Junioren-Segelflug-DM Musbach 31.07.25

Fliegbares Wetterfenster kam zu spät

Von Lothar Schwark

Es soll einfach nicht sein. Auch am sechst möglichen Flugtag kam bei Junioren-Segelflug-DM in Musbach kein Flugtag zustande . Sah es am frühen Morgen nach einem durchziehenden Schauer front danach aus, das sich auf der Rückseite des Regengebiet fliegbares Wetter entwickelt, kam es doch wieder anders. Durch die hohe Luftfeuchte bildeten sich bis in die Nachmittagsstunden hochreichende Wolken, die den Himmel vollkommen bedeckten. So kam die Sonne bis gegen 15.00 Uhr nicht zum Zuge. Somit konnte sich auch keine nutzbare Thermik entwickeln, bei der man 75 Segelflugzeuge in der Luft halten konnte. Aufgeben wollte Sportleiter Michael Buchthal nicht sofort. So ließ er das Starterfeld am Vormittag ab 9.00 Uhr in Doppelreihen aufbauen. Auch Meteorologe Walter Hermann sah Chancen, dass sich zumindest für Stunden nutzbare Aufwinde bilden könnten.

Doch das fliegbare Wetterfenster ließ sich Zeit. Ab dem geplanten Startbeginn von 13.00 Uhr blieb Buchthal nichts anderes übrig, den Startbeginn Halbstundenweise nach hinten zu schieben. Nachdem es gegen 15:30 Uhr endlich fliegbar aussah, erfolgte um 15:50 Uhr der erste Start der Clubklasse. Doch schnell stellte sich heraus, dass es nur schwache Thermik und eine tiefe Arbeitshöhe gab. Damit waren die bereits auf 1:30 Stunden reduzierte Flugaufgaben, sowohl für die Club- und Standardklasse nicht machbar. Es blieb für beide Klassen nur die Neutralisation.

Nicht besser ging es auch den Teilnehmern der Süddeutschen Meisterschaften in Neresheim. Sie mussten ebenso bereits in der Luft schlussendlich passen. Schlechtwettertage gibt es bei Wettbewerben immer wieder mal. Aber so eine eingefahrene Wetterlage hat man in Musbach bei Meisterschaften noch nie erlebt. Zumindest die vier geforderten Wertungsflüge wurden immer erreicht. Teilnehmer die zuvor schon die Qualifikationsmeisterschaft in Stendal mitflogen, trifft es besonders hart, da sie dort ebenso nur einen bzw. zwei Wertungsflüge schafften.

Trotz der misslichen Wetterlage bleibt die Stimmung unter den 75 Juniorinnen und Junioren im grünen Bereich. So trug man auf dem Flugfeld in den Flugpausen manches freundschaftliche Fußballspiel aus. Für die letzten zwei möglichen Flugtage sieht es nicht gut aus. Immer noch fließt aus Nordwesten feuchte und kühle Atlantikluft ein. Der Freitag sieht so gut wie unfliegbar aus, da heftige Schauer und Gewitter erwartet werden. Eine Restchance bringt noch der Samstag. Da soll die Schauertätigkeit mehr und mehr nachlassen. Wettbewerbsleiter Axel Reich hofft noch auf ein kleines Wetterwunder.

Und eins belegt diese Meisterschaft einmal mehr. Segelfliegen ist ein Freiluftsport, der ganz und gar auf das passende Wetter angewiesen ist. Geduld haben und Warten können ist für jeden Segelflieger quasi eine Pflichtübung. Schade ist es für die Freudenstädter Starter Marven Gründler, Jakob Schick und Anton Harzer, die ihre erste Deutsche Meisterschaft zudem noch auf dem Heimatflugplatz als Wasserspiele erleben müssen.

 

Ausbreitungen und Schauerwolken bremsen Junioren aus

Knapp einen Wertungstag verfehlt: zu wenige Teilnehmer schaffen geforderte 100 km Mindeststrecke

Von Lothar Schwark

Nach vier harten Regentagen konnten die 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Junioren-Segelflug-DM bei schwierigen Flugbedingungen endlich vom Musbacher Flugfeld abheben. Sah es am Anfang noch nach einem guten Flugtag aus, bewahrheitete sich die Voraussage vom Meteorologen Walter Hermann. Er hatte bereits beim Briefing auf ausbreitende Wolken und Schauer hingewiesen. So bildeten sich anfangs auch drei bis vier Achtel Kumuluswolken mit einer tiefen Arbeitshöhe.

Sportleiter Michael Buchthal musste mehrfach den Startzeitpunkt nach hinten verschieben. Um 13.30 Uhr Ortszeit erfolgte der Start der Clubklasse. Die konnte sich ordentlich in der Luft halten, es gab keine Wiederlander. Ausgeschrieben war für die Clubklasse eine 2:45 Stunden Aufgabe mit drei Wendezylinder. Flugstrecken zwischen 156,45 km und 307,53 km wären möglich gewesen. Doch mehr und mehr verdichteten sich von Westen her die Wolken, da eine Schauerstaffel in den Wettbewerbsraum zog. Dahinter hellte es zwar wieder auf doch der erste Wendekreis wurde von abschirmenden Wolken ausgeblockt. Die Kunst bestand darin, sich während dieser Zeit in der Luft zu halten.

Mehrfach musste Buchthal den Start der Standardklasse verschieben und die vorgesehene Flugaufgabe von 2:30 Stunden auf 1:30 Stunden verkürzen. Flugstrecken zwischen 121,30 km bis 232,48 km wären möglich gewesen. In der Clubklasse knackten sechs Piloten die 100 Km Grenze. Am weitesten kam Pilotensprecher Nils Zitzelsberger mit einer LS 7 mit 189,23 Km. Auch Florian Kraja auf LS 7 WL durfte sich anfangs über 188,89 km freuen. Knapp dahinter lag Felix Herold LS7neo mit 187,79 km. Diese Piloten hatten noch vor dem Schauer den Abflug geschafft, der mehr und mehr den ersten Wendekreis blockierte. Bedingt durch die Abschirmung betrugen die Strecken ab Platz 7 nur zwischen 57,69 km bis 1,84 km. Da in der Clubklasse keine 25 Prozent der Teilnehmer die geforderte Mindeststrecke von 100 Km schafften, kam keine Wertung zustande.

Nicht besser sah es in der Standardklasse aus. Die kam zwar noch zur 1:30 Stunden Flugaufgabe in die Luft, wobei Noah Lichter vom AeC Berlin auf Discus 2cT mit 132,01 Km am weitesten kam. Hier knackten acht Piloten/innen die 100 km Grenze. Die restliche Pilotenschar verteilte sich zwischen 29,60 km bis 81,91 km auf Wiesen, Äckern und umliegenden Flugplätzen. Wetteraussichten für die kommenden Flugtage sind von der Segelflugseite eher düster. Man hofft zumindest auf kurzfristige fliegbare Wetterfenster. Am Donnerstag (30.Juli) bestand noch eine Mini Hoffnung, das hinter der ab ziehenden Kaltfront noch für Stunden nutzbare Thermik entsteht.