Meter, links und rechts nur noch das Meer auftauchte.

Für den 15-Jährigen Anton Harzer aus Oberbrändi ist Segelfliegen das coolste Hobby das es gibt. Harzer hielt sich 2020 so richtig ran, und schaffte am 28. November 2020 noch seinen ersten Alleinflug. Aktuell wird er auf der Seilwinde eingewiesen. Mit dem Windenfahrerschein ist der Weg für den Discus CS frei. Den durfte Harzer und Tim Heritier bereits bei einem Jugendlager vom Baden-Württembergischen Luftfahrtverband in Berneck (bei Geislingen) fliegen. Am meisten hat beide eine K-8 als Cabrioversion begeistert, als man nur geschützt durch eine kleine Kunstoffscheibe im offenen Cockpit das Fliegen genoss.

Ein echtes Flugplatzkind bleibt der Musbacher Jakob Schick. Schon als Kind zog es ihn immer wieder auf den Musbacher Flugplatz. Sein Opa fliegt in Mühldorf/Inn selbst einen Ultraleicht, und hat ihn damit auch schon besucht. Durch Harzer hat Martin Pollex aus Wittendorf nach Musbach gefunden. Gerade 15 Jahre alt, hob Pollex nach 70 Starts alleine ab. Ganz legal konnte Marven Gründler schon mit 13 Jahren mit der Ausbildung angefangen. Mit seinem Freiflug mit 14 Jahren, machte er es seinem Vater Christoph Gründler nach, der ebenfalls mit 14 Jahren alleine abhob, und heute Segelflug- und Ultraleichtlehrer ist.

Im Namen aller Jugendlichen bedankte sich Jugendleiter  Jann Heritier bei allen Fluglehrern und Flugleiter die das Jugendlager möglich machten. Wir freuen uns auf weitere Mitglieder, ab 13 Jahren sind alle bis zum Senior herzlichen willkommen, informiert Vorstand Axel Reich.

Weitere Alleinflüge im August 2021

Jakob Schick und Martin Pollex fliegen frei

Von Lothar Schwark

Obwohl das diesjährige Flugwetter  oft zu wünschen übrig lässt, läuft es im Ausbildungsbetrieb der Fliegergruppe Freudenstadt rund. Unlängst konnte der Vorsitzende der FG Freudenstadt Axel Reich wiederum  zwei Jugendlichen zum  ersten Alleinflug gratulieren. Nach jeweils drei sauberen Platzrunden, dürfen sich Jakob Schick (14 Jahre) und Martin Pollex (15 Jahre) nun voller Stolz das A-Abzeichen mit weißer Möwe auf blauen Grund anheften. Schick ist ein original Musbacher Kind. Schon als Kind schaute er immer wieder auf dem Musbacher Flugfeld vorbei. Die Faszination des Fliegens ließ ihn nicht mehr los. Mit seinen ersten Alleinflügen erfüllte er sich nun seinen  Traum vom Fliegen.  Pollex, der in Loßburg wohnhaft ist, zog das Musbacher Flugfeld ebenso magisch an. Mit ihren  ersten Alleinflügen haben beide Jugendliche die erste Hürde zum Luftfahrerschein PPL-C (Segelflug) geschafft.

Unter Aufsicht der diensthabenden Fluglehrer können sie nun Alleinflüge im Umkreis von Musbach absolvieren. Neben dem Schulungsflugzeug ASK-13 wartet auf die kommende Scheinpiloten auch der schicke Duo Discus des Vereins mit 20 Meter Spannweite. Auf diesem Hochleistungssegelflugzeug werden die Flugschüler in Begleitung eines Fluglehrers in die Kunst des Überlandfliegen eingewiesen. Denn nach dem Absolvieren eines ersten Theorieblocks und Ablegen des Funksprechzeugnis steht ein Überlandflug von mindestens 50 km an.  Ebenso werden Starts und Landungen auf fremden Flugplätzen durchgeführt. Wenn alle  Bedingungen zum PPL -C erfüllt sind, kann der Flugschein ab  dem 16 Lebensjahr erworben werden.

Wichtig ist die Disziplin beim Fliegen. Ebenso  das Vertrauensverhältnis zwischen dem Fluglehrer und Flugschüler. Alle Beteiligten wissen zu genau, einmal in der Luft hilft kein Bremsen mehr. So werden Gefahrensituationen, wie zum Beispiel  ein Seilriss an der Winde, oder Landungen aus ungewohnter Position immer wieder mit den Fluglehrern geübt. Nach rund 70-80 Schulstarts heben die Flugschüler meist erstmals  alleine ab. Für die Beteiligten immer wieder ein erhebendes Gefühl, wenn sich das Windenseil straft, und man erstmals ohne Fluglehrer abhebt. Befreit vom Seil, genießt man  die Stille und weiche  Steuerdrücke. Dann erfasst viele Piloten ein echtes Glücksgefühl. Sie spüren es deutlich;  ich bin allein unterwegs. Nochmals steigt der Puls etwas  an, wenn es heißt sanft neben dem Landekreuz aufzusetzen.